Trump wiederholt bekannte Aussagen
Donald Trump wandte sich gestern Abend in einer Fernsehansprache an die Nation. Dabei wiederholte er seine zuletzt häufig zu hörende Linie, wonach der Iran wirtschaftlich und militärisch dezimiert sei und die USA in Kürze ihre militärischen Ziele erreicht haben würden. Zugleich schob er erneut jenen Staaten die Verantwortung zur Sicherung der Straße von Hormus zu, die von dieser am meisten abhängig sind. Die USA seien bereit zu unterstützen, würden aber nicht die Führung übernehmen. Großes Lob gab es für die alliierten Golfstaaten in der Region sowie für Israel. Die USA würden nicht zulassen, dass diese Staaten in irgendeiner Weise scheitern würden.
Eine Eskalation scheint damit mit Blick auf die zunehmende US-Truppenpräsenz in der Region weiterhin nicht vom Tisch. Und auch an den Börsen scheint die Rede weniger gut angekommen zu sein. Nach einer Fortsetzung der Börsenerholung gestern stehen die Börsen in Asien heute wieder unter Druck. Neben dem koreanischen KOSPI (-4,2 %) wiesen der japanische Nikkei 225 (-2,2 %) und der indische Nifty 50 (-2,0 %) das größte Minus auf. Ebenso signalisieren die europäischen und die US-Futures einen roten Start in den Tag. Die Ölpreise sind im Steigen begriffen. Der Juli-Kontrakt für Brent-Rohöl lag zuletzt mit fast 108 USD um 7 % über dem Vortagesniveau.
Stimmungsindikatoren in Asien
Nachdem zu Beginn der Woche die Stimmungsindikatoren in der europäischen Wirtschaft im Vordergrund standen, meldeten gestern auch zahlreiche asiatische Länder die Einkaufsmanagerindizes für die Industrieentwicklung im Monat März. Wenig überraschend waren auch dort die Störungen der Lieferketten sowie die global steigenden Energiepreise die zentralen Belastungsfaktoren. In China stiegen die Inputpreise laut dem privat erhobenen RatingDog PMI auf den höchsten Stand seit März 2022. In Indien rutschte der Einkaufsmanagerindex der Industrie deutlich auf 53,8 Punkte ab - der niedrigste Wert in über vier Jahren. Und auch in Japan trübte sich die Stimmung ein, wobei der PMI um 1,4 Punkte auf 51,6 Punkte sank. Südkorea, Malaysia und Thailand konnten hingegen eine überraschend starke Dynamik vorweisen. Die bis in den März hinein robuste Nachfrage aus dem Elektroniksektor dürfte hier vorerst als Puffer gegen die geopolitischen Verwerfungen fungiert haben. Doch auch für diese Volkswirtschaften gilt: Die weitere konjunkturelle Entwicklung steht und fällt mit der Lage im Nahen Osten.
US-Arbeitsmarktbericht im Fokus
Während der Datenkalender heute eher dünn ausfällt (mit der Veröffentlichung der US-Handelsbilanz für Februar als wichtigstem Ereignis), steht zum Abschluss der verkürzten Handelswoche morgen noch der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat März an. Nach einem starken Rückgang der Beschäftigung in Höhe von 92.000 dürfte im März wieder ein Stellenzuwachs verzeichnet worden sein. Die LBBW erwartet einen Anstieg um 75.000 Jobs. Die Arbeitslosenquote dürfte dennoch leicht auf 4,5 % gestiegen sein (zuvor: 4,4 %).