Börsen & Märkte

Hypo Börsenblick

26.02.2021
Renten-Bären reiten den Trend

Derzeit rentieren die 10-jährigen Bundesanleihen bei -0,20 %. Das ist der höchste Stand seit dem März letzten Jahres mit -0,19 % und Ende 2019 mit -0,18 %. Fallen auch diese beiden Marken, muss man in den Kurscharts schon bis Mitte 2019 zurückgehen, um höhere Renditestände aufzufinden. Eine der Nachrichten, die gestern den Aufwärtstrend beschleunigt haben könnte, war vielleicht der Anstieg der Geldmenge M3. Zudem trotzt der Markt derzeit sogar den Beschwichtigungsversuchen der EZB. Deren Chefvolkswirt Philip Lane hatte erklärt, dass sich die EZB den Renditeanstieg genau ansehe. Seine Direktoriumskollegin Isabel Schnabel sekundierte, dass ein zu abrupter Anstieg der Realzinsen die Konjunkturerholung gefährden könne. Ungeachtet dessen geben am Rentenmarkt (in den USA ist es nicht viel anders) derzeit die Bären den Ton an.

Vor dem Hintergrund der Stimmungslage am Rentenmarkt dürften heute vor allem die Preisdaten einen genauen Blick verdienen. Den Anfang machen am Morgen die deutschen Importpreise für Januar, die ölpreisgetrieben um 0,9 % zulegen dürften. Verbraucherpreisdaten für den Februar gibt es aus Frankreich und Spanien. Hier wird indes mit einem Rückgang der Inflationsraten auf 0,5 % bzw. 0,4 % gerechnet.

25.02.2021
Britisches Pfund setzt Aufwertung fort

Zum Schlussquartal des Jahres legte das deutsche Bruttoinlandsprodukt deutlich stärker zu als in einer Schnellschätzung im Januar angezeigt. Der gestern gemeldete Zuwachs lag bei rund 0,3% gegenüber dem Vorquartal. Der Gesamtrückgang des Jahres 2020 ergibt folglich einen Rückgang von ca. 4,9%. Aufgrund der verschärften Maßnahmen im vierten Quartal ging sowohl der private als auch der staatliche Konsum zurück. Die Exporte und die Bauinvestitionen wirkten dagegen stürzend auf das BIP. Laut einer jüngeren Umfrage des DIHK gehen 37% der befragten Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten von Umsatzzuwächsen aus.

Main (Block 2 aus Morning Info)

Die Nachrichten über den intakten Konjunkturausblick und die Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell gaben dem DAX Rückenwind. Er leitete gestern den Feierabend mit 0,8% im Plus ein. Auf der anderen Seite des großen Teichs erreichte der Dow Jones ein neues Rekordhoch. Insgesamt scheint der Risikoappetit der Anleger zu steigen, weshalb Währungen wie der japanische Yen und der Schweizer Franken weniger gefragt sind. Im Gegensatz zum britischen Pfund, das gestern seinen Höhenflug fortsetzte und nun unter der Marke von 0,86 je Euro notiert. Hintergrund dieser Entwicklung sind das mit der EU erreichte Freihandelsabkommen und das voranschreitende Impfprogramm im Vereinigten Königreich.

24.02.2021
Notenbanken bleiben expansiv

Im halbjährlichen Geschäftsbericht der FED geht der US-Notenbankchef Jerome Powell von einem ambivalenten Bild aus. Seinen Äußerungen zufolge bleibt die Erholung der Konjunktur gewährleistet. Unsicher ist er, seinen Aussagen zufolge, aber über die weitere Entwicklung der Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft. Hinsichtlich der Notenbankziele – Vollbeschäftigung und Zielbanderreichung – sind noch keine substanziellen Fortschritte zu beobachten. Mit Blick auf die Inflation äußerte sich Powell damit, dass man keine nachhaltigen Effekte erwarte. Der Markt dürfte also weiter davon ausgehen können, dass die Konjunkturerholung nicht durch Änderungen in den Maßnahmen der Notenbank beeinflusst wird.

Bei der Betrachtung der Aktienmärkte zeigt sich, dass die Anleger zum Teil Gewinnmitnahmen realisieren. Während in den USA der Dow Jones und die Nasdaq 100 um 0,2% respektive um 0,5% zulegten, liefen die Märkte in Asien tiefer wie bspw. der Nikkei mit -1,0%. Die Anleger beobachten wohl das Geschehen. Eine mögliche dritte Welle, Inflation und die Rohstoffpreise lassen die Anleger derzeit im Attentismus verharren und auf weitere Konjunkturstimuli warten.

23.02.2021
Zwischen Hoffnung und Skepsis

Wie bei den Temperaturen ging es gestern auch mit dem ifo-Geschäftsklima deutlich aufwärts. Während der ifo-Lage-Index von 89,2 auf 90,6 Punkte vorrückte, zeigte der markante Anstieg der ifo-Erwartungskomponente von revidiert 91,5 auf 94,2 Zähler, dass die deutsche Wirtschaft hoffnungsfroh in Richtung Aufschwung blickt. Sämtliche Wirtschaftszweige verzeichneten dabei einen Saldenanstieg. Im Laufe der Pandemie rückten die einzelnen Sektoren jedoch immer weiter auseinander. Am freundlichsten sieht es derzeit im Verarbeitenden Gewerbe aus, dort legte der Saldo von +9,1 auf +16,1 Punkte deutlich zu und signalisiert damit eine anhaltend expandierende Geschäftstätigkeit. Das andere Ende der konjunkturellen Fahnenstange markiert der Handel, wo es zwar ebenfalls von -17,2 auf -14,6 Zähler aufwärtsging, der Saldo aber dennoch tief im roten Bereich blieb. Bau und Dienstleister reihen sich mit jeweils leicht negativen Salden dazwischen ein.

Der fortgesetzte Renditeanstieg bei US-Treasuries – gestern erreichte die Rendite zehnjähriger Papiere die Marke von 1,37%, im Tief Anfang August 2020 lag jene hingegen bei 0,51% - lässt die Anleger fürchten, dass dies der Aktienmarktrally den Garaus machen könnte. Der S&P 500 gab gestern um 0,77% nach und an der Technologiebörse Nasdaq ging es sogar um 2,46% nach unten.

22.02.2021
Dow Jones und Bitcoin in Rekordlaune

Die guten Wirtschaftsdaten in den USA beflügelten am Freitag den Dow Jones auf ein Rekordniveau. Der IHS Markit für die Produktion in der Privatwirtschaft verbesserte sich gegenüber dem Vormonat. Gleichzeitig war ein Anstieg an Häusertransaktionen zu verzeichnen, was ebenfalls nicht von den Konjunkturbeobachtern erwartet wurde. Der Dow Jones erreichte mit 31.647,5 Punkten den höchsten Stand in seiner 137-jährigen Geschichte. Auch der Bitcoin erreichte mit 56.030 USD einen neuen Höchststand. Seine Marktkapitalisierung beträgt damit nun mehr als eine Billion US-Dollar.

 

An einem anderen Markt herrscht ebenfalls Aufbruchstimmung. Der Preis für Kupfer nimmt stetig zu. In den letzten 12 Monaten stieg der Preis des Basismetalls um 55,7%. Grund sind einerseits eine Corona- bzw. hierdurch förderungsbedingte Angebotsknappheit. Gleichzeitig steigt die Nachfrage aus China aufgrund der Produktionszunahme im Bereich Elektrofahrzeuge. Kupferproduzenten wie Chile und Peru melden allerdings wegen anhaltender Sicherheitsrestriktionen (Corona) nicht auf voller Kapazität laufen zu können. Das Angebotsdefizit dürfte sich damit noch verstärken.

19.02.2021
Mehr Erstanträge für US-Arbeitslosenhilfe

Gestern wurden die Zahlen zu den Erstanträgen für die US-Arbeitslose veröffentlicht. Das Ergebnis viel deutlich höher aus als vom Konsens erwartet. So lag die Zahl mit 861 Tsd. deutlich über den erwarteten 773 Tsd. Vor diesem Hintergrund bekräftigte US-Finanzministerin Janet Yellen, die Notwendigkeit des angedachten US-Stimulus Pakets. Man erwartet sich hier binnen der nächsten Wochen entsprechende Fortschritte. Im Bereich der US-Treasuries gab es in der Folge allerdings keine weiteren Überraschungen. Derzeit liegt deren Rendite weiter knapp unter der 1,30%-Marke. Die Aktienindizes weltweit liefen, einschließlich in Asien, gestern leicht im Minus.

An einem anderen Ort des Renditeumfelds zeigt sich indes allerdings ein wenig mehr Dynamik. Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich (IG) notieren bei derzeit 0,48% und damit so hoch wie noch nie in diesem Jahr. Jene Unternehmen mit schwächerer Bonität respektive deren Anleihen zeigten Renditen im Bereich unter knapp 3,0%. Grund dafür ist, dass die Risikospreads für den High-Yield Index auf ein neues Jahrestief sanken.

18.02.2021
Renditeanstieg – Gefahr für Aktienmärkte?

Die Konsumentenstimmung in den USA hat mit 5,1% deutlich stärker zugelegt als von den Ökonomen erwartet (1,1%). Auch die US-Produzentennachfrage hat deutlich zugelegt. Hinzu kommt weiterer Preisdruck, bedingt durch die harten Winterbedingungen in weiten Teilen der USA, die zu einer Verknappung des Angebots im Öl führte, während die Nachfrage konstant blieb. So steig der Preis für das Fass der Marke Brent auf aktuell USD 64,65 an – im November lag der Preis noch USD 40. Diese Dynamik verursachte einen Anstieg der 10-jährigen US-Staatsanleihen, die jetzt den höchsten Stand seit einem Jahr erreichten und derzeit bei 1,27% notieren. Das Fiskalpaket der Biden Administration beflügelt die Aussicht auf eine weitere starke volkswirtschaftliche Nachfrage in den USA. Analysten der LBBW erachten das Aufwärtspotenzial im Anleihensegment allerdings als begrenzt, auch wenn im Rahmen weiterer Reflationierungsspekulationen und einem hohen Angebotsvolumen an US-Staatstiteln weiteres kurzzeitiges Potenzial besteht. Das Ende der Niedrigzinspolitik ist, ungeachtet der Ereignisse, noch nicht erreicht.

Die Aktienmärkte betrachten die Entwicklung am Rentenmarkt mit gemischten Gefühlen. Seitens der Unternehmen ist zwar eine konjunkturelle Dynamik gewünscht, aber das beflügelte Zinsumfeld senkt natürlich in erster Linie die relative Attraktivität von Aktien. Daher ist der augenblicklich Seitwärtstritt vieler Märkte derzeit nicht verwunderlich.

 

17.02.2021
Finanzmarktexperten sind optimistisch

Gestern wurde die ZEW-Konjunkturerwartung veröffentlicht. Demnach scheint es, als blickten die Finanzexperten zuversichtlich auf die kommenden Monate. Für Deutschland ist der Index von 61,8 auf 71,2 Punkte angestiegen. Die Erwartungen rechneten mit einem Rückgang, im Median auf 59,6 Punkte. Hoffnungen geben die Aussicht auf ein baldiges Ende der Corona-Restriktionen und ein Anstieg der Exporterwartungen. DAX und Euro reagierten allerdings zunächst verhalten trotzt der positiven Nachrichten.

Die FED Bank of New York veröffentliche gestern ihre erhobenen Daten des verarbeitenden Gewerbes (den sog. Empire Manufacturing Index). Er zeigt einen starken Anstieg der Produktion in diesem Bereich. Darüber hinaus wurden, mit einem Anstieg auf 12,1 Punkte im Februar, die Erwartungen um ganze 6 Punkte übertroffen. Darüber hinaus zeigen auch die Investitionspläne der Notenbank eine starke Entwicklung. Diese steigen ebenfalls von 17,9 im Januar auf 28,6 im Februar an. Entgegen der Angst vieler Ökonomen sehen Analysten der LBBW hierin ein Zeichen, dass der Wahlsieg der Demokraten kein Schreckgespenst für die US-Wirtschaft ist.

16.02.2021
Ölpreis im Höhenflug

Die industrielle Produktion in der Eurozone ging im Dezember gegenüber dem Vormonat um 1,6% zurück. Der Rückgang lag unter den Erwartungen der Analysten. Am stärksten vom Rückgang betroffen waren die Investitionsgüter. Hier schlug das Minus mit 3,1% im Vergleich zum Vormonat November deutlich zu Buche. In der gesamten EU (über den Euroraum hinaus) war ein Rückgang der Industrieproduktion von -1,6% zu verzeichnen. Am stärksten waren die Länder Ungarn (-2,5%) und Belgien (-1,9%) betroffen. Gewachsen ist die Industrieproduktion in den Ländern Dänemark (+2,4%), Portugal (+1,8%), Estland und Luxemburg (beide mit ca. +1,6%). Gegenüber dem Vorjahr ist die Produktion des Sektors im Euroraum um 8,7% und in der gesamten EU um 8,0% gesunken.

Am Aktienmarkt sieht es derzeit so aus, als ob die Wallstreet eine Pause eingelegt hat und Öl dafür das Ruder übernimmt. Der Ölpreis setzte gestern seinen Höhenflug fort und erreichte seinen höchsten Stand seit einem Jahr. Die Organisation der ölfördernden Staaten und ihrer Partner OPEC+ ließen die Notierung des Kurses zuletzt durch eine Angebotsverknappung steigen. Die kalte Witterung in Texas und Oklahoma sowie das mögliche Konjunkturprogramm in den USA geben dem Ölpreis nun von der Nachfrageseite her Auftrieb.

15.02.2021
Schuldendebatte in Europa

In Japan setzt die Wirtschaft ihren Erholungskurs fort. Das BIP wuchs von Oktober bis Dezember 2020 auf das Jahr hochgerechnet um 12,7% und stieg damit deutlich stärker als erwartet. Treiber dürfte die Nachfrage aus dem weltweit zulegenden verarbeitenden Gewerbe sein. Hierdurch wurden die Exporte angekurbelt und ein Teil der schwachen Inlandsnachfrage kompensiert. Hinzu kommt der private Konsum, der in Japan über die Hälfte der Wirtschaftsleistung ausmacht. Die Investitionsausgaben, die, gegenüber den drei Quartalen zuvor angestiegen sind, tragen zusätzlich dazu bei, dass Japans Unternehmen positiv in das Jahr 2021 blicken. Der Nikkei bedankte sich mit einem Anstieg um 1,6%.

In Europa erfährt eine alte Debatte neue Aufmerksamkeit – der Schuldenerlass. Insbesondere die angeschlagenen südeuropäischen Staaten möchten, dass ein Teil der von der EZB aufgekauften Schuldtitel bzw. der so gestellten Kredite erlassen wird. Hierbei erhalten die Südeuropäer Unterstützung von etwa 100 Ökonomen. Diese fordern, dass, statt die Schulden zurückzuzahlen, die Ländern in klimaschutzfördernde Projekte investieren. Abgeordnete aus den Niederlanden halten hier dagegen. Sie erachten den Schuldenschnitt durch die EZB als verbotene Staatsfinanzierung und stützen sich dabei auf ein Gutachten des deutschen Bundestages. Angesichts der Neuverschuldung durch EU-Südstaaten dürfte das Thema in nächster Zeit für weitere Debatten sorgen.

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