Börsen & Märkte

Hypo Börsenblick

01.02.2019
Noch kein Durchbruch im Handelsstreit

Auch nach den hochrangigen Gesprächen zwischen den USA und China ist die Botschaft unverändert. Es gibt gute Fortschritte, aber einige Knackpunkte bleiben. Erst bei einem direkten Treffen beider Staatschefs könne es laut Trump zum Durchbruch kommen. Ein solches soll diesen Monat stattfinden. Die Märkte konnte dies nicht begeistern. Die europäischen Aktienbörsen traten gestern auf der Stelle. Der Dax ging mit einem Kursverlust von 0,1 % auf 11.173 Punkten aus dem Handel. Auch der Dow Jones schloss 0,1 % tiefer auf 24.999 Punkten. Der Nasdaq erhöhte sich um 1,4 % auf 7.281 Punkte.

Die Staatsanleiherenditen gaben auf breiter Front nach, offenbar verdauten sie gestern noch weiter den US-Zinsentscheid von Mittwochabend. Für den 10-jährigen Swapsatz wurde gar der tiefste Stand seit April 2017 erreicht.

31.01.2019
Fed signalisiert abwartende Haltung

Wie allgemein erwartet hat die Fed auf ihrer gestrigen Sitzung keine weitere Leitzinserhöhung beschlossen. Die US Währungshüter stellten zudem in ihrer Lagebeurteilung fest, dass sich die US-Wirtschaft solide entwickelt habe und die Beschäftigung weiterhin stark gewachsen sei. Die Fed verweist auf gesunkene markbasierte Inflationserwartungen. Insbesondere streicht die Fed ihre bisherige Forward Guidance, wonach weitere graduelle Leitzinsanhebungen mit der geldpolitischen Zielsetzung im Einklang stehen dürften, komplett. Stattdessen stellt sie in Aussicht, im Lichte der globalen Entwicklung sowie der Entwicklung der Finanzmärkte geduldig abwarten zu wollen, um festzustellen, welche weiteren Schritte der Erfüllung ihrer geldpolitischen Zielsetzung zuträglich sein werden.

Der Dow Jones verbesserte sich um 1,8 % auf 25.014 Punkten. Der Nasdaq legte 2,2 % auf 7.183 Punkte zu. Der DAX schloss 0,3 % tiefer bei 11.181 Punkten. Das Hauptaugenmerk der Märkte dürfte heute auf die Entwicklung der Handelsgespräche zwischen den USA und China in Washington gerichtet sein.

30.01.2019
Brexit-Saga wird zur „neverending story“

Im Rahmen der gestrigen Beratungen zu Brexit-Plan-B im britischen Unterhaus standen diverse Anträge zur Abstimmung. Hätten die Abgeordneten ihre Aufgabe als „Volksvertreter“ ernst genommen, hätten sie den Antrag von Labour-Chef Corbyn zu einem zweiten Referendum nicht abschmettern dürfen. Schließlich zeigen nahezu alle Umfragen, dass das britische Volk den Brexit nicht mehr möchte. Stattdessen beschloss das Parlament, dass Premierministerin May den im Brexit-Abkommen vereinbarten „Backstop“ in der Irland-Frage neu mit der EU verhandeln solle. Aus Brüssel kam jedoch noch in der Nacht eine prompte Absage an Vertragsänderungen. Dafür wurde eine mögliche Verschiebung des Brexit-Datums in Aussicht gestellt.

Der Dow Jones verbesserte sich um 0,2 % auf 24.579 Punkten. Der Nasdaq legte 0,8 % auf 7.028 Punkte zu. Der DAX schloss mit einem leichten Plus bei 11.218,83 Punkten. Wichtigstes Ereignis des Tages ist die Notenbanksitzung der Fed.

29.01.2019
Wird der Brexit verschoben?

Nachdem die erste Abstimmung über den von Premierministerin Theresa May verhandelten Austrittsvertrag vor knapp zwei Wochen krachend durchgefallen war, steht heute nun der „Plan B“ im Unterhaus zur Abstimmung. Da dieser sich jedoch nur unwesentlich vom ursprünglichen Plan unterscheidet, ist auch der Plan B zum Scheitern verurteilt. Im Fokus stehen daher die zu erwartenden Änderungsanträge der Parlamentarier. So dürfte etwa über eine Verschiebung des Brexit abgestimmt werden. Der Dow Jones ging 0,8 % tiefer auf 24.528 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq schloss 1,1 % tiefer auf 7.085 Punkte. Der DAX verringerte sich um 0,6 % auf 11.210,31 Punkten.

Auch die asiatischen Aktienmärkte kamen unter Druck, nachdem die USA Huawei beschuldigten Industriespionage zu begehen, ein Tag vor Fortsetzung der Verhandlungen im Handelsstreit.

28.01.2019
Wall Street weiter auf Erfolgskurs

Mit einer positiven Grundstimmung haben sich die Börsianer an der Wall Street ins Wochenende verabschiedet. Eine bislang zumindest auf den ersten Blick überzeugende Berichtssaison, 71% der im S&P 500 Index gelisteten Unternehmen haben mit ihren vorgelegten Ergebnissen die Erwartungen der Analysten übertroffen, und die Ankündigung von US-Präsident Trump den seit fünf Wochen währenden Regierungsstillstand zu beenden. Trump einigte sich im Haushaltsstreit mit den Demokraten auf eine Übergangsfinanzierung bis zum 15. Februar. Der Dow Jones kletterte 0,8 % auf 24.737 Punkte. Der Nasdaq schloss 1,3 % auf 7.164 Punkte. Der DAX zog um 1,4 % auf 11.281 Punkten an.

Am Devisenmarkt konnte der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder etwas zulegen und zeitweise die 1,14er-Marke überwinden. Der Goldpreis konnte kräftiger zulegen und über die 1.300-US-Dollarmarke klettern. Diese Notierung entspricht der höchsten Preisnotiz seit Mitte Juni 2018 erzielen.

25.01.2019
Draghi vermeldet ein paar Neuigkeiten

Gestern hat EZB-Präsident Draghi seine erste turnusgemäße Pressekonferenz dieses Jahres abgehalten. Tatsächlich haben die Währungshüter, wie dies zuvor vielfach spekuliert worden war, ihre Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage zum Schlechteren revidiert. Das Konjunkturrisiko habe sich auf die Unterseite verschoben. Konsequenzen für die Geldpolitik folgen hieraus nicht unmittelbar. Die Leitzinsen und die Forward Guidance sind unangetastet geblieben. Gegen Ende der Pressekonferenz bäumte sich der Außenwert des Euro etwas auf. Der Dow Jones ging mit einem Minus von 0,1 % auf 24.553 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq schloss 0,7 % höher auf 7.073 Punkte. Der DAX verbesserte sich um 0,5 % auf 11.130 Punkten.

Den heutigen Handelstag werden unter anderem die neuesten Zahlen zum ifo Index prägen.

24.01.2019
Rufe nach Verschieben des Brexit lauter

Gestern schürten Überlegungen zum Aufschieben des Austrittsdatums des Vereinigten Königreiches aus der EU Hoffnungen, dass ein harter Brexit verhindert werden könnte. Das Britische Pfund wertete daraufhin auf, so dass sowohl gegenüber dem Euro als auch dem US-Dollar der höchste Stand seit November erreicht wurde. Der Dax schloss indes mit einem leichten Minus und ging bei 11.071 Punkten aus dem Handel. Die US-Börsen konnten ein kleines Plus verbuchen. Der Dow Jones schloss 0,7 % höher auf 24.575 Punkten. Der Nasdaq verbesserte sich um 0,1 % auf 7.025 Zähler.

Der EZB-Rat kommt heute in Frankfurt zum ersten Treffen in diesem Jahr zusammen. Mit einer möglichen Anhebung der Leitzinsen werden sich die Notenbanker vermutlich nicht lange aufhalten. Die schwelende Ungewissheit zum Thema Brexit, der Handelsstreit zwischen China und den USA, der Shutdown der US-Regierungsbehörden infolge des Haushaltsstreits, das alles sind Gefahren, welche die Finanzmärkte noch eine Weile in ihren Bann schlagen dürften.

23.01.2019
Sichere Häfen profitieren

Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten war das als sicherer Hafen gesuchte Gold gefragt und der Goldpreis stieg leicht. Auch die Rendite von 10-jährigen deutschen Bundesanleihen kam wieder etwas zurück. Der Ölpreis zollte den verstärkten Sorgen über eine konjunkturelle Abschwächung und damit verbunden eine niedrigere Nachfrage seinen Tribut und sank auf 60,7 US-Dollar je Barrel Brent. Weiteren Aufschluss über die konjunkturelle Situation in Europa bietet das Verbrauchervertrauen für Januar, das heute Nachmittag veröffentlicht wird. Interessanter wird es dann am Donnerstag, wenn vormittags die Einkaufsmanagerindizes des Instituts Markit bekannt gegeben werden und nachmittags die EZB-Pressekonferenz stattfindet.

Die Aktienmärkte haben gestern ein wenig nachgegeben. Hier wirkten die am Montag veröffentlichten schwachen China-Daten und der vom IWF reduzierte Wachstumsausblick für die Weltwirtschaft nach. Der Dow Jones verringerte sich um 1,2 % auf 24.404 Punkten. Der Nasdaq schloss 1,9 % tiefer auf 7.020 Punkte. Der DAX ging 0,5 % tiefer auf 11.090,11 Punkten aus dem Handel.

22.01.2019
May will neue Verhandlungen mit EU

Die meisten Marktteilnehmer hatten wohl insgeheim gehofft, dass Theresa May während ihrer gestrigen Rede im Unterhaus doch noch eine Überraschung parat haben würde, um die verfahrene Brexit-Lage zu entschärfen. Vergebens, denn ihr Plan B lautet: Wir machen weiter mit Plan A. Die britische Regierungschefin will die Verhandlungen mit der EU über die Notfallplanung für die Nordirland-Frage wieder aufnehmen. Der sogenannte Backstop sieht vor, dass auf unbestimmte Zeit Nordirland und Großbritannien in einer Zollunion mit der EU und Nordirland zusätzlich im EU-Binnenmarkt verbleiben, sollte bis zum Ende der Übergangsphase nach einem Brexit keine Lösung für Nordirland gefunden werden.

May will nun einen Vorschlag eruieren, welcher sowohl den Verpflichtungen gegenüber den Menschen in der Republik Irland und den Menschen im zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland gerecht wird als auch eine Aussicht auf eine Mehrheit im Unterhaus hat. Der Dax dürfte sich angesichts der fortwährenden Brexit-Unsicherheit zurückhaltend Zeigen und ging mit 11.136 Punkten aus dem Handel.

21.01.2019
Alle Augen sind auf London gerichtet

Am heutigen Montag soll Theresa May einen Plan B für den Ausstieg Großbritanniens aus der EU präsentieren. Nach dem krachenden Votum des Unterhauses gegen Plan A hat sie Gespräche geführt mit verschiedensten Parlamentariern. Diese Gespräche finden jedoch ohne Jeremy Corbyn statt, Labour-Chef und Oppositionsführer im Unterhaus. Was Frau May heute als Neuigkeit verkünden will? Vielleicht die Idee eines zusätzlichen, separaten Vertrages mit der Republik Irland: nicht sehr vielversprechend. Worüber dann am 29. Januar im Parlament abgestimmt werden könnte: völlig unklar. Das wahrscheinlichste Szenario einstweilen: eine Verschiebung des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU, einstweilen terminiert auf den 29. März d. J. Der Dow Jones notierte am Freitag 1,4 % höher bei 24.706 Punkten. Der Nasdaq legte 1,0 % auf 7.157 Punkte zu. Der DAX schloss 2,6 % höher bei 11.205,54 Punkten.

China meldete das niedrigste Wachstum seit der Weltfinanzkrise 2008, und zwar 6,4 % in der Jahresrate im vierten Quartal 2018. Die Binnennachfrage und die Exporte (Handelsstreit) waren betroffen.

Rechtshinweis

Hierbei handelt es lediglich um allgemeine Marktinformationen. Diese wurden von der Hypo Vorarlberg erstellt und beruhen auf allgemein zugänglichen öffentlichen Informationen, welche die Hypo Vorarlberg als zuverlässig erachtet. Die in dieser Publikation enthaltenen Empfehlungen sind nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt worden und unterliegen auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

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