Inflation und Energiemärkte
Den gestern veröffentlichten Daten zufolge stiegen die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten im Februar um 2,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Analysten gehen davon aus, dass dieser Wert aufgrund der aktuellen Entwicklungen vorerst einen Tiefpunkt markieren könnte. Es wird erwartet, dass die Inflationsrate in den USA in nächster Zeit wieder ansteigen wird, was vor allem auf die jüngsten Preissteigerungen bei Erdgas und Kraftstoffen zurückzuführen ist. Der Konflikt im Nahen Osten beeinflusst die Rohstoffmärkte spürbar, wobei die Finanzmärkte insbesondere die Versorgungslage bei Rohöl und Gas im Blick behalten.
Lage in der Straße von Hormus
Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus ist derzeit mit erheblichen Risiken verbunden. Berichten zufolge kommt es zu Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs und Angriffen auf Tanker vor der irakischen Küste. Als Reaktion darauf wird die Eskortierung von Handelsschiffen bei der Passage der Wasserstraße vorbereitet. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Sicherheit der wichtigen Handelsroute zu stabilisieren.
Maßnahmen der Energiepolitik
Angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen im November rückt die Inflationsentwicklung verstärkt in den Fokus der US-Politik. Um dem Preisdruck entgegenzuwirken, haben sich die 32 Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA) auf die Freigabe von insgesamt 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven geeinigt. Diese Menge entspricht rechnerisch etwa dem weltweiten Bedarf von vier Tagen bzw. könnte die Ausfälle in der Straße von Hormus für etwa zwanzig Tage kompensieren. Eine Prognose über die Dauer des militärischen Konflikts lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Am Rohölmarkt überschritt der Preis für Brent-Öl am Morgen erneut kurzzeitig die Marke von 100 US-Dollar, während die asiatischen Aktienmärkte unter Druck gerieten.
Konjunkturdaten und US-Immobilienmarkt
Trotz der Dominanz geopolitischer Themen bleiben die anstehenden Konjunkturdaten für die wirtschaftliche Einschätzung relevant. Aktuelle Zahlen zum US-Wohnungsbau zeigen eine verhaltene Entwicklung: Sowohl die Neubaubeginne als auch die Baugenehmigungen weisen im längerfristigen Trend nach unten. Diese rückläufige Tendenz ist bereits seit dem Frühjahr 2022 zu beobachten; seither hat die Bautätigkeit in den USA spürbar abgenommen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die gesunkene Erschwinglichkeit von Wohnraum für Durchschnittshaushalte, was im Hinblick auf die politische Stimmung vor den Wahlen als bedeutender Faktor gewertet wird.