Japans Preisentwicklung schwächte sich im Juni weiter ab

In Japan gerät die Notenbank wegen der schwachen Preisentwicklung zunehmend unter Druck. Da die Inflationsrate im Juni auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren gefallen ist, setzen einige Investoren bereits auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik.

Experten sehen allerdings noch keinen schnellen Handlungsbedarf, zudem sind die Mittel der Notenbank wegen der bereits seit Jahren extrem expansiven Geldpolitik limitiert.

Die Kernrate der Inflation, bei der schwankungsanfällige Preis für frische Nahrungsmittel herausgerechnet werden, stieg im Juni um 0,6 Prozent. Im Mai war dieser Preisindex noch um 0,8 Prozent gestiegen. Der Anstieg im Juni war der niedrigste Wert seit Juli 2017. Experten hatten allerdings mit einem Rückgang auf diesen Wert gerechnet. Die japanische Notenbank peilt eigentlich einen Anstieg der Inflation um zwei Prozent an. Japan weist jedoch seit vielen Jahren eine ungewöhnlich schwache Preisentwicklung auf, was die Wirtschaftsentwicklung belasten kann.

Die Währungshüter versuchen deshalb seit langem, die Inflation mit einer extrem lockeren Geldpolitik an die Zielmarke zu bringen. Allerdings haben sie mittlerweile einen Zeitplan zur Erreichung des Ziels aufgegeben. Die Notenbank steckt allerdings in einer schwierigen Lage. Da sie bereits das Arsenal an Maßnahmen zur Lockerung weitestgehend ausgeschöpft hat, dürfte es ihr schwerfallen, die Inflation mit neuen Schritten anzukurbeln.

Die früher zur Notenbank gehörende Expertin Sayuri Shirai sagte zu Bloomberg TV, dass die schwache Preisentwicklung kein geldpolitisches Thema sei, sondern auf strukturelle Probleme zurückgehe. Die Bloomberg-Expertin Yuki Masujima geht zudem davon aus, dass die Preisentwicklung im Juni zwar schwach war, aber nicht schwach genug, um bald weitere geldpolitische Schritte einzuleiten.

Quelle: © APA - Austria Presse Agentur eG. Alle Rechte vorbehalten.

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