Die militärische Eskalation im Nahen Osten versetzt die Finanzmärkte in Unruhe. Steigende Energiepreise infolge des Iran-Konflikts heizen die Inflation an und dämpfen die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen. Die weitere Marktstimmung hängt entscheidend von einer möglichen Deeskalation ab: Nur ein Ende der Spannungen würde den Fokus wieder auf solide Wirtschaftsdaten und eine Normalisierung der Geldpolitik lenken.

Anleihen

Die Inflationsangst treibt die Renditen weltweit: 10-jährige US-Treasuries kletterten auf 4,3 %, während deutsche Bundesanleihen die 3%-Marke testen. Selbst in Japan steigen die Zinsen deutlich; 10-jährige JGBs erreichten mit ca. 2,4 % ein Mehrjahreshoch. Besonders drastisch ist die Kehrtwende bei den Zinserwartungen: Waren zu Jahresbeginn für die USA noch 2–3 Senkungen eingepreist, rechnet der Markt für 2026 nun mit keinerlei Senkung mehr. In Europa hat sich das Blatt komplett gewendet: Hier werden aktuell sogar drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte eingepreist.

Aktien

Die Aktienmärkte stehen im Bann des Iran-Konflikts. Während die Straße von Hormus blockiert bleibt und Brent-Öl Richtung 120 USD kletterte, sorgten widersprüchliche Signale aus den USA für enorme Volatilität. Trotz kurzzeitiger Entspannungshoffnung belasten neue Drohungen die Kurse. US-Aktien entwickeln sich dabei stabiler als europäische Titel: Sie profitieren massiv vom erstarkten US-Dollar sowie der nationalen Energieautonomie, die das Risiko von Versorgungsengpässen dämpft. In Europa wiegen die Abhängigkeit vom globalen Rohstoffhandel und die drohende Knappheit deutlich schwerer.

Alternative Investments

Alternative Investments zeigen eine starke Divergenz: Während Energierohstoffe durch die Eskalation im Nahen Osten massiv zulegten, stagnierten Industriemetalle wegen konjunktureller Sorgen. Gold bestätigte seine Rolle als „sicherer Hafen“, geriet jedoch durch den starken USD und geänderte Zinserwartungen unter Druck. Belastend wirkten zudem massive Goldverkäufe der türkischen Notenbank, die zur Stützung der Lira innerhalb von zwei Wochen rund 58 Tonnen Gold (ca. 8 Mrd. USD) veräußerte. Dies verdeutlicht die Entkopplung defensiver Werte von zyklischen Rohstoffen.

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Disclaimer: Die Publikation InvestmentKompass erscheint monatlich und beschreibt die Entwicklung an den Finanzmärkten (Volkswirtschaft, Renten- und Aktienmarkt, Alternative Investments). Zudem werden die Veränderungen der Asset Allokation dargestellt. Es handelt sich bei den veröffentlichten Informationen um Marketingmitteilungen im Sinne des Wertpapieraufsichtsgesetzes. Diese dienen lediglich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar und ersetzen auch nicht eine persönliche Beratung. Die Informationen beruhen auf der eigenen Einschätzung der Marktsituation, für die Richtigkeit und den Eintritt eines bestimmten Erfolges kann keine Gewähr übernommen werden. Trotz sorgfältiger Recherche wird keinerlei Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der angegebenen Daten übernommen. Alle Angaben zur Wertentwicklung basieren auf Vergangenheitswerten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf eine zukünftige Wertentwicklung zu. Prognosen stellen bloße Schätzungen zum Zeitpunkt der Erstellung dar und sind kein verlässlicher Indikator für die tatsächliche künftige Ertragsentwicklung. Die Bruttowertentwicklung kann durch Gebühren, Spesen, Steuern oder sonstige Gebühren gemindert werden. Für Investitionen, die von der Referenzwährung EURO abweichen, besteht zusätzlich ein Währungsrisiko.

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