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Wiener Börse hält gegen schwachen Europa-Trend

Nach starken heimischen Konjunkturdaten hat die Wiener Börse am Freitag höher geschlossen und sich gegen das schwache europäische Umfeld gestemmt. Der ATX stieg 15,98 Punkte oder 0,47 Prozent auf 3.393,23 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund elf Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 3.382,00 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,23 Prozent, DAX/Frankfurt -0,40 Prozent, FTSE/London -0,68 Prozent und CAC-40/Paris -0,48 Prozent.

Österreichs Aufschwung hält an. Im 3. Quartal wuchs das BIP hierzulande um 0,8 Prozent, gestützt von der Entspannung am Arbeitsmarkt. Unterdessen hat die französische Industrie im September etwas stärker als erwartet zugelegt. Die britischen Firmen haben ihre Produktion im September sogar so kräftig gesteigert, wie heuer noch nie. Hingegen hat die italienische Industrie ihre Produktion im September deutlich zurückgefahren.

Am Nachmittag enttäuschten die Daten zum Michigan Sentiment in den USA. Das vorläufige US-Verbrauchervertrauen ging im November auf 97,8 Zähler zurück, nach 100,7 Punkten im Oktober.

Branchenseitig legten die Bankwerte in Wien zu. BAWAG stiegen um 1,3 Prozent. Auch Erste Group (plus 0,9 Prozent) und Raiffeisen (plus 1,5 Prozent) konnten Kursgewinne verbuchen.

Mit Aufschlägen gingen auch die Lenzing-Aktien mit einem Plus von 0,9 Prozent aus dem Handel. Die Baader-Analysten erwarten "sehr starke" Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal rechnen die Analysten mit einem Anstieg des Umsatzes von 5,8 Prozent auf 575,2 Mio. Euro. Mitte kommender Woche öffnet der Faserhersteller seine Bücher.

Auch die OMV gewannen 0,7 Prozent auf 53,0 Euro. Die Analysten der Credit Suisse haben ihr Kursziel für die Aktien des Ölriesen in Folge der Geschäftszahlen zum dritten Quartal deutlich von 37,0 auf 45,0 Euro angehoben. Zwar ging der Umsatz etwas zurück, aber das Ergebnis wurde deutlich verbessert.

Hingegen gaben Wienerberger um 0,9 auf 19,82 Euro nach. Die Berenberg-Experten haben ihr Votum mit "Hold" und das Kursziel bei 20,0 Euro für die Aktien des Baustoffkonzerns bestätigt. Ihren Ausblick für heuer haben sie zwar verringert, allerdings würde dies ausgeglichen durch eine positive Sicht auf den Sektor "Pipe und Pavers" in Osteuropa in späteren Jahren.

Nach Vorlage der Halbjahreszahlen von voestalpine (minus 0,55 Prozent) haben die Analysten der Credit Suisse ihr Votum bei "Neutral" sowie ihr Kursziel bei 50,0 Euro beibehalten. Zur Jahreswende sehen sie Potenzial für fallende Einkaufskosten für Eisenerz, was der europäischen Industrie zu Gute kommen dürfte.

Quelle: © APA - Austria Presse Agentur eG. Alle Rechte vorbehalten.

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