Börsen & Märkte

Hypo Börsenblick

24.01.2022
Bitcoin vor dem Lackmustest

Der Kurswechsel der Fed von der lockeren (QE) zur straffen (QT) Geldpolitik, vor dem Hintergrund der hohen US-Teuerungsrate, lässt Risikoindizes in den Keller rauschen. So hat der Techindex NASDAQ seit einem Monat bereits 12,04 % eingebüßt. Bei der Kryptowährung Bitcoin ist der Kursverlust mit -29,12% nochmals deutlich größer. Diese Korrelation der beiden Assetklassen zeigt sich nicht zum ersten Mal. Mit der Veränderung des Makrobilds, d. h. dem Wechsel von QE auf QT, kommt es zu einer Dominanz des Risk-off-Modus und dem Abziehen von Geldern aus den Hochrisiko-Segmenten. Die Kryptowährung mit der höchsten Marktkapitalisierung, der Bitcoin, musste über das Wochenende erneut deutlich Federn lassen und wurde mit Preisen knapp über 34.000 US-Dollarmarke gehandelt.

Auf dem Makrokalender erwarten uns diese Woche einige interessante Indikatoren. Diese reichen von zahlreichen Markit PMIs der Eurozone und deren Ländern sowie jenen der USA über das ifo-Geschäftsklima bis hin zur Fed Zinsentscheidung am Mittwoch. Heute erwartet uns der japanische Einkaufsmanagerindex (EMI). Die Schätzung hier für das Verarbeitende Gewerbe im Januar betrug 54,6 nach 54,3 im Dezember. Für den Dienstleistungssektor lag die Schätzung für den Januar deutlich unter den Erwartungen bei 46,6 nach 53,0 im Dezember.

21.01.2022
Rekordhohe Preissteigerungen

Der Arbeitsmarkt in den USA wirkt angespannt und verzeichnet ein neues Hoch der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Die Zahl der Anträge schoss von 231.000 auf 286.000 und ist damit so hoch wie seit Oktober nicht mehr. Als Grund hierfür führen Experten die jüngste Corona-Infektionswelle an. Der lockere Umgang der US-Amerikaner mit der Pandemie macht sich in einer möglichen Top-Bildung an Corona-Infektionen bemerkbar. Neben dieser negativen Entwicklung gesellen sich enttäuschende Zahlen aus dem US-Immobiliensektor. Der Wiederverkauf von Wohnungen bleibt hinter den Erwartungen zurück. Hierzulande stehen die Erzeugerpreise im Vordergrund. Mit einem Anstieg von 24,2% gegenüber dem Vorjahresmonat erreichen wir derart hohe Niveaus, die nie zuvor in der Zeitreihe erfasst wurden.

Dass die Inflation nicht „transitory“ ist, wie zu Beginn von den Notenbanken argumentiert ist inzwischen jedem klar. Es stellt sich vielmehr die Frage, wie lange die Inflationstendenzen anhalten. Die EZB spricht von einem längerfristigen Inflationsszenario. Erst für die Jahre 2023 und 2024 soll die Inflation in der Eurozone wieder bei dem Kernziel von 2% liegen. Es ist dennoch davon auszugehen, dass die EZB die höhere Inflation duldet und keine Zinserhöhungen im laufenden Jahr anstehen. Wenn die EZB restriktiver wird, dann bei der Höhe der Anleihenkäufe.
 

20.01.2022
"Putin will move in" Biden says

Der Weg 10-jähriger Bunds über die 0%-Marke hatte sich abgezeichnet. Abwärtsdruck auf die Anleihekurse und entsprechender Aufwärtsdruck auf die Renditen kommt derzeit vor allem aus den USA, wo die Fed in wenigen Wochen die Leitzinswende starten dürfte. Rechneten die Marktakteure gegen Ende des alten Jahres noch mit 2-3 Zinsschritten, sind nun bereits vier Anhebungen eskomptiert. Das LBBW-Research rechnet mit Schritten à 25 bp auf 1,25% bis Ende des Jahres. Dagegen zögert die Notenbank diesseits des Atlantiks eine gebotene Zinswende weiter hinaus. Die Argumentation für diese Haltung dürfte auch weiterhin nicht unkreativer werden und reicht von "die Inflation ist energiegetrieben und in dieser Höhe nur vorübergehend" bis "die letzten Jahre lagen durchschnittlich deutlich unter 2%".

In der Nacht auf Donnerstag deutete der US-Präsident unterschiedliche Reaktionen der USA und ihrer Verbündeten auf einen möglichen Einmarsch Russlands in die Ukraine an. Er unterschied explizit zwischen einem "geringfügigen Einfall" und einem "full-blown war" bzw. "einer größeren Invasion". Zudem rechne er damit, dass Russland gegen die Ukraine vorgehen werde. Er stellte zudem unterschiedlich harte Sanktionen "des Westens" für unterschiedlich umfangreiche Invasionsszenarien Russlands in Aussicht. Im Anschluss an die Pressekonferenz beeilte sich seine Pressesprecherin klarzustellen, dass es in jedem Fall harte und geschlossene Sanktionen des "Westens" geben werde. Aber da war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Es erinnerte fast etwas an das "grüne Licht" Russlands gegenüber der Türkei im Syrienkonflikt für einen "begrenzten" Einmarsch. Damit werden die Chancen für einen Einmarsch immer wahrscheinlicher

19.01.2022
Steigende Anleihen-Renditen im Fokus

Die 1,0%-Marke war gestern der Hürdensprung, den die 2-jährige US-Treasury vollzogen hat. Ihr 10-jähriger „älterer Bruder“ – die 10Y US-Treasury – legten ebenfalls um 8 Bps. zu und notierten zum Handelsschluss bei knapp 1,88%. Im Euroraum testete die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen die Marke von 0,0%, wechselte das negative Vorzeichen jedoch noch nicht (aktuell -0,003%). Die Renditen für Unternehmensanleihen im IG-Bereich nahmen ebenfalls wieder die magische Marke von 1,0% ins Visier. Zur Erinnerung: Im Jahr 2021 bewegte sich die Index-Rendite des Segments nur innerhalb des äußerst niedrigen Niveaus von 0,32% bis 0,75%. Generell scheint es wieder etwas Bewegung im Bondmarkt zu geben. Nach der Weihnachtspause kommen die Unternehmen zurück aufs Parkett, um vor dem erwarteten Zinsanstieg nochmals günstigere Liquidität zu tanken. In der vergangenen Woche gab es einen regelrechten Run auf Neuemissionen, 23 Unternehmen begaben 38 EUR-Anleihen im Gesamtvolumen von 22,2 Mrd. Euro. Damit wurde das höchste wöchentliche Emissionsvolumen von 2021 (17,5 Mrd. Euro) deutlich übertroffen. Ein noch höheres Volumen war zuletzt im Rekordjahr 2020 platziert worden.

Die Vogelperspektive – ausgehend von den Aktienmärkten – zeigt, dass auch diese auf die anziehenden Anleihen-Renditen reagieren. Auch für heute Morgen lassen die Aktienfutures einen schwachen Start erwarten. Makroseitig erwarten uns heute die Zahlen des Konsumentenpreisindex für Deutschland. Das LBBW-Research rechnet hier mit einer Bestätigung der Dezember-Steigerungsrate von 5,3% (gegenüber dem Vorjahr). Morgen früh folgen dann die neuen Zahlen für den deutschen Erzeugerpreisindex (PPI), der, laut LBBW, im Dezember erneut gegenüber dem Vormonat zugelegt haben dürfte (im November waren es +0,8%).

18.01.2022
Hat Boris Johnson den Bogen überspannt?

Der gestrige Handel verlief aufgrund des Martin Luther King Days in den USA ohne Dynamik. Aus diesem Grund widmen wir uns heute der hiesigen Diskussion um den britischen Premierminister Boris Johnson. Denn die Rufe nach seinem Rücktritt werden immer lauter. Der letzte Fehltritt zwang Johnson dazu sich bei Königin Elizabeth dafür entschuldigen, dass in Downing Street No. 10 am Vortag der Beerdigung von Prinz Philip eine Party stattgefunden hatte. Johnson plant nun offenbar auch, durch die Kündigung von Mitarbeitern sein politisches Überleben zu sichern.

Der traditionsgemäße Blick auf den Makrokalender zeigt die heutige Veröffentlichung zweier Stimmungsindikatoren für den Monat Januar. Auf der Agenda stehen der ZEW-Index und der Konjunkturindex der Fed New York. Da sowohl in Deutschland als auch in New York die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Jahresbeginn rapide angestiegen ist, erwartet das Research der LBBW für beide Indikatoren einen Rückgang, und zwar auf 25 Punkte beim ZEW-Index bzw. 21 Punkte beim Empire Manufacturing Survey.

17.01.2022
BioNTech boostert die deutsche Wirtschaft

Die Wirtschaftsleistung unseres deutschen Nachbarn hat den Weg zum Wachstum wieder gefunden. Nach den Angaben der deutschen Bundesstatistiker (Destatis) legte das BIP um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr zu. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass bisher nur die Hälfte pre-pandemischen Wirtschaftsleistung aufgeholt wurde. 2021 war es insbesondere der private Konsum, der stagnierte. Allerdings war dieser 2020 noch um fast 6 % geschrumpft. Als ein wesentlicher Treiber des Wachstums hat sich BioNTech hervorgetan. Fast ein Fünftel des gesamtdeutschen Wachstums dürfte allein das Mainzer Unternehmen zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen haben. Zu dieser Einschätzung gelangen sowohl das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) als auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW).

Der Makrokalender startet diese Woche recht üppig. So erwarten uns morgen die Zahlen zum deutschen ZEW-Index und die Notenbanksitzung der japanischen Nationalbank. Am Donnerstag folgt die Veröffentlichung des EZB-Protokoll vom Dezember. Ansonsten sind es natürlich die Quartalszahlen der Unternehmen in den USA, die mit Spannung erwartet werden. Währen City Group und Wells Fargo am vergangenen Freitag bereits den inoffiziellen Start zur Q4-Berichtssaison gaben, folgen diese Woche weitere Unternehmen u.a. Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Bis diesseits des Atlantiks die Berichtssaison ebenfalls auf Touren kommt, wird es allerdings noch dauern.

14.01.2022
Ölpreis mit rasanter Erholung

Nachdem der Ölpreis aufgrund der Omikron-Variante bis auf 65 US-Dollar eingebrochen ist und die Ölnachfrage deutlich abgebremst wurde zeichnet sich am Ölmarkt eine dynamische Erholung ab. Die OPEC zeigt sich in Sachen Ölproduktion eher restriktiv und hinkt den Förderzielen weiterhin hinterher. Die Analysten der LBBW prognostizieren ein Abflachen der jüngsten Öl-Hausse, da die weltweite Ölnachfrage in 2022 zurückgehen dürfte. Zugleich geht die LBBW von einer Ausweitung der Fördermengen der OPEC+ und den USA aus. Hieraus könnte ein Angebotsüberschuss entstehen welcher Preise um 75 USD für die Sorte Brent rechtfertigen könnte.

 

Heute stehen nochmals Konjunkturdaten im Fokus. Für Deutschland werden BIP-Zahlen erwartet. Außerdem stehen in den USA die US-Einzelhandelsumsätze für Dezember an. Den Abschluss macht heute das US-Verbrauchervertrauen bevor die Märkte in das Wochenende gehen.

13.01.2022
US-Inflation steigt im Dezember auf 7 %

Wie bereits vorgezeichnet hat die Inflation in den USA weiter an Fahrt gewonnen. Nach aktuellen Meldungen zufolge ist die Inflation auf 7,0% gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Waren und Dienstleistungen in den USA sind damit so teuer wie seit Juni 1982 nicht mehr. Überraschend in diesem Zusammenhang ist, dass die Preissteigerung nicht nur auf die Energiepreise zurückzuführen ist, sondern auch durch andere Faktoren getrieben wird. Flugtickets, Kraftfahrzeuge und Bekleidung sind zusätzliche Preistreiber. Diese Entwicklung ist auch im starken Anstieg der Kernrate verkörpert, die von 4,9% auf 5,5% ansteigt.

Die Bafin spricht sich für höhere Krisenpolster aus und weist Banken an aufgrund gestiegener Risiken im Finanzsystem die Kapitalpuffer zu erhöhen. Inwieweit Banken einen Spielraum haben diese Anforderung in einer kritischen Zeit umzusetzen bleibt abzuwarten. Die Empfehlung lautet den antizyklische Kapitalpuffer von aktuell 0% auf 0,75% anzuheben. Außerdem muss ein zusätzlicher Puffer bei Wohnimmobilienkrediten hinterlegt werden. Diese Neuerung könnte zu einer restriktiveren Kreditvergabe führen.

 

12.01.2022
Fed-Chef Powell beruhigt die Märkte

Erste Stabilisierungsversuche am Aktienmarkt laden zu Zukäufen ein. Nachdem die weltweiten Aktienmärkte zu Jahresbeginn eine ausgeprägte Korrektur hingelegt haben, sind Investoren wieder bereit Investitionen zu tätigen. Der Dax legte gestern um 1,1% zu und der Nasdaq sogar um 1,4%. Sollte sich auf diesen Bewertungsniveaus kein Boden ausbilden könnte sich tatsächlich ein schwacher Jahresstart 2022 abzeichnen. Problematisch ist weiterhin der Inflationsanstieg in den USA einzuordnen. Hier könnten bald Werte von 7% erreicht werden, was die US-Notenbank vor eine große Herausforderung stellt. Auf der einen Seite möchte die US-Notenbank restriktiver werden, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Auf der anderen Seite möchte die US-Notenbank verhindern dabei die Wirtschaft abzuwürgen.

Inmitten dieser turbulenten Zeit senkt die Weltbank den Ausblick der BIP-Prognosen für 2022 von 4,3% auf 4,1%. Als Hauptgrund führt die Weltbank allgemeine Unsicherheiten in Verbindung mit dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie an. Vor allem die Omikron-Variante schafft Unsicherheit auf Unternehmensebene. Die Downside-Risiken sind damit gestiegen, was im Umkehrschluss zu einer niedrigeren BIP-Prognose führt. Nicht außer Acht lassen dürfen wir zudem, dass die Verschuldungsniveaus der Länder inzwischen auf Rekordhochs sind.  

11.01.2022
Was macht die Fed?
Was macht die Fed?

Der Euro befindet sich auf einer Achterbahnfahrt. Am vergangenen Freitag kletterte der EUR zum USD noch auf 1,1365, um zu Wochenbeginn von diesem Niveau aus zu fallen. Anleger befürchten in den USA einen stark anhaltenden Inflationsanstieg. Eine straffere Geldpolitik ist ebenfalls zu erwarten. Diese Störfaktoren wirken sich auch unmittelbar auf den Aktienmarkt aus. Zu Wochenbeginn schlossen die Aktienindizes tiefrot. Die Sorgen der Anleger sind weiterhin hoch. Der Jahresverlauf ist damit kaum abzuschätzen. 

Die Anspannung am Immobilienmarkt aufgrund hoher Rohstoffpreise ist inzwischen zu jedem Vorgedrungen. Trotzdem verdeutlicht die neuste Statistik zu Neubau Wohngebäuden in Deutschland wie kritisch die Lage ist. Im November 2021 gegenüber dem Vorjahr sind die Baupreise für Wohngebäude um 14,40% gestiegen, was dem stärksten Anstieg seit 51 Jahren entspricht. Leisbares Wohnen wird damit für viele Familien immer schwieriger und stellt unsere Gesellschaft vor eine große Herausforderung. 

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Hierbei handelt es lediglich um allgemeine Marktinformationen. Diese wurden von der Hypo Vorarlberg erstellt und beruhen auf allgemein zugänglichen öffentlichen Informationen, welche die Hypo Vorarlberg als zuverlässig erachtet. Die in dieser Publikation enthaltenen Empfehlungen sind nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt worden und unterliegen auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

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