Börsen & Märkte

Hypo Börsenblick

23.06.2021
Bitcoin gerät in China unter Beschuss

Die chinesische Regierung geht gegen die Kryptowährungen vor, indem sie Finanzdienstleistern untersagt, Geschäfte, egal welcher Art in Bitcoin oder anderen Kryptowährungen anzubieten. Dieser Schritt kommt im Nachgang an das Verbot von Miningfarmen, die zur „Produktion“ (Transaktionen werden durch Miner validiert und diese erhalten im Gegenzug eine Belohnung in derselben Währung) der digitalen Währungen verwendet werden. Für die Kryptoszene könnte dies eine Belastung darstellen, da derzeit über die Hälfte dieser Miningfarmen in China niedergelassen sind (günstige Produktionskosten). Nach außen rechtfertigt die Volksrepublik ihr Vorgehen mit ihrer Klimaschutzagenda. Tatsächlich dürfte der totalitäre Staat eher die Absicht haben, die Hoheit über die Währung zu behalten. Die Kryptos gingen fürs Erste auf Talfahrt, um sich später zu erholen. Wie nachhaltig sich das Vorgehen auf den Preis auswirkt, ist abzuwarten.

Das Treffen des Fed-Offenmarktausschusses letzte Woche ergab, entgegen den Erwartungen, eine (kleine) Überraschung. Die ersten Leitzinserhöhungen im Rahmen des publizierten „Dot-Plots“ sind gegen 2023 zu erwarten. Jerome Powell bekräftigte gestern die Einschätzung, wonach die Inflationsrate ein übergangsweises Phänomen sei. Zudem wolle man die Zinsen nicht als vorbeugende Maßnahme aus Angst vor Inflation erhöhen, sondern tatsächliche Daten abwarten, was die Marktteilnehmer beruhigte. Die Aktienmärkte legten zu, der Nasdaq erreichte eine neues Rekordhoch und der Dollar ging schwächer.

22.06.2021
Die Vola zieht an

Der gestrige Handelstag brachte die Kurse wieder auf nördlichen Kurs. Der DAX war zum vergangenen Wochenende hin kurzzeitig unter Druck geraten und konnte dies gestern mit rund 0,1% im Plus wieder aufholen. Die US-Kurse auf der anderen Seite des Atlantiks zogen nach. Gleichzeitig zog der Ölpreis der Marke Brent (quasi über Nacht) auf 75 USD an. Die US-Treasuries (10 Jahre) laufen gerade wieder bei 1,50% während sie am Vortag bei 1,40% lagen. Über die dahinterliegende Dynamik kann man derzeit nur rätseln. Die Marktteilnehmer plagen nach wie vor die Fragen der Geldpolitik. Nach Ansicht der LBBW ist gestern die Stimmung mal wieder Richtung Reflationierung gekippt.

Für den heutigen Handelstag hält der Kalender der potentiell marktbewegenden Daten für die USA die Anzahl der Verkäufe bestehender Häuser vom Mai bereit. Nach Einschätzung der LBBW darf man hier einen Anstieg auf 6 Mio erwarten. Daneben meldet sich Fed-Chef Powell zu Wort. Er spricht vor dem Kongress zur Wirtschaftsentwicklung. Die Öffentlichkeit wird genau hinhören, was Powell zur Leitzinsentwicklung zu sagen hat. Es scheint, gemäß LBBW nicht zu gewagt, davon auszugehen, dass am Finanzmarkt das „Hin und Her“ zwischen „rauf und runter“ zunächst weitergehen wird.

 

21.06.2021
Die Bäume wachsen nicht in den Himmel

Die Einzelhandelsdaten der USA enttäuschten bereits vor dem Wochenende, weil sie hinter den Erwartungen zurückblieben. Nun meldete auch das britische Statistikamt ONS, dass die Einzelhandelsumsätze im Mai, real gerechnet, ebenfalls um 1,4% zurückgegangen sind. Vermutet wird, dass die Öffnung des Gastgewerbes dazu beitrug, dass im Einzelhandel nicht mehr soviel Geld ausgegeben wird. Ein Indiz dafür ist der Lebensmitteleinzelhandel, dessen Absätze um 5,7% zurückgegangen sind.

Die Abschaffung der letzten Restriktionen in Großbritannien wurde aufgrund der raschen Verbreitung der neuen Deltavariante verschoben. Kurzfristig fällt ein weiterer Schub durch die britische Wirtschaft damit aus. Dennoch ist der Verband der britischen Industrie sehr optimistisch und hat am Freitag seine Wachstumsprognose für 2021 auf 8,2% angehoben. Träfe dies zu, würde das Vereinigte Königreich mit seinem Wachstum vor den USA und der Eurozone liegen. Vor diesem Hintergrund könnte die dieswöchige Sitzung der BoE spannend sein, da sie evtl. als erste Andeutungen über eine Leitzinsänderung in den Raum stellen könnte.

18.06.2021
Wie mit der FED-Entscheidung umgehen?

Aufgrund der FED-Entscheidung waren die Marktteilnehmer damit beschäftigt, das Vorgehen der FED in Sachen Geldpolitik zu verdauen. Bisher verteidigten die 2-jährigen US-Staatsanleihen ihr etwas erhöhtes Niveau. Die Renditen der 10-jährigen US-Treasuries gaben hingen wieder nach, wodurch die Zinskurve gerade etwas flacher verläuft. Die Erklärung hierfür ist in den gehandelten Inflationserwartungen der Marktteilnehmer zu finden. Gemessen an den Inflationsswaps kaufen die Akteure es der Fed ab, dass sie gewillt und in der Lage ist, durch etwas frühere Zinserhöhungen einem starken Anstieg der Inflationsrate entgegenzutreten. Entsprechend sanken die Renditen für langlaufende Anleihen. Auch der Goldpreis musste weiter Federn lassen.

Im Schatten der FED-Entscheidung fällte gestern auch die Schweizer Nationalbank (SNB) ihre Entscheidung, den bisherigen Kurs beizubehalten. Der Schweizer Franken ist nach wie vor hoch bewertet. Insbesondere die Aufwertung vom März gegenüber dem USD und EUR liegt ihr auf dem Gemüt und ist ein wichtiges Argument ihrer Entscheidung. Im Mai intervenierte die SNB offenbar auch zur Schwächung des Franken am Devisenmarkt, konnte die Interventionen aber inzwischen wieder zurückfahren.

17.06.2021
Es bleibt wie es bleibt und ist wie es ist

Die amerikanische Notenbank beließ das Zielband für den Leitzins im Juni 2021 unverändert bei 0-0,25%, jedoch signalisierten die Entscheidungsträger, dass sie bis Ende 2023 zwei Zinserhöhungen erwarten. Die Notenbanker erklärten, dass die Impffortschritte und die starke politische Unterstützung zu einer Stärkung der wirtschaftlichen Aktivität und der Beschäftigung geführt haben. Auch die Anleihekäufe werden mit einer Rate von 120 Milliarden USD pro Monat beibehalten. In der Zwischenzeit zeigten neue Wirtschaftsprognosen, dass das BIP in den USA im Jahr 2021 um 7% wachsen wird, über 6,5% in der März-Projektion. Das Wachstum für 2022 wurde bei 3,3% belassen. Die Arbeitslosigkeit wird in diesem Jahr bei 4,5% gesehen, unverändert gegenüber der März-Projektion, aber die Inflation wird mit 3,4% im Jahr 2021 viel höher gesehen (2,4% im März), obwohl sie sich voraussichtlich auf 2,1% im Jahr 2022 verlangsamen wird (gegenüber 2% im März).

Abgesehen von der FED sorgte in Deutschland das ifo-Institut für etwas Aufsehen, da es seine Wachstumsprognose etwas nach unten korrigierte. Statt eines realen Wachstums von 3,7% erwartet das Institut für dieses Jahr nur noch ein deutsches Plus von 3,3%. Der deutsche Wirtschaftsminister Altmeier spricht nach wie vor von einem möglichen Wachstum von 4,0%. Das Research Team der LBBW sieht das Wachstum der Konjunkturlokomotive Deutschland lediglich bei 2,5%. Insbesondere der bereits gestern erwähnte Mangel an Vorprodukten und Halbleitern dämpfen hier möglicherweise den Aufschwung, was die Erholung, nach Ansicht der LBBW Analysten, nach hinten schieben dürfte.

16.06.2021
Mangel an Vorprodukten mindert Produktion

Das Konjunkturbild dieser Welt zeigt sich durchgängig stark und deutet auf eine dynamisch ansteigende Nachfrage hin. Zum Ausdruck bringen dies die Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbe. Lange Lieferzeiten und niedrige Lagebestände komplementieren das Bild. Autobauer wie Daimler und Hyundai kündigen sogar die Wiedereinführung von Kurzarbeit an, da ihnen Teile für die Produktion fehlen.

Die Umsätze im US-Einzelhandel sind im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,30% abgesackt. Trotzdem gehen Experten davon aus, dass die US-Wirtschaft im zweiten Quartal 2021 im zweistelligen Bereich wachsen wird. Hinzu kommen Inflationssorgen, die einen Schatten über die aktuelle Erholung legen. Daraus ableitend stehen uns spannende Wochen bevor.

15.06.2021
England verschiebt „Tag der Freiheit“

Die Industrieproduktion im Euroraum steigt weiterhin. Das geht aus der gestrigen Datenveröffentlichung hervor. Eurostat meldete für den April einen Anstiegt von 0,8% gegenüber dem Vormonat März (0,4%). Der größte Anstieg war mit +3,4% bei den Konsumgütern zu verzeichnen.

Erneut berichten wir heute über die Rohölpreise. Sie stiegen gestern auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Unterstützt wurde der Preisanstieg durch die wirtschaftliche Erholung und die Aussicht auf ein Wachstum der Kraftstoffnachfrage. Der Kfz-Verkehr kehrt in Nordamerika und in weiten Teilen Europas auf das Niveau von vor der Pandemie zurück. Auch der Flugverkehr nimmt angesichts von Lockerungen der Corona-Beschränkungen wieder Fahrt auf. Im Laufe des Tages gingen die Notierungen allerdings wieder zurück. Die US Energy Information Administration (EIA) prognostizierte eine Ausweitung der US-Schieferölproduktion. Zudem gab es schlechte Nachrichten aus Großbritannien, die verdeutlichen, dass die Corona-Pandemie noch nicht überwunden ist.

14.06.2021
Warten auf die FED

Momentan herrscht ein wenig Ruhe an den Märkten. Die Teilnehmer halten sich vor dem Hintergrund der bevorstehenden FED-Sitzung zurück. Der Dow und S&P 500 liegen seit vergangener Woche in tendenzieller Seitwärtsbewegung. Von den Aktien einmal abgesehen, hat sich auch der Kupferpreis wieder etwas beruhigt. Derzeit notiert dieser knapp unter der 10.000-Dollar Marke je Tonne. Im Mai waren es noch 10.725 USD. Das rote Metall legt seit einem Jahr eine Rally hin, die YoY mit 80% nach oben gelaufen ist. Treiber sind die großen Konjunkturprogramme der Welt, insbesondere in China und den USA, aber andere BRICS-Staaten melden einen hohen Bedarf. Darüber hinaus ist der Trend zur Elektromobilität ein gewichtiger Treiber des Preises.

Weitere Neuigkeiten im Rohstoffsegment bieten die Rohölpreise. Sie legten am Montag im frühen asiatischen Handel zu und notierten angesichts der sich verbessernden Nachfragestimmung und der von der OPEC veranlassten Angebotskürzungen auf Mehrjahreshochs, wobei Rohöl der Sorte WTI in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit Oktober 2018 die Marke von 71 US-Dollar pro Barrel überschritt. Die OPEC sagte in ihrem Juni-Bericht, dass die Ölnachfrage in diesem Jahr um 5,95 Mio. bpd steigen wird, was unverändert gegenüber ihrer Prognose vom Mai ist. In der Zwischenzeit haben die Anleger einen Anstieg der US-Benzinbestände in der vergangenen Woche, der auf eine schwächer als erwartete Kraftstoffnachfrage zu Beginn des Sommers hindeutet, sowie einen Einbruch der Kraftstoffnachfrage in Indien auf den niedrigsten Stand seit August 2020 abgetan. Infolgedessen stieg der US-Leitindex letzte Woche um fast 2 % und verzeichnete damit die dritte Woche in Folge Gewinne.

11.06.2021
Inflationsrate steigt auf 5%

Das Ergebnis der gestrigen EZB-Sitzung kam weitgehend ohne Überraschungen. Die EZB behält den Kurs in Sachen Leitzinsen und Ankaufprogrammen bei. Die starke Zunahme der Inflationsrate zum Jahresanfang und auch die auf 1,50% angehobene Prognose für 2022 sind für die Währungshüter in Frankfurt derzeit noch kein Anlass zur Intervention. Dennoch zeigt die angehobene Prognose für das kommende Jahr, dass die Auswirkungen der expansiven Geldpolitik spürbar sind. Für den Fall, dass die EZB die Prognose nochmals anheben sollte, könnte dies die Notenbank gegenüber den Märkten in die Defensive zwingen. Die jüngsten Zahlen zur Inflation in Deutschland und den USA geben Anlass zur Frage, ob die post-pandemischen Auswirkungen der Geldschwemme unterschätzt wurde. Dennoch gilt: Im Augenblick können es auch lediglich temporäre Erscheinungen sein. Die EZB behält daher insbesondere die Lohnentwicklung im Blick.

Beim Thema bleibend können wir in den USA beobachten wie die Inflationsrate im Jahresvergleich um 5% angestiegen ist. Erwartet wurden, gemäß den Bloomberg-Umfragen, nur 4,7%. Die Kerninflation sprang auf fast 4%. Dennoch, die Märkte verhalten sich ruhig. Die 10-jährige US-Treasury Rendite verhält sich derzeit auch nicht so volatil wie zu Jahresbeginn und notiert unter der 1,50%-Marke. Die Marktteilnehmer erwarten wohl von der FED, dass diese die Preisdynamik zunächst weiter so hinnehmen wird. Umso spannender wird es daher, wenn am Freitag die Stundenlohnrapporte für die USA veröffentlicht werden. Sollte sich hier die sukzessive Erhöhung des Lohnniveaus fortsetzen, dann könnte auch die Spannung am Markt wieder zunehmen.

10.06.2021
Unternehmen begeben Rekordvolumen an ESG-Anleihen

Der Trend und das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit hält an. Unternehmen emittieren in hohem Tempo ESG-Bonds. In diesem Jahr wurden bereits Emissionen im Gesamtumfang von 45,9 Mrd. EUR getätigt. Der Anteil an ESG Bonds betrug dabei 25%. Innerhalb dieser ESG-Anleihen (Environmental, Social & Governance) entfiel der Großteil auf Green Bonds (ca. 65%) sowie auf Sustainability-Linked Bonds (ca. 23%). Den größten Sprung gab es bei den Sustainability-Linked Bonds, deren Coupon-Höhe an das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen verknüpft ist: Hier emittierten die Unternehmen in diesem Jahr bereits ein Volumen von über 10 Mrd. Euro, was dem dreifachen Volumen des Gesamtjahres 2020 entspricht.

Die heutige EZB-Sitzung wird von den Marktteilnehmern mit Spannung erwartet, da man wissen möchte, wie sich die EZB zur Inflation und ihrem künftigen Kurs äußert. Passend zum Thema, veröffentlichen die USA heute die Entwicklung der Konsumentenpreise (CPI) für den Monat Mai. Bei dem erwarteten Monats-Anstieg von 0,4% (ggü. April) würde die US-Inflationsrate den im April erreichten Zehn-Jahres-Höchstwert von 4,2% (ggü. dem Vorjahresmonat) übertreffen. Dennoch sank die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries gestern im Vorfeld der Inflationsdaten unter die Marke von 1,5%, da Händler laut Bloomberg ihre Short-Positionen eindecken mussten. Die Aktienmärkte tendierten seitwärts bzw. heute Morgen in Asien leicht freundlich.

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Hierbei handelt es lediglich um allgemeine Marktinformationen. Diese wurden von der Hypo Vorarlberg erstellt und beruhen auf allgemein zugänglichen öffentlichen Informationen, welche die Hypo Vorarlberg als zuverlässig erachtet. Die in dieser Publikation enthaltenen Empfehlungen sind nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt worden und unterliegen auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

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