Börsen & Märkte

Hypo Börsenblick

18.01.2022
Hat Boris Johnson den Bogen überspannt?

Der gestrige Handel verlief aufgrund des Martin Luther King Days in den USA ohne Dynamik. Aus diesem Grund widmen wir uns heute der hiesigen Diskussion um den britischen Premierminister Boris Johnson. Denn die Rufe nach seinem Rücktritt werden immer lauter. Der letzte Fehltritt zwang Johnson dazu sich bei Königin Elizabeth dafür entschuldigen, dass in Downing Street No. 10 am Vortag der Beerdigung von Prinz Philip eine Party stattgefunden hatte. Johnson plant nun offenbar auch, durch die Kündigung von Mitarbeitern sein politisches Überleben zu sichern.

Der traditionsgemäße Blick auf den Makrokalender zeigt die heutige Veröffentlichung zweier Stimmungsindikatoren für den Monat Januar. Auf der Agenda stehen der ZEW-Index und der Konjunkturindex der Fed New York. Da sowohl in Deutschland als auch in New York die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Jahresbeginn rapide angestiegen ist, erwartet das Research der LBBW für beide Indikatoren einen Rückgang, und zwar auf 25 Punkte beim ZEW-Index bzw. 21 Punkte beim Empire Manufacturing Survey.

17.01.2022
BioNTech boostert die deutsche Wirtschaft

Die Wirtschaftsleistung unseres deutschen Nachbarn hat den Weg zum Wachstum wieder gefunden. Nach den Angaben der deutschen Bundesstatistiker (Destatis) legte das BIP um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr zu. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass bisher nur die Hälfte pre-pandemischen Wirtschaftsleistung aufgeholt wurde. 2021 war es insbesondere der private Konsum, der stagnierte. Allerdings war dieser 2020 noch um fast 6 % geschrumpft. Als ein wesentlicher Treiber des Wachstums hat sich BioNTech hervorgetan. Fast ein Fünftel des gesamtdeutschen Wachstums dürfte allein das Mainzer Unternehmen zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen haben. Zu dieser Einschätzung gelangen sowohl das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) als auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW).

Der Makrokalender startet diese Woche recht üppig. So erwarten uns morgen die Zahlen zum deutschen ZEW-Index und die Notenbanksitzung der japanischen Nationalbank. Am Donnerstag folgt die Veröffentlichung des EZB-Protokoll vom Dezember. Ansonsten sind es natürlich die Quartalszahlen der Unternehmen in den USA, die mit Spannung erwartet werden. Währen City Group und Wells Fargo am vergangenen Freitag bereits den inoffiziellen Start zur Q4-Berichtssaison gaben, folgen diese Woche weitere Unternehmen u.a. Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Bis diesseits des Atlantiks die Berichtssaison ebenfalls auf Touren kommt, wird es allerdings noch dauern.

14.01.2022
Ölpreis mit rasanter Erholung

Nachdem der Ölpreis aufgrund der Omikron-Variante bis auf 65 US-Dollar eingebrochen ist und die Ölnachfrage deutlich abgebremst wurde zeichnet sich am Ölmarkt eine dynamische Erholung ab. Die OPEC zeigt sich in Sachen Ölproduktion eher restriktiv und hinkt den Förderzielen weiterhin hinterher. Die Analysten der LBBW prognostizieren ein Abflachen der jüngsten Öl-Hausse, da die weltweite Ölnachfrage in 2022 zurückgehen dürfte. Zugleich geht die LBBW von einer Ausweitung der Fördermengen der OPEC+ und den USA aus. Hieraus könnte ein Angebotsüberschuss entstehen welcher Preise um 75 USD für die Sorte Brent rechtfertigen könnte.

 

Heute stehen nochmals Konjunkturdaten im Fokus. Für Deutschland werden BIP-Zahlen erwartet. Außerdem stehen in den USA die US-Einzelhandelsumsätze für Dezember an. Den Abschluss macht heute das US-Verbrauchervertrauen bevor die Märkte in das Wochenende gehen.

13.01.2022
US-Inflation steigt im Dezember auf 7 %

Wie bereits vorgezeichnet hat die Inflation in den USA weiter an Fahrt gewonnen. Nach aktuellen Meldungen zufolge ist die Inflation auf 7,0% gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Waren und Dienstleistungen in den USA sind damit so teuer wie seit Juni 1982 nicht mehr. Überraschend in diesem Zusammenhang ist, dass die Preissteigerung nicht nur auf die Energiepreise zurückzuführen ist, sondern auch durch andere Faktoren getrieben wird. Flugtickets, Kraftfahrzeuge und Bekleidung sind zusätzliche Preistreiber. Diese Entwicklung ist auch im starken Anstieg der Kernrate verkörpert, die von 4,9% auf 5,5% ansteigt.

Die Bafin spricht sich für höhere Krisenpolster aus und weist Banken an aufgrund gestiegener Risiken im Finanzsystem die Kapitalpuffer zu erhöhen. Inwieweit Banken einen Spielraum haben diese Anforderung in einer kritischen Zeit umzusetzen bleibt abzuwarten. Die Empfehlung lautet den antizyklische Kapitalpuffer von aktuell 0% auf 0,75% anzuheben. Außerdem muss ein zusätzlicher Puffer bei Wohnimmobilienkrediten hinterlegt werden. Diese Neuerung könnte zu einer restriktiveren Kreditvergabe führen.

 

12.01.2022
Fed-Chef Powell beruhigt die Märkte

Erste Stabilisierungsversuche am Aktienmarkt laden zu Zukäufen ein. Nachdem die weltweiten Aktienmärkte zu Jahresbeginn eine ausgeprägte Korrektur hingelegt haben, sind Investoren wieder bereit Investitionen zu tätigen. Der Dax legte gestern um 1,1% zu und der Nasdaq sogar um 1,4%. Sollte sich auf diesen Bewertungsniveaus kein Boden ausbilden könnte sich tatsächlich ein schwacher Jahresstart 2022 abzeichnen. Problematisch ist weiterhin der Inflationsanstieg in den USA einzuordnen. Hier könnten bald Werte von 7% erreicht werden, was die US-Notenbank vor eine große Herausforderung stellt. Auf der einen Seite möchte die US-Notenbank restriktiver werden, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Auf der anderen Seite möchte die US-Notenbank verhindern dabei die Wirtschaft abzuwürgen.

Inmitten dieser turbulenten Zeit senkt die Weltbank den Ausblick der BIP-Prognosen für 2022 von 4,3% auf 4,1%. Als Hauptgrund führt die Weltbank allgemeine Unsicherheiten in Verbindung mit dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie an. Vor allem die Omikron-Variante schafft Unsicherheit auf Unternehmensebene. Die Downside-Risiken sind damit gestiegen, was im Umkehrschluss zu einer niedrigeren BIP-Prognose führt. Nicht außer Acht lassen dürfen wir zudem, dass die Verschuldungsniveaus der Länder inzwischen auf Rekordhochs sind.  

11.01.2022
Was macht die Fed?
Was macht die Fed?

Der Euro befindet sich auf einer Achterbahnfahrt. Am vergangenen Freitag kletterte der EUR zum USD noch auf 1,1365, um zu Wochenbeginn von diesem Niveau aus zu fallen. Anleger befürchten in den USA einen stark anhaltenden Inflationsanstieg. Eine straffere Geldpolitik ist ebenfalls zu erwarten. Diese Störfaktoren wirken sich auch unmittelbar auf den Aktienmarkt aus. Zu Wochenbeginn schlossen die Aktienindizes tiefrot. Die Sorgen der Anleger sind weiterhin hoch. Der Jahresverlauf ist damit kaum abzuschätzen. 

Die Anspannung am Immobilienmarkt aufgrund hoher Rohstoffpreise ist inzwischen zu jedem Vorgedrungen. Trotzdem verdeutlicht die neuste Statistik zu Neubau Wohngebäuden in Deutschland wie kritisch die Lage ist. Im November 2021 gegenüber dem Vorjahr sind die Baupreise für Wohngebäude um 14,40% gestiegen, was dem stärksten Anstieg seit 51 Jahren entspricht. Leisbares Wohnen wird damit für viele Familien immer schwieriger und stellt unsere Gesellschaft vor eine große Herausforderung. 

10.01.2022
Ernüchterung kehrt wieder ein

Die Sorgen steigen wieder, zumal sich der US-Arbeitsmarkt in einem schlechteren Zustand präsentiert als erwartet. Dies offenbart der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember, bei dem rund 199.000 Stellen weniger geschaffen wurden als prognostiziert. Die Arbeitslosenquote hingegen ist etwas weiter abgesunken und notiert aktuell bei 3,9% im Dezember (4,2% im November). Damit könnte die US-Notenbank gezwungen sein die ersten Zinserhöhungen noch rascher umzusetzen. Auf diese Negativschlagzeilen hin bewegten sich relevante Aktienindizes in den USA wie der Dow Jones, S&P 500 und der Nasdaq 100 Richtung Süden und schlossen den Handelstag im Minus ab.

An anderer Stelle geht es ebenfalls turbulent zu. Das Fass Rohöl verteuert sich inzwischen auf 83 US-Dollar und klettert auf die Hochs aus November. Grund hierfür ist das weiterhin knappe Angebot sowie die Tatsache, dass die OPEC in Sachen Ölproduktion hinter ihren Förderzielen zurückliegt. Die Analysten der LBBW gehen aktuell davon aus, dass die Ölnachfrage in 2022 stagnieren könnte und damit das Ende von starken Verteuerungen in Sicht ist. Sollten die OPEC+ und die USA die Förderausweitungen im laufenden Jahr durchsetzen dürfte ein Angebotsüberschuss am Ölmarkt entstehen.

07.01.2022
Zittriger Jahresauftakt

Die Finanzmärkte versuchen wie üblich angestrengt, sich einen Reim auf das Zahlenwerk zur US-Beschäftigung zu machen, ebenso wie die Entscheider in der US-Notenbank. Das Protokoll zur jüngsten FOMC-Sitzung vom Mittwoch besagt, dass in den Vereinigten Staaten dieses Jahr durchaus vier Leitzinsanhebungen um jeweils 25 Basispunkte möglich sind. Darüber hinaus mag die Fed-Bilanz ab dem zweiten Halbjahr per Saldo schrumpfen. Im Verlaufe der ersten Handelswoche 2021 sind die Langläufer-Renditen per Saldo gestiegen, bei den Bunds im Zehnjahresbereich bislang um gut zehn Basisunkte, bei den US-Treasuries um etwas mehr als 20 Basispunkte. Der DAX hat, nach Avancen vor dem Dreikönigstag in Richtung neues Allzeit-Hoch, gestern nach unten abgedreht: kein gelungener Jahresauftakt. Aufwärts geht es demgegenüber beim Rohöl. Der Preis für ein Fass Brent liegt wieder oberhalb von 82 US-Dollar!

Am Montag werden Vertreter der Vereinigten Staaten und Russlands miteinander reden. Für Dienstag steht eine Runde zwischen der NATO und Russland an. Gesprächsgegenstand jeweils: die Ukraine. Moskau droht militärisch, der Westen mit dem Ausschluss Russlands aus dem SWIFT-System. Auch sinkt für Nord Stream 2 aktuell die Wahrscheinlichkeit für eine schnelle Inbetriebnahme. Just zu dieser Zeit fühlt sich Wladimir Putin genötigt, einem weiteren Kleptokratenregime zu Hilfe zu eilen, der Regierung in Kasachstan. Nach anfänglich ökonomischen Forderungen aus der Bevölkerung ging es dort schnell: politische Forderungen, dann Gewalt, dann eine Truppenentsendung durch benachbarte Despotenstaaten unter Führung Russlands. Putin will aktuell eine zweite Front der Aufmerksamkeit neben der Ukraine mit allen Mitteln unterbinden und Stärke demonstrieren.

05.01.2022
Freundlicher Jahresstart hat weiter Rückenwind

Die freundliche Handelstendenz der ersten Januarwoche 2022 setzt sich fort. Auch heute Morgen notieren die europäischen Aktienmärkte fast ausschließlich im Plus. Der deutsche DAX40 hat seit seinem Zwischentief vom 20. Dezember wieder 1.000 Punkte zugelegt und damit die Rekordmarke von 16.290 Punkten ins Visier genommen. Zu den stärksten Gewinnern gehört Daimler, dessen neuer Prototyp „VISION EQXX“ eine rekordverdächtige Reichweite bei geringem Energieverbrauch verheißt. Ebenfalls kräftig im Plus: Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF, der ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 5% des Grundkapitals bekanntgab.

Makroseitig haben uns gestern die Zahlen des ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in den USA erreicht. Dieser sank auf 58,7 Punkte und damit auf seinen niedrigsten im Jahr 2021. Anfang November stand er noch bei 61,1 Punkten. Morgen folgen dann die Zahlen des ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe. Weitere Nachrichten kommen von den OPEC+ Staaten, welche den vereinbarten Kurs fortsetzen möchten. So soll im Februar die Fördermenge um weitere 400.000 Barrel erhöht werden. Damit produziert die OPEC+ weiterhin rund 3 Mio. Barrel weniger als möglich wäre. Der Preis für ein Fass Brent-Rohöl überwand gestern daraufhin die 80-Dollar-Marke, den höchsten Stand seit November.

04.01.2022
Mit Schwung ins neue Börsenjahr 2022

Der Wochenstart zum neuen Jahr ist börsentechnisch mit einem freundlichen Start geglückt. Der Jahreswechsel sorgte für frischen Wind und schob den DAX sogleich über die 16.000-Punkte Marke. Insgesamt zeigten sich alle europäischen Märkte recht positiv. Der EuroStoxx 600 notiert heute Morgen bei rund 0,40 % im Plus. Auch jenseits des großen Teichs ein ähnlich zufriedenstellendes Bild. Der Dow Jones sowie der breiter gefasste S&P 500 gewannen jeweils rund 0,6% und notierten in der Nähe ihrer jeweiligen Rekordhochs. Indes durchbrach Apple beim Börsenwert als erstes Unternehmen weltweit die Schallmauer von drei Billionen US-Dollar. Damit erreichte die Marktkapitalisierung mehr als die jährliche Wirtschaftsleistung Großbritanniens und etwas weniger als diejenige Deutschlands.

Beim erstmaligen Blick auf den Makrokalender zeigt sich, dass sich die Stimmung der Verbraucher eingetrübt hat. So lautet derzeit die Einschätzung des deutschen Handelsverbandes (HDE). Grund dafür – wie zu erwarten – ist die Omikron-Variante. Es wird mit einer getrübten Stimmung im Quartal des neuen Jahres gerechnet. Daher dürfte sich der private Konsum eher verhalten entwickeln, da es in der Zeit nach Weihnachten an zugkräftigen Konsumanlässen fehlt. Zudem werde sich das Infektionsgeschehen wohl erst bei steigenden Temperaturen im Frühjahr beruhigen. Für Februar dürfte sich das Konsumbarometer laut HDE weiter eintrüben, da die befragten Verbraucher die jüngsten Entwicklungen und neuesten Einschränkungen bisher noch nicht voll berücksichtigt hätten.

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Hierbei handelt es lediglich um allgemeine Marktinformationen. Diese wurden von der Hypo Vorarlberg erstellt und beruhen auf allgemein zugänglichen öffentlichen Informationen, welche die Hypo Vorarlberg als zuverlässig erachtet. Die in dieser Publikation enthaltenen Empfehlungen sind nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt worden und unterliegen auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

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