Börsen & Märkte

Hypo Börsenblick

07.05.2021
Impfstoffpatente unter Beschuss

Die Diskussion um den Patentschutz für Corona-Impfstoffe nimmt an Fahrt auf. Infolge gingen die Kurse von Impfstoff-Herstellern weiter in die Knie. Die zeitliche Aussetzung des Patentschutzes soll die Versorgung mit Impfstoffen verbessern. Große Pharmafirmen hingegen fürchten sich vor einem solchen Schritt, denn die Impfforschung ist aufwendig und teuer.

Die Bank of England hat den Leitzins wie erwartet unverändert gelassen und nimmt auch keine Änderung beim Ankaufprogramm von Anleihen vor. Überraschend hingegen kam die Ankündigung das wöchentliche Ankaufprogramm etwas abzusenken. Damit könnte die Signalwirkung entstehen, dass die Währungshüter die geldpolitischen Zügel etwas straffen. So entsteht eine neue Tapering-Diskussion an verschiedenen Orten wie in Kanada oder Norwegen.

03.05.2021
„Red Hot Economy“

Finanzministerin Janet Yellen versuchte vor dem Hintergrund der Inflationsängste an den US-Märkten, diese am Wochenende zu beruhigen. Sie erklärte, dass das Infrastrukturprogramm von Biden über eine sehr lange Zeit gestreckt werde. Die Fed werde die Inflationsentwicklung zudem genau beobachten und entsprechend reagieren, sollte sich eine ungewünschte Entwicklung abzeichnen. Warren Buffet spricht indes von einer „Red Hot Economy“ deren Inflationsrate schneller steigen wird als erwartet. LBBW-Analysten sehen aufgrund der Nachholeffekte und des Infrastrukturprogramms die Inflationsrate bei 2,6% im Jahr 2021. Gleiches erwarten die Analysten in Europa. Hier dürfte die Inflationsrate ebenfalls nachhaltig anziehen.

Die BIP-Quartalszahlen für Deutschland zeigen, dass die Wirtschaft im ersten Quartal 2021 um 1,7% gegenüber dem vierten Quartal 2020 geschrumpft ist. Der Rückgang fiel damit niedriger aus als erwartet. Die voranschreitenden Impfungen könnten zusätzlich dazu beitragen, dass das zweite Quartal mit deutlich besseren Wachstumszahlen rechnen dürften. Analysten der LBBW rechnen hier mit einem BIP-Anstieg von 2,5%.

30.04.2021
Viel los am Monatsende

Die Angst vor einer hohen Inflation dürfte spätestens seit gestern erneut entflammt sein. Die Verbraucherpreise legten in Deutschland für April um 2,0% zum Vorjahr zu und damit steht erstmals seit genau zwei Jahren wieder eine Zwei vor dem Komma der Preissteigerungen. Konsumenten spürten den Anstieg vor allem durch die gestiegenen Energiepreise. In den USA zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Das erste Quartal 2021 dürfte ggü. dem Vorquartal um 6,7% wachsen. Damit werden aller Voraussicht nach zahlreiche Expertenmeinungen übertroffen. In einigen Bundesstaaten kehrt nach Lockerungen Normalität ein, was unter anderem in der Konsumlaune zu spüren ist.

Am letzten Handelstag dieser Woche erwarten uns Inflations- und BIP-Daten aus Deutschland sowie dem Euroraum. Sowohl für Deutschland als auch Europa erwarten die Analysten der LBBW einen Rückgang der Wirtschaftsleistung zum Vorquartal. Gemessen daran wird eine wirtschaftliche Abkopplung von Europa zu den USA deutlich.

29.04.2021
FED hält ihren Kurs

Die US-Notenbank FED hat im Rahmen ihrer gestrigen Sitzung entschieden, keine Änderungen an ihrem Zielband vorzunehmen. So bleibt der Tagesgeldsatz bei 0,00% bis 0,25%. Das Ankaufvolumen von US-Treasuries bleibt bei 80 Mrd. US-Dollar pro Monat. Eine Verringerung wird erst ins Auge gefasst, wenn erhebliche Fortschritte im Sinne der Geldpolitischen Ziele erzielt werden. Die diesbezügliche Lage schätzt die FED indes optimistischer ein als noch im März diesen Jahres. Der Impffortschritt und die starke Wirtschaftsaktivität sowie der zunehmende Beschäftigungsgrad sind für die FED positive Resonanzen. Letzterer [der Beschäftigungsgrad] muss jedoch noch «(…) weiter zunehmen, damit die FED von einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft überzeugt ist», so die Analysten der LBBW.

Die Zahlen des US-BIP zum ersten Quartal 2021 werden heute veröffentlicht. Der private Konsum könnte dazu beitragen, dass sich das BIP sehr positiv entwickelt. Darüber hinaus sind die Ausrüstungsinvestitionen im zweistelligen Bereich gewachsen. Sollte die positive Entwicklung des BIP in den USA anhalten, könnten Wachstumswerte von 7,5% für das Gesamtjahr 2021 erreicht werden.

27.04.2021
Kaum Marktbewegung vor Fed-Sitzung

Die Konjunkturnachrichten sind derzeit etwas ernüchternd. Der vom deutschen Ifo erhobene Geschäftsklimaindex kletterte in der jüngsten Umfrage von 96,6 Punkten auf 96,8 Punkte für den Monat April. Die ÖkonomInnen hatten zuvor mit stärkeren Ergebnissen gerechnet. Der Dämpfer wird in der wütenden dritten Infektionswelle und in Engpässen der Vorproduktion vermutet, so die Angaben der LBBW-Analysten.

Auch in den USA lagen die gemessenen Auftragseingänge für den Monat März hinter den Erwartungen zurück. Sie legten um magere 0,5% zu. Die Analysten der LBBW bleiben jedoch bei ihrer Prognose für das Wirtschaftswachstum in den USA und halten die Wachstumsrate von 10% für das dortige BIP weiterhin für wahrscheinlich. Der Devisenmarkt hat derzeit keine Neuigkeiten zu bieten. Der Euro verharrt gegenüber dem USD bei 1,20. Renditen für Bundesanleihen treten ebenfalls auf der Stelle.

26.04.2021
Risk-On Stimmung nimmt ab

Der Dax verliert im Zuge der wiederholten Lockdown-Maßnahmen an Elan. Am Freitag verlor der Index zwischenzeitlich ca. 1% und setzte zum Handelsschluss den Boden bei 0,27% im Minus. Der aggregierte Einkaufsmanagerindex in Deutschland verliert ebenfalls ein wenig und liegt aktuell bei 56,0 Punkten. Dennoch liegt der Wert über der wichtigen 50-Punkte Marke. Die Industrie läuft nach wie vor auf Hochtouren mit 66,4 Punkten, aber wie zu erwarten, leidet der Dienstleistungssektor im April stark und kratzt kläglich an der 50er Marke. In den USA drückte zunächst die angekündigte Erhöhung der Unternehmenssteuer auf die Stimmung des S&P 500. Aber auch hier zum Handelsschluss der Wert wieder im Plus. Dennoch erkennbar: Die Abnahme der Risk-On Stimmung. Dies zeigt sich in der Kombination aus tiefem Goldpreis, hohen Sentimentwerten und Spekulationstendenzen in Risikoassets, allen voran am Krypto-Markt.

Stichwort Krypto: Die Spekulanten erleben hier derzeit eine Talfahrt. Seit letzter Woche verloren die Digitalwährungen deutlich im Preis. Allerdings ist hier anzufügen, dass Kursschwankungen von 20% in diesem Markt keine Seltenheit sind. Diesmal hat der Ausverkauf allerdings einen offensichtlichen Grund (nicht immer der Fall im Krypo-Markt), nämlich die geplante Kapitalsteuererhöhung der Biden-Administration.

23.04.2021
Wenig Impulse

Wie bereits gestern im Vorfeld angenommen, folgten auf das Treffen der europäischen Zentralbank wenige Impulse. Erwartungsgemäß bleiben der Leitzins und die Anleihenankaufprogramme unverändert. Aus Sicht der Marktakteure betrachtet, wird dieser Entscheid sicher begrüßt. Die Peripherie um das geldpolitische Geschehen bietet bereits genügend Spannung, sodass die gewohnte Langeweile der EZB eine erfreuliche Konstante darstellt. Am gestrigen Nachmittag drehten Dax und Euro (ggü. USD) ins Plus. Neue Steuerpläne der US-Regierung sorgten für schwächer tendierende Märkte in den USA.

Die Einkaufsmanagerindizes für den April (vorläufige Werte) stehen auf der heutigen Agenda. Analysten der LBBW gehen für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone von einem leichten Rückgang aus. Im Dienstleistungssektor liegen die Indizes momentan nahe der Wachstumsschwelle von 50 Punkten (Werte darüber bedeuten konjunkturellen Aufschwung). In diesem Sektor gehen die Analysten von einem leichten Anstieg aus.

22.04.2021
Mittwoch Rebound

Der Wochenbeginn war vergleichsweise (im Gegensatz zu den vorherigen Wochen) schwach. Gestern starteten die Märkte dann ihren Erholungskurs. Gerade Growth-Titel hatten Rückenwind. Auch im asiatischen Raum legten die Indizes dann nochmal etwas zu. Es war ein klassisches „Buy the Dip Szenario“, das wir sowohl in den USA als auch in Asien erlebten. Der Ölpreis gab in der Zwischenzeit leider zum dritten Tag in Folge nach. Hierbei spielen die Infektionszahlen in Japan und Indien wahrscheinlich eine erhebliche Rolle. Auch der Lageraufbau ist vermutlich auf den Preisdruck im Öl zurückzuführen.

Die EZB hält heute ihre Ratssitzung und entscheidet über die Geldpolitik im Euroraum. Das Ergebnis scheint vom Markt schon antizipiert worden zu sein. Demnach erwartet man keine Veränderungen der monetären Parameter. Analysten der LBBW gehen ebenfalls davon aus, dass die EZB ihre Haltung auf „dovish“ belassen dürfte. Die Entwicklung der jüngsten Zeit will sie höchstwahrscheinlich nicht (jedenfalls noch nicht) in eine entgegengesetzte Richtung lenken.

21.04.2021
Fallzahlen in Indien und Brasilien bereiten Sorge

Die Aktienbörsen erlebten gestern einen Dämpfer, nachdem zuvor die Kurse rund um den Globus stark gestiegen sind. Hintergrund dürften die weltweit steigenden Fallzahlen an Corona-Infektionen sein, die eine Verschiebung der Konjunkturerholung befürchten lassen. Dabei sind vor allem die Länder Brasilien und Indien betroffen. Viele Investoren nahmen dies zum Anlass Gewinne mitzunehmen. Besonders Tourismuskonzerne wurden hierdurch in Mitleidenschaft gezogen, nachdem die US-Regierung eine Ausweitung der Reisewarnung auf 80% Länder weltweit ausgesprochen hatte.

Im fernöstlichen Handel wurden die Risiken weiterer Beschränkungen im Warenverkehr aufgrund zunehmender Fallzahlen in den Nachrichten höher gewichtet als die Fortschritte der Impfkampagnen in den Industrieländern. Der Nikkei ging kurzzeitig um -2,2% nach unten. In China notierte der CSI 300 hingegen wieder bei +0,3%. Die ambivalente Stimmung wird von uns weiter beobachtet. Heute stehen einige Firmenbilanzen im Fokus. Ausserdem werfen die morgigen EZB-Beratungen ihre Schatten voraus. Alles andere als ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung der ultra-expansiven Geldpolitik dürfte an den Märkten nicht gut ankommen.

20.04.2021
Aufwind, ungeachtet der dritten Welle

In Deutschland deutet uns erneut ein Indikator den Weg. Dort legte die Industrieproduktion mit dem Monat Februar nun schon zum neunten Monat in Folge zu. Sie fiel insgesamt 1,3% höher aus als im Januar. Vergleicht man diesen Wert mit dem Februar 2020 (der Monat vor Krisenbeginn) stiegen in der Exportnation (saison- und kalenderbereinigt) die Auftragsbestände um 6,9%. Allerdings spielt hierbei der Lockdown eine bedeutende Rolle. Er prolongierte quasi die Abarbeitung der Neueingänge, da die Produktion heruntergefahren wurde, die Aufträge jedoch erst später einbrachen.

Von einer Exportnation zur nächsten – Japan. Die Exportzahlen des Landes legten im Jahresvergleich um 16,1% zu. Auch hier ein Wachstumsrekord innerhalb der letzten drei Jahre. Allerdings spielt hier (wie zuletzt auch beim BIP-Wachstumsrekord in China) der rechnerische Basiseffekt hinein. Man hat also vom Tiefpunkt der Exportzahlen im März 2020 zum Höchststand im März 2021 gemessen. Dennoch übertraf Japan damit die Erwartungen der ÖkonomInnen um solide 4,5% – Konsens lag bei 11,6%.

vorherige Seite nächste Seite

Rechtshinweis

Hierbei handelt es lediglich um allgemeine Marktinformationen. Diese wurden von der Hypo Vorarlberg erstellt und beruhen auf allgemein zugänglichen öffentlichen Informationen, welche die Hypo Vorarlberg als zuverlässig erachtet. Die in dieser Publikation enthaltenen Empfehlungen sind nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt worden und unterliegen auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

Newsletter

Die wichtigsten Entwicklungen an Börsen & Märkten:



Hypo Anlegermagazin Am Puls