Börsen & Märkte

Hypo Börsenblick

02.09.2019
Zwei Drittel von 2019 - ein Zwischenstand

Zwei Drittel des Jahres sind rum, Zeit für eine kleine Bestandsaufnahme: Die übergeordneten Krisenherde Brexit und Handelsstreit sind weiterhin akut. Vor allem der Zollkonflikt kristallisiert sich mehr und mehr als langfristiger Schlagabtausch zwischen zwei Großmächten heraus, der in der zweiten Reihe der Volkswirtschaften ebenfalls zu einer Neujustierung der Handelspolitiken führt. Trend hierbei: Country First. Der Einfluss auf die harten makroökonomischen Zahlenwerke ist real und treibt die Weltkonjunktur in eine Wachstumsschwäche, die zuerst bei Handelsnationen wie der Bundesrepublik zuschlägt. Man sollte sich von den situativ positiven Einwertungen des US-Präsidenten hinsichtlich einer Einigung auch nicht täuschen lassen. Ebenso stellen sich die Chinesen in ihrer, nennen wir es mal Volkskommunikation, auf eine Langfristigkeit des Konflikts ein. Im Falle des britischen Jahrhundertexperiments zeichnet sich ein Showdown ab. Boris Johnson will am 31. Oktober raus, und vielleicht sollte man seinen Drang und die Kreativität bei der Verfolgung dieses Ziels nicht unterschätzen. Aufgrund der unverhofften Parlamentsferien bleiben nur wenige Tage für ein Misstrauensvotum. Und dieses muss erst mal gelingen, um einen Hard Brexit zu verhindern.

Die Kapitalmärkte befinden sich im Risk-off-Modus. Guter und einfacher Indikator hierfür: der Goldpreis, der seit Jahresanfang fast 20% zulegte. Zudem erfreuen sich Staats- und Unternehmensanleihen reger Nachfrage. Die Rendite deutscher Bundesanleihen liegt bis 30 Jahre nicht nur unter Null, sondern unter Minus 0,2%. Das, sagen wir mal semi-stabile Italien, muss nur noch 1% für zehnjährige zahlen und die US-Kurve ist invers. Auch so manches Unternehmen kann bereits Bonds zum Nulltarif ausgeben, die Emissionstätigkeit zieht nach einem kurzen Sommerloch wieder an. Bei risk-off würde man nun eigentlich eine Aktienschwäche vermuten. Dies trifft auf die letzten Monate auch zu, immerhin verlor der DAX von seinem Jahreshoch Anfang Juli von 12 568 Punkten in der Spitze rund 8%. Allerdings steht im deutschen Leitindex mit Blick auf den Jahresanfang immer noch ein historisch überdurchschnittliches Plus von 13% zu Buche.

30.08.2019
Neue Gespräche im Handelsstreit?

Die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit ist zurück und führte gestern zu einer Erholung an den Aktienmärkten in Europa und den USA. Pekings Handelsminister hatte verlautbart, dass über eine Abschaffung der neuesten Handelszölle diskutiert werden solle.
Hierzu könnte eine neue Gesprächsrunde in den USA im September stattfinden.

Auch Italien profitiert vom Renditerückgang in Europa. Trotz der innerpolitischen Probleme erreichte die Rendite der 10-jährigen italienischen Staatsanleihen gestern mit dem Fall unter die Marke von 1,0% ein neues Rekordtief. Damit reagierten die Märkte erleichtert auf die die Einigung zwischen 5-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten auf eine Regierungsbildung unter der Führung des bisherigen Ministerpräsidenten Guiseppe Conte, durch die Neuwahlen vermieden werden konnten.

29.08.2019
Das R-Wort geht wieder um!

Die italienischen Sozialdemokraten (PD) haben in den Sondierungen mit der Fünf-Sterne-Bewegung Giuseppe Conte als neuen alten Ministerpräsident akzeptiert und somit die Möglichkeit einer neuen Regierungsbildung in Rom ermöglicht. 

Der Wirtschaftswissenschaftler Arturo Estrella aus den Vereinigten Staaten erkannte historisch gesehen als erster Ökonom den Zusammenhang von Zinskurve und Konjunkturzyklus. In einer Nachricht an den Nachrichtensender CNBC verkündete der frühere Wirtschaftsprozessor das die invertierte Zinslage zu einer Rezession führen könnte.   

28.08.2019
Wer stoppt Trump, Johnson und Salvini?

Donald Trump dürfte das Vertrauen der Chinesen allmählich aufgebraucht haben. Während des G7-Gipfels signalisierte Trump Hoffnung im Handelskonflikt. Doch mit seiner Darstellung die Chinesen als „verhandlungsverzweifelt“ zu bezeichnen hat er nur wenig gefallen gefunden. Eine Verhärtung der Fronten ist zu erwarten.

Neuwahlen dürften in Italien vorerst abgewendet sein. Bis zum heutigen Abend sollten weitere Informationen zur Regierungsbildung in Italien an die Öffentlichkeit gelangen.

27.08.2019
Rezessionsängste nehmen zu

Das ifo Geschäftsklima für Deutschland ist erneut gesunken und auf einen Stand von 94,3 Punkten gefallen. So schwach hatte sich das ifo Geschäftsklima zuletzt im November 2012 gezeigt. Damit hat sich die Industrieschwäche auf die Wirtschaft als Ganzes ausgeweitet.

Die EZB steht nach den neusten Wirtschaftsmeldungen gehörig unter Druck. In ihrer Sitzung am 12. September werden bereits umfassende Lockerungen erwartet. Zu welchen konjunkturellen Maßnahmen die EZB greifen möchte ist bislang nicht veröffentlicht worden.

26.08.2019
Erneute Eskalation im Handelskonflikt

Die Börsenmärkte bleiben volatil. Zum Ende der Woche brachte der US-Notenbank-Präsident vorerst keine neuen Erkenntnisse zur Geldpolitik. Allerdings facht der Zollstreit zwischen China und den USA erneut auf und führte die Wall Street in ein deutliches Minus.

Der ifo Geschäftsklimaindex steht im Fokus. Um 10:00 Uhr blicken die Marktteilnehmer gespannt nach München. Die Analysten der LBBW erwarten einen Indexstand von 94,5 Punkten nach 95,7 im Vormonat.

23.08.2019
Erst Jackson Hole, dann Biarritz

Die Konferenz der Notenbanker in Jackson Hole ist gestartet. Die Marktteilnehmer erwarten mit Spannung die Rede von Fed-Chef Jerome Powell. Dieser wird um 16 Uhr MESZ erste Einblicke in die Diskussionsrunde geben.

Ab morgen startet der G7-Gipfel in Frankreich. Zu den Kernthemen bei dem bis zum Montag andauernden Treffen dürften unter anderem der Irankonflikt sowie handels- und wirtschaftspolitische Fragen gehören.

22.08.2019
Geldpolitiker im Fokus

Deutschland emittiert erstmals eine Anleihe im ultralanglaufenden 30-Jahre Segment mit einer negativen Rendite. Anleger zahlen sinngemäß über drei Jahrzehnte hinweg dafür, dass sie Deutschland ihr Geld bis 2050 überlassen.

Alle Augen richten sich auf die Konferenz in Jackson Hole. Offensichtlich diskutiert der geldpolitische Rat über eine Senkung der US-Leitzinsen i.H.v, 50 Basispunkten.

21.08.2019
Attentismus vor Jackson Hole

Gestern kündigte Ministerpräsident Conte seinen Rücktritt an, um einem Misstrauensvotum durch die Lega zuvor zu kommen. Italien bleibt damit der Unruheherd für die Eurozone. Sowohl die Regierungsbildung, als auch der Haushaltsstreit könnte die Kapitalmärkte beschäftigen.

Bis Jahresende erwarten die Anleger mindestens zwei weitere Zinssenkungen. Ausschlaggebend für die Größe der Zinsschritte dürfte unter anderem die Notenbank-Konferenz in Jackson Hole sein.

20.08.2019
Wichtige Weichenstellungen in Italien erwartet

Es wird immer wahrscheinlicher, dass sich der parteilose Ministerpräsident Conte dem von Salvini geforderten Misstrauensvotum stellen muss. Die Analysten der LBBW gehen aus heutiger Sicht davon aus, dass Conte ein solches Misstrauensvotum verlieren würde und damit Neuwahlen bevorstehen könnten.

Sollte es zu Neuwahlen kommen, dürften die Rechtspopulisten die Oberhand gewinnen und Möglichkeiten bekommen, eine absolute Mehrheit im Parlament aufzubauen.

Rechtshinweis

Hierbei handelt es lediglich um allgemeine Marktinformationen. Diese wurden von der Hypo Vorarlberg erstellt und beruhen auf allgemein zugänglichen öffentlichen Informationen, welche die Hypo Vorarlberg als zuverlässig erachtet. Die in dieser Publikation enthaltenen Empfehlungen sind nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt worden und unterliegen auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

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