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Künstliche Intelligenz - Schlüssel ffür Modernisierung und Innovation

Künstliche Intelligenz. Was ist das eigentlich? Und wofür brauchen wir sie? Hier trifft es eine gängige Definition ganz gut: Künstliche Intelligenz (kurz: KI) ist die Fähigkeit eines Programms oder einer Maschine, wie ein Mensch zu denken, zu lernen und zu handeln. Oder anders formuliert: Wir trainieren Maschinen in den unterschiedlichsten Stadien, um letztlich selbständig zu agieren. Und analysieren wir die zweite Frage, so wird deutlich, dass KI bereits heute fester Bestandteil unseres täglichen Lebens ist.

Hintergrund

Wir steuern das Licht, den Strom und die Heizung teilweise von unterwegs dank sogenannter „Smart Home“- Module. Wir werden auf dem Weg zur Arbeit von intelligenten Systemen staufrei durch den Verkehr navigiert. Der Streamingdienst empfiehlt uns individuell Filme und Serien – ganz nach unseren persönlichen Präferenzen. Das sind nur einige wenige Beispiele, die zeigen, dass KI längst in unserem Alltag  angekommen ist. Verbraucher streben vermehrt nach smarten und möglichst digitalen Lösungen, die zudem eine Zeit- und Kostenersparnis bringen. Die Unternehmen passen ihre Produkte und Dienstleistungen fortlaufend an die geänderten Kundenbedürfnisse an und sehen auch in ihren internen Prozessen enormes Einspar- und Effizienzpotential. Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen beschleunigen diesen Trend. Auch Branchen, die sich in einschneidenden Veränderungs- und Modernisierungsprozessen befinden oder noch davorstehen, benötigen KI, um neue Innovationen und somit Wachstum zu schaffen.

Anwendung in der Infrastruktur

Rohstoffknappheit ist ein Wort, welches in den letzten Monaten verstärkt in den Medien zu vernehmen war. Damit verbunden ist unter anderem auch der Mangel an Halbleitern. Diese sind einfach gesprochen die „Hirne der Computer“ und der eigentliche Rohstoff für das Thema KI. Diese Knappheit ist mitunter eine Folge der rasant gestiegenen Digitalisierung und wird auch nicht allzu schnell verschwinden. Denn bis 2030 soll sich der Halbleiterumsatz auf ca. 1 Billion USD nahezu verdoppeln. Insbesondere dafür verantwortlich ist auch der neue Höchstgeschwindigkeitsstandard der Mobilfunktechnologie 5G, welcher die Basis für den Einsatz von KI bei der Vernetzung von mobilen Geräten ist. Diese Vernetzung, auch Internet of Things genannt, erfordert höchste Rechenleistungen. Und damit auch Mikrochips. Profiteure sind die sogenannten Hersteller von Halbleitern (englisch: Semiconductors) wie Weltmarktführer Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) oder NXP Semiconductors. Aber auch Firmen wie die US amerikanische Broadcom, welche Chipsätze für 5GGeräte herstellen, sind Nutznießer der gestiegenen Nachfrage.

Autonomes Fahren

Ein weiteres, prominentes Beispiel – insbesondere für KI-Softwareanwendungen – ist Tesla. Vorstand des Elektroauto- Pioniers, Elon Musk, verfolgt seit Jahren vehement seine Vision vom autonomen Fahren. Bereits im Oktober 2020 erhielten einige Tesla-Besitzer eine Beta- Version der FSD-Software (full self-driving), die bereits semi-autonomes Fahren ermöglicht, aufgespielt. Mittels KI wird die Autofahrt schrittweise automatisiert. Und die Software „lernt“ quasi fortlaufend weiter. Musk selbst geht davon aus, dass seine Elektroautos zeitnah autonom sicherer fahren könnten als ein Mensch. Doch nicht nur beim Innovationsführer kommt KI zum Einsatz. Standard in neuen Mittelklassewagen sind heute bereits aktive Sicherheitssysteme wie Spur- und Bremsassistenten, welche den Fahrer beim sicheren Fortbewegen unterstützen.

Profitierende Sektoren

Landwirtschaft und KI. Tradition und Moderne. Diese Kombinationen klingen eigentlich nach Gegensätzen. Beim Landmaschinenhersteller Deere & Company („John Deere“) ist dies allerdings kein Widerspruch. Das traditionsreiche Industrieunternehmen aus den USA – gegründet 1837 – war bereits vor einigen Jahren Vorreiter bei Traktoren mit GPS-Daten. 2017 erwarben sie zudem Blue River Technology, welche eine smarte Pflanzenschutzspritze entwickelte, die beispielsweise mittels Kameras und Computer selbstständig Unkraut von Nutzpflanzen unterscheidet und gezielt behandeln kann. Zudem kann mit intelligenten, auf KI basierenden Technologien die wertvolle Ressource Wasser zielgerichteter und effizienter eingesetzt werden. Auch der punktgenaue Einsatz von Dünger, welcher zu den größten Kostenblöcken der Landwirte zählt, kann durch smarte KI-Lösungen um bis zu 90 % reduziert werden. Die Folge sind gesündere Lebensmittel und ein nachhaltigerer Umgang mit unserer Umwelt.