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Hypo Börsenblick

30.01.2023
Die Zinsgipfel kommen immer mehr in Reichweite

Wir kommen dem Zinsgipfel immer näher. In dieser Woche finden die ersten Zinssitzungen großer Notenbanken statt. Die Fed dürfte am Mittwoch ihre Leitzinsen um nur noch 25 Basispunkte auf 4,75 % anheben. Die EZB wird wahrscheinlich einen größeren Schritt von 50 Basispunkten durchführen. Der Einlagesatz der EZB würde hierdurch auf 2,50% steigen. Dies dürfte allerdings jeweils noch nicht das Ende der Fahnenstange sein: Schließlich betonen die Vertreter beider Notenbanken, dass im Kampf gegen die Inflation noch weitere Leitzinsanhebungen nötig seien. Die Bank of England könnte am Donnerstag ihren Leitzins von 3,5 % auf 4,0 % erhöhen.

Die Kreditvergabe hat sich zum Jahresende 2022 im Euroraum angesichts der gestiegenen Leitzinsen und Konjunktursorgen deutlich verlangsamt. Die Geldhäuser im Währungsgebiet vergaben im Oktober noch 8,9% mehr Kredite als vor Jahresfrist. Im November betrug das Wachstum noch 8,3%. Im Dezember wurden lediglich noch 6,3% mehr Kredite an Firmen vergeben, wie die EZB am Freitag mitteilte. Neben den Notenbanktreffen stehen auch wichtige Makrozahlen auf der Agenda. Heute wird die Vorabschätzung zum BIP-Wachstums im 4. Quartal 2022 für Deutschland vermeldet. Morgen folgt die Schätzung für den Euroraum.

27.01.2023
US-BIP knapp unter der 3%-Marke

Die US-Wirtschaft ist erneut kräftig gewachsen, jedoch überzeichnet die BIP-Wachstumsrate die unterliegende Dynamik der US-Wirtschaft. Die private Inlandsnachfrage ohne Lager „eine Art Kern-BIP“ legte im Schlussquartal 2022 lediglich mit einer Jahresrate von 0,2 % zu.

Palladium muss einen sehr schlechten Start in das Jahr 2023 verzeichnen. Aktuell notiert der Preis für eine Unze Palladium bei 1.664 US-Dollar. Dies entspricht einem Minus von 7,23% gegenüber dem Jahresschlussstand 2022. Zwei Jahre in Folge konnte Palladium schon keinen Wertzuwachs verzeichnen. Aufgrund der pandemiebeschränkten Einschränkung der chinesischen Palladium-Importe legte der Palladiumpreis in den vergangenen Monaten den Rückwärtsgang ein. Weitere Belastungsfaktoren für die Preisentwicklung bei Palladium sind die bereits eingesetzte Teilsubstitution von Platin anstelle von Palladium bei der Herstellung von Benzinmotoren sowie die hohe Nachfrage von batteriebetriebenen Fahrzeugen in China. Die neuesten Meldungen aus Indien, in den kommenden Jahren massiv auf E-Fahrzeuge zu setzten, dürften den Palladiumpreis auch nicht beflügeln. Heute früh wurden die Verbraucherpreisentwicklungsdaten für den Monat Januar für die Metropolregion Tokio veröffentlicht. Das Plus von 4,3% zum Vorjahresmonat ist der stärkste Anstieg 42 Jahren. Das Inflationsziel der Bank of Japan von 2% wurde somit bereits den achten Monat in Folge übertroffen. Es wird damit gerechnet, dass die japanische Notenbank im Frühjahr unter neuer Führung die Zinsen anziehen wird.

26.01.2023
Paradigmenwechsel in der Ukraine-Politik

Nun ist es amtlich: Deutschland liefert der Ukraine insgesamt 14 Kampfpanzer vom Typ Leopard-2-A6. Zudem erteilte die Bundesregierung anderen Staaten wie etwa Polen die Genehmigung dafür, ebenfalls Leopard-Panzer dorthin zu liefern. Dem war vorausgegangen, dass die US-Regierung ihren Widerstand gegen die Lieferung von M1-Abrams-Panzern ebenfalls aufgab. An der Börse sorgten diese Nachrichten zunächst für einen Rücksetzer bei den Aktienkursen. Die Anleger scheinen in diesem Schritt aktuell somit eher eine weitere Eskalation des von Russland angezettelten Kriegs, als ein Schritt in Richtung eines baldigen Verhandlungsfriedens zu sehen. Für den stellvertretenden Außenminister der Ukraine Andrij Melnyk sollten die Panzerlieferungen zudem lediglich eine erste Etappe darstellen. Schließlich fordert er von Deutschland bereits die Lieferung von Tornado- und Eurofighter-Kampfjets, Kriegsschiffen sowie U-Booten an sein Land.

Das gestern veröffentlichte ifo-Geschäftsklima für Januar verbesserte sich gegenüber Dezember von 88,6 auf 90,2 Punkte. Dies war bereits der vierte Anstieg in Folge. Dass sich hierbei die Lageeinschätzung der Unternehmen um 0,3 auf 94,1 Punkte eintrübte, passte jedoch nicht so ganz ins hoffnungsfrohe Bild der Konjunkturerholung. Offenbar scheint das eine oder andere Unternehmen wachsende Schwierigkeiten mit dem Dreiklang aus erhöhten Energiepreisen, noch nicht vollends wieder hergestellten Lieferketten und gestiegenen Zinsen zu haben. Vielleicht macht sich aber auch schon der Rückgang der Neuaufträge im zweiten Halbjahr 2022 negativ bemerkbar. Hinsichtlich ihrer Geschäftserwartungen zeigten sich die Unternehmen dennoch klar weniger pessimistisch als noch vor einem Monat: Schließlich legte jener Teilindex von 83,2 im Dezember auf nunmehr 86,4 Zähler im Januar zu. Vertreter mehrerer großer US-Banken warnten davor, dass das an den Märkten derzeit gespielte Soft Landing-Szenario für die US-Konjunktur möglicherweise zu optimistisch sein könnte. Dabei wurden Stimmen laut, dass es der US-Notenbank Fed kaum möglich sein wird, die Inflation auf das von ihr gewünschte Niveau zu drücken, ohne hierbei der Konjunktur zu schaden.

25.01.2023
Zuversicht wächst weiter

Wer hätte das noch vor wenigen Wochen gedacht? In Deutschland wächst die Konjunkturzuversicht. Die Frühindikatoren schlagen einen Aufwärtstrend ein. Die Prognosen werden allenthalben angehoben. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) sieht den Höhepunkt der Inflation überwunden. Nach 7,9% sei in diesem Jahr eine Inflationsrate von unter 6% möglich, ließ sich Institutschef Michael Hüther heute von der Mediengruppe Bayern zitieren. Ein Grund für den Stimmungsumschwung dürfte die Lage am Gasmarkt sein. Mit aktuell knapp 86% ist der Speicherstand für die Jahreszeit außerordentlich komfortabel. Eine Gasmangellage, im vorigen Herbst noch das Schreckgespenst aller Prognostiker, dürfte für diesen Winter vom Tisch sein. Am Gasmarkt sind die aktuellen Spotnotierungen inzwischen unter jene vor Ausbruch des Ukraine-Krieges gefallen. Die Frühindikatoren legen derweil auf breiter Front zu. Gestern legte das GfK-Konsumentenvertrauen für die Privathaushalte in Deutschland erneut zu. Gestiegen sind auch überwiegend die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und den Euroraum im Januar.

Da ansonsten weder Wirtschaftsdaten noch anderweitige relevante Ereignisse anstehen, dürften sich die Blicke der meisten Marktteilnehmer heute vorwiegend nach Berlin richten. Dies umso mehr als dort laut Medienberichten offenbar eine Entscheidung in der Frage der Lieferung von Kampfpanzern gefallen ist. Neben deutschen Leopard-2-Panzern sollen wohl auch Modelle des Typs Abrams aus den USA in die Ukraine geliefert werden. In einer Welt, in der alles mit allem zusammenhängt, darf man darauf gespannt sein, ob die Märkte dies eher als einen Schritt in Richtung eines möglichen Verhandlungsfriedens oder einer weiteren Eskalation des von Russland angezettelten Krieges sehen. Vorbörslich ist der DAX leicht im Minus, der Euro hat zum US-Dollar zugelegt.

24.01.2023
Corporate Bonds sind wieder interessant

Durch den starken Anstieg des Zinsniveaus im letzten Jahr sind Anleihen wieder deutlich interessanter geworden. Bundesanleihen bieten nun eine positive Rendite von rund 2,6 % und für EUR-Unternehmensanleihen im Investmentgrade gibt es aktuell im Schnitt eine Rendite von circa 3,6 %. Die Unternehmen verfügen in der Breite über sehr hohe Cash-Bestände und haben sich im Krisenjahr 2022 insgesamt erstaunlich gut behauptet. Viele erzielten in den ersten neun Monaten sogar Rekorderträge. Die zunehmende Aufhellung der Frühindikatoren spricht dafür, dass die erwartete Rezession deutlich milder ausfallen wird als ursprünglich befürchtet.

Zum Wochenstart gestern verbesserte sich das Konsumentenvertrauen für Europa nur leicht von -22,2 auf -20,9. Heute Vormittag werden die Januar-Daten zum Einkaufsmanager-Index für Deutschland und Europa veröffentlicht. Die Analysten der LBBW gehen von einer Verbesserung aus, sowohl für das Verarbeitende Gewerbe als auch für die Dienstleistungen.

23.01.2023
EZB wird Leitzinsen trotz Inflationswende weiter anheben

Die Europäische Zentralbank wird nach den Ratsmitgliedern Rehn und Knot sowohl im Febraur als auch im März die Zinsen um jeweils 0,5 %-Punkte anheben. Auch nach diesen zwei Anhebungen rechnen die Analysten der LBBW zumindest mit einer weiteren Leitzinsanpassung um 25 Bp. in der EZB-Sitzung im Mai. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte bereits im Dezember in Aussicht gestellt, dass die Leitzinsen über mehrere Sitzungen hinweg um jeweils 0,5%-Punkte steigen könnten.

Die am Freitag veröffentlichten Preise auf der Erzeugerstufe für Verbrauchsgüter im Dezember sind zwar nochmals um 0,5% gestiegen. Immerhin, und das ist die gute Nachricht dieser Zahl, die Aufwärtsdynamik lässt derzeit eindeutig nach. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die gewerblichen Erzeugerpreise um 21,6% zu. In Österreich legten diese im November zum Vormonat um 15,4 % zu. Der ökonomische Datenkalender ist diese Woche prall mit Konjunkturindikatoren gefüllt: Am Dienstag wird der GfK-Konsumklimaindex für Deutschland veröffentlicht. Ebenso werden die Einkaufsmanagerindizes für einige Euroraumländer veröffentlicht.

20.01.2023
US-Konjunkturdaten schüren wieder Rezessionssorgen

Im Kampf gegen die Inflation wird die EZB ihren Kurs der Zinserhöhungen weiterhin fortsetzen. Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte gestern, dass die EZB auf Zinserhöhungskurs bleibe. Seit Juli 2022 hob die EZB die Zinsen bereits viermal an - zuletzt im Dezember um 0,50 Prozentpunkte. Ebenso erhöhten sie Ihre Inflationsprognosen und kommunizieren öffentlich, dass die Teuerung auch noch im Jahr 2024 deutlich von Ihrem 2 % - Ziel entfernt sein wird. Bei den Zinsschritten wird es sowohl bei der Fed und auch der EZB noch etwas Luft nach oben geben.

In den USA verringerten sich die Baugenehmigungen im Dezember um 1,6 % nachdem der Rücksetzer im November schon 10,6 % betrug. In Deutschland werden ebenso dringend neue Wohnungen gebraucht, doch stattdessen wurden zuletzt deutlich weniger Neubauten genehmigt. Dies alles ist auf die steigenden Hypotheken und die teuren Materialien zurückzuführen. Heute werden die Verkäufe bestehender Häuser im Dezember gemeldet. Die Anleger befanden sich vor dem Hintergrund der Nachrichtenlage im Rückzug. Den europäischen Börsen ist angesichts von Rezessionssorgen, schwachen Firmenbilanzen und rationalen Gewinnmitnahmen die Puste ausgegangen. DAX und Euro Stoxx 50 gingen mit einem Minus von 1,7% und 1,9% bei 14.920 Punkten beziehungsweise 4.094 Zählern aus dem Handel.

19.01.2023
Rentenmarktkurse im Steigflug

Die Umsätze im US-Einzelhandel sind im Dezember stärker gesunken als erwartet. Die Erlöse gaben im Dezember gegenüber dem Vormonat um 1,1 % nach, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Ökonomen haben zwar mit einem Rückgang gerechnet, nicht aber in dieser Höhe. Dem Bild fügen wir US-Produzentenpreise hinzu, die zum Jahresabschluss im Vormonatsvergleich gleichfalls rückläufig waren, und zwar um ein halbes Prozent.

Die US-Volkswirtschaft zeigt unmissverständliche Anzeichen einer Schwäche. Die Finanzmärkte hatten bei alledem gestern zunächst Schwierigkeiten, sich einen Reim zu machen. Zu Beginn des Handelstages liefen Gold- und Rohöl zunächst ins Plus, um dann im Minus zu schließen. Ähnlich die Aktienmärkte: Der DAX machte zunächst 60 Punkte gut und gab nachfolgend rund 65 Punkte ab. Der S&P 500 verlor im Tagesverlauf alles in allem 1,2%. Am Rentenmarkt hielten sich gestern die Gewinne bis zum Handelsschluss. In den aufwärts weisenden Rentenmarktkursen spiegeln sich zu großen Teilen Leitzinshoffnungen. Springender Punkt hinter all dem: EZB, Fed & Co. müssten in ihrer jeweiligen Geldpolitik, nach vorne geblickt, wenig auf das derzeit hohe absolute Niveau der Inflation achten. Bei Licht besehen ist zu konstatieren: Die Inflation ist nicht weg. Im Gegenteil: Aktuell verliert ein Geldschein weiterhin sehr viel schneller an Wert, als sich die Geldpolitik dies wünscht, im Euroraum, im Vereinigten Königreich, in den Vereinigten Staaten.

18.01.2023
ZEW-Index signalisiert erhoffte Besserung

Die ZEW-Konjunkturerwartungen, die gestern veröffentlicht wurden, sind erstmals seit dem Ukraine Krieg im Plus. Seit dem Tief im September 2022 bei -61,9 Punkten haben sich die Erwartungen zunehmend aufgehellt. Dies ist vor allem der besser als befürchteten Entwicklung an den Energiemärkten zu verdanken. Dennoch liegt die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland mit -58,6 Punkten weiterhin im stark negativen Bereich.

Deutlich schwächer als erwartet schnitt gestern in den USA der Empire Manufacturing Index ab, der die Beurteilung der Geschäftsbedingungen von Produzenten im US-Staat New York misst. Er ist mit -32,9 deutlich schwächer ausgefallen als erwartet. Mit Ausnahme des Corona-Crashs ist das einer der schwächsten Werte seit Jahrzehnten. Hauptauslöser für den schwachen Wert war die schlechte Beurteilung von Neuaufträgen und Auslieferungen. Immerhin zeigte sich der Index für die Geschäftserwartungen positiv mit 8,0 Punkten (nach 6,3 im Vormonat). Die US-Börsen reagierten kaum auf diese Daten. In Japan verbuchte der Nikkei dagegen heute Morgen einen Kurssprung von über 2%. Für Europa stehen heute keine wesentlichen Makrodaten an. Dafür umso mehr für die USA: Einzelhandelsumsätze, Produzentenpreisindex, Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung (jeweils für Dezember).

17.01.2023
Chinesisches BIP überrascht positiv

Trotz Lockdown-Maßnahmen zu Beginn des Quartals und einer massiven Covid-Welle blieb das BIP im Quartalsvergleich stabil und hat daher besser abgeschnitten als erwartet. Die Wachstumsrate sank gegenüber dem Vorjahresquartal von 3,9% auf 2,9% und lag damit deutlich oberhalb der Bloomberg-Konsensprognose von 1,6%. Insgesamt wuchs Chinas BIP 2022 um 3,0%.

Ebenso verkündete das nationale Statistikbüro heute früh, dass die Bevölkerung Chinas das erste Mal seit 60 Jahren im letzten Jahr geschrumpft ist. Die Zahl der Neugeborenen ging von 10,62 Mio. auf 9,56 Mio. zurück. Gestern gab US-Finanzministerin Janet Yellen überraschend bekannt, dass sie am Mittwoch zu einem Gespräch mit dem chinesischen Vize-Premier Liu He zusammenkommen wird. Das politische Klima zwischen den USA und China ist frostig. Nach der Veröffentlichung der Inflations-Zahlen der Statistik Austria von 2022 gestern, gibt heute das Statische Bundesamt seine Revision der Vorabschätzung der Dezember-Inflationsrate bekannt.

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Disclaimer: Hierbei handelt es lediglich um allgemeine Marktinformationen. Diese wurden von der Hypo Vorarlberg erstellt und beruhen auf allgemein zugänglichen öffentlichen Informationen, welche die Hypo Vorarlberg als zuverlässig erachtet. Die in dieser Publikation enthaltenen Empfehlungen sind nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt worden und unterliegen auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

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