- 28. Jänner 2026
EU und Indien mit Handelsabkommen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Indiens Premier Narendra Modi teilten gestern in Neu-Delhi mit, man habe die Verhandlungen über eine Freihandelszone abgeschlossen. Nun sollen Zölle für 96 % der gehandelten Waren und Dienstleistungen gesenkt oder gänzlich abgeschafft werden. Modi spricht von der "Mutter aller Abkommen" - schließlich umfassen die derart verbundenen Märkte rund 1,9 Mrd. Einwohner (Indien: 1,45 Mrd., EU: 450 Mio.) und gleichsam 25 % der globalen Wirtschaftsleistung. Auch EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen feiert den Deal: "Wir haben der Welt ein Signal gesendet, dass regelbasierte Zusammenarbeit nach wie vor großartige Ergebnisse liefert." Nach der jüngsten Verzögerung des Mercosur-Abkommens durch das EU-Parlament ist eine solche Erfolgsmeldung höchst willkommen; fast 20 Jahre Verhandlungen gingen der Einigung voraus. Im Hinblick auf das Handelsvolumen wird das Abkommen zwar nicht so umfassend sein wie dasjenige mit den Mercosur-Staaten. Angesichts der Größe des indischen Marktes ist es dennoch eines der größten, das bislang vereinbart wurden. Die EU erwartet nun bis 2032 eine Verdoppelung der EU-Exporte nach Indien, was einem jährlichen Wachstum von 12 % entsprechen würde. Dies scheint durchaus plausibel, weil Indien die Zölle in jenen Bereichen senkt, wo unsere Industrie profitiert (Autos, Maschinen, Flugzeugbau), während die EU ihre ohnehin relativ niedrigen Zölle v.a. auf Konsumgüter (Textilien, Lederwaren, Möbel, Schmuck) sowie Metalle und chemische Produkte senkt. Einige "heilige Kühe" für manche EU-Staaten, diverse Agrarsektoren, werden ausgeklammert. Proteste wie beim Mercosur-Abkommen sind daher nicht zu befürchten. "Empfindliche Agrarsektoren werden vollständig geschützt, da Produkte wie Rindfleisch, Geflügelfleisch, Reis und Zucker von der Liberalisierung im Rahmen des Abkommens ausgenommen sind", so die EU-Kommission. Trump schwächt US-Dollar Der US-Dollar setzte seine Schwäche fort, nachdem US-Präsident Trump diese nach einem Interview noch schürte: Er sei demnach nicht beunruhigt über eine Dollar-Schwäche. S&P 500 mit neuem Rekord Die Aktienmärkte haben sich nach der schwächeren Vorwoche in der laufenden Handelswoche wieder stabilisiert. Der S&P 500 legte unter der Führung der Tech-Werte um 0,4 % zu und erreichte einen neuen Rekordstand. Die Berichtssaison zum vierten Quartal gewinnt jenseits des Atlantiks in diesen Tagen an Fahrt. Gestern legten u.a. General Motors und UPS ihre Zahlen vor. Beide fielen über den Erwartungen aus. In dieser Handelswoche öffnen insgesamt 102 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Bücher. Heute wird es besonders spannend, wenn mit Tesla, Microsoft und Meta gleich drei der "Glorreichen 7" ihre Zahlen vorlegen. Der Fokus der beiden letztgenannten dürfte auf den Aussagen zum KI-Geschäft und den Investitionsplänen liegen. Hierauf dürften die Anleger besonders sensibel reagieren. Zudem steht heute der Zinsentscheid der US-Notenbank auf der Agenda. Dieser dürfte allerdings aus zwei Gründen nicht die Hauptaufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf sich ziehen. Erstens gilt eine Zinspause als nahezu ausgemacht. Zweitens steht die Nominierung des Nachfolgers für Fed-Chef Powell durch Donald Trump möglicherweise unmittelbar bevor, so dass die Personalfrage in den Vordergrund rückt. Größere Finanzmarktverwerfungen stehen nur zu erwarten, falls der Präsident einen Namen aus dem Hut zaubern sollte, der nicht auf der bekannten Kandidatenliste steht.
- 27. Jänner 2026
ifo-Geschäftsklimaindex stagniert Nach Angaben des ifo-Instituts verharrte das Geschäftsklima im Januar 2026 unverändert bei 87,6. Laut Bloomberg-Konsensschätzung hatten Analysten einen Anstieg auf 88,2 Punkte erwartet. Der Lageindex verbesserte sich minimal, während die Erwartungen geringfügig sanken. Insgesamt fielen die Daten damit enttäuschend aus. Die meisten anderen Indikatoren für die deutsche Konjunktur waren zuletzt eher im Vorwärtsgang. Die Lage der gewerblichen Wirtschaft ist nach wie vor nicht gut. Man sollte daher auch in den kommenden Wochen mit möglichen Enttäuschungen bei den Konjunkturdaten rechnen, nachdem es seit Jahresbeginn viele positive Überraschungen gab. Immerhin konnte der ifo-Index für das verarbeitende Gewerbe merklich zulegen. Sowohl die Einschätzungen der laufenden Geschäfte als auch der Erwartungen fielen in diesem Wirtschaftsbereich weniger schlecht aus. Dollar schwächelt nicht nur zum Euro Zu Wochenbeginn schwächelte der US-Dollar nicht nur zum Euro, sondern auch gegenüber den meisten wichtigen Währungen, darunter der japanische Yen und der Schweizer Franken. Spekulationen über koordinierte Interventionen der US-amerikanischen und der japanischen Behörden zur Stützung des Yen befeuerten die Abwertung der US-Währung und sorgten für Volatilität am Devisenmarkt. Im Handelsverlauf übersprang der Wechselkurs zeitweise sogar die Marke von 1,19 US-Dollar je Euro. Damit fiel der Greenback gegenüber der Gemeinschaftswährung auf den schwächsten Stand seit September 2025. Der Yen profitierte von den Spekulationen und notierte so stark gegenüber dem US-Dollar wie zuletzt vor zwei Monaten. US-Zolldrohung gegen Südkorea US-Präsident Donald Trump drohte gestern Südkorea eine Zollerhöhung für Autoimporte und andere Waren von 15 % auf 25 % an. Er begründete dies damit, dass das asiatische Land das im vergangenen Jahr geschlossene Handelsabkommen nicht einhalten würde. Da fast die Hälfte der südkoreanischen Autoexporte in die USA gehen, würde die Zollerhöhung das Land schwer treffen. Heute US-Konsumentenvertrauen Am heutigen Handelstag dürfte dem US-Konsumentenvertrauen für Januar unter den rar gesäten Makrodaten die höchste Aufmerksamkeit zukommen. Der private Konsum ist von großer Bedeutung für die US-Wirtschaft. Zuletzt war der Indikator fünf Mal in Folge gesunken. Die LBBW rechnet nun mit einem leichten Anstieg von 89,1 auf 90,0 Punkte. Zudem wird aus den USA der S&P Case-Shiller Hauspreisindex veröffentlicht. Darüber hinaus läuft die Berichtssaison der Unternehmen. Der wichtigste Termin in dieser Woche - die Zinsentscheidung der US-Notenbank - steht aber erst morgen an.
- 26. Jänner 2026
Hausse bei Edelmetallen hält an Der Goldpreis hat heute erneut für ein Ausrufezeichen gesorgt. Sogar für ein besonders dickes. Der Preis je Feinunze hat die Marke von 5.000 US-Dollar übersprungen. Den Silberpreis hat es gleich mitgerissen über die Marke von 100 US-Dollar je Feinunze. Was für diese Duplizität der Ereignisse ursächlich ist, ist nicht ganz klar, aber dieser doppelte Satz über die beiden runden Marken, selbstverständlich Allzeithochs, dürfte die Aufmerksamkeit für Edelmetalle weiter erhöhen. Gasspeicherstände sinken weiter Ein Blick aus dem Fenster verrät: Wir haben Winter. Dieser Winter ist sogar etwas strenger als in den letzten Jahren gewohnt. Was den einen freut, ist des anderen Last. Nicht nur auf Räumdienste wartet mehr Arbeit. Auch muss mehr geheizt werden. Die Gasspeicher in Deutschland leeren sich weiter in besorgniserregendem Tempo. Die AGSI - das steht für Aggregated Gas Storage Inventory und ist eine Datenbank für die Speicherstände in Europa - teilte mit, dass die Speicher in Deutschland per 24. Januar noch zu 37,49% gefüllt waren. Das ist zu diesem Zeitpunkt deutlich niedriger als in den Vorjahren. Zugegeben, mit der Errichtung der LNG-Terminals an Nord- und Ostsee hat Deutschland etwas mehr Möglichkeiten als bei Beginn des Ukraine-Krieges, sich Gas zu verschaffen. Aber wirklich beruhigend ist das nicht. Die Erdgas-Futures haben seit Anfang Januar von rund 28 US-Dollar auf aktuelle 42 US-Dollar für die Megawattsunde zugelegt, nachdem sie in den Wochen zuvor sehr stabil waren. Neben dem hiesigen Winterwetter könnte auch der Wintersturm in den USA zu diesem Kurssprung beigetragen haben. Ifo Geschäftsklima dürfte zulegen Zulegen dürfte heute auch das ifo-Geschäftsklima für Deutschland. Die LBBW erwartet einen Anstieg für den Januar von 87,6 auf 88,5. Lage und Erwartungen sollten vorrücken. Damit würde sich der zentrale Konjunkturindikator für Deutschland einreihen in die Zahl der positiven Nachrichten zur deutschen Konjunktur. Ende der Vorwoche haben zuletzt die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland zulegen können. Der Manufacturing Index stieg im Januar von 47,7 auf 48,7. Das ist zwar noch unter der Expansionsschwelle von 50, ab der echtes Wachstum der Geschäftstätigkeit beginnt. Aber da der Service-Index ebenfalls stieg und der zusammengefasste Composite-Index sich von 51,5 auf 52,5 verbesserte, lässt sich schlussfolgern, dass es eine leichte Wachstumsbeschleunigung für die Gesamtwirtschaft gab. Aus den USA werden heute die Zahlen für die Durable Goods Orders im Dezember gemeldet. Nachdem es im November um 2,2% zum Vormonat abwärts ging, rechnet die LBBW nun mit einem Anstieg um 3,0%. Die US-Konjunktur profitierte zuletzt stark von den Investitionen rund um das Thema Künstliche Intelligenz. Das dürfte zum Ende des Vorjahres noch einen kleinen Schub gegeben haben.
- 23. Jänner 2026
Entspannung im Grönland-Konflikt stützt Börsen, Halbleiter treiben Rally Der Rückgang geopolitischer Spannungen sowie ein Kurssprung bei den größten Chipherstellern haben die Aktienmärkte weltweit beflügelt. Der DAX stieg um 1,2 %, der S&P 500 legte um 0,6 % zu, nachdem die US-Rhetorik zur Grönland-Causa deutlich zurückgenommen wurde und so die angespannten Nerven an den Märkten beruhigte. Parallel setzten Halbleiteraktien ihre Rally fort. Aussagen von Nvidia-Chef Jensen Huang am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos nährten die Zuversicht in den anhaltenden Investitionszyklus rund um Künstliche Intelligenz. Zugleich bereitet Alibaba einem Insider zufolge den Börsengang seiner Chip-Sparte vor - ein weiterer Impuls für den Sektor. Trotz des Aufatmens an den Aktienmärkten setzte der Goldpreis seine Rally fort. Der Preis für eine Feinunze liegt nun nur noch knapp unter 5.000 USD. US-Arbeitsmarkt stabil, Q3-BIP-Wachstum bei 4,4% Die gestern veröffentlichten Daten zu den Anträgen auf US-Arbeitslosenhilfe verharrten zuletzt auf niedrigem Niveau. Die Erstanträge stiegen lediglich um 1.000 auf 200.000 - weniger als von Ökonomen im Median erwartet (209.000). Der Vier-Wochen-Durchschnitt fiel auf 201.500 und damit auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Die Zahl der Folgeanträge sank auf 1,85 Millionen, den tiefsten Stand seit November. Der US-Arbeitsmarkt scheint in einer robusteren Verfassung zu sein als befürchtet. Ebenfalls gestern wurde das BIP-Wachstum im dritten Quartal leicht nach oben revidiert. Die US-Wirtschaft expandierte preisbereinigt mit einer annualisierten Rate von 4,4 % und damit so kräftig wie seit zwei Jahren nicht. Getragen wurde die Aufwärtskorrektur von stärkeren Exporten und einem geringeren dämpfenden Effekt der Lagerbestände. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg nach der Bekanntgabe der Arbeitslosenanträge und der Q3-BIP-Zahlen auf 4,26 % an. Nach drei Zinssenkungen zur Stützung der Konjunktur dürfte die US-Notenbank vor dem Hintergrund dieser Zahlen kommende Woche in ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr die Zinsen unverändert lassen. Ausblick: Geopolitik bleibt im Fokus der Märkte Die asiatischen Aktienmärkte eröffneten nach den positiven Vorgaben aus den USA heute Morgen mit Kursgewinnen. Heute stehen keine wesentlichen Veröffentlichungen auf dem ökonomischen Datenkalender an. Die Geopolitik dürfte ungeachtet der jüngsten Entspannungstendenzen im Grönland-Konflikt weiterhin die Marktteilnehmer beschäftigen. Am Mittwoch treffen sich die US-Notenbanker zu ihrer ersten Zinsentscheidung des neuen Jahres. Eine Zinspause gilt als ausgemacht; im Fokus steht die Wortwahl von Fed-Chef Powell bezüglich des weiteren Kurses. Des Weiteren könnte US-Präsident Trump in der nächsten Woche seine mit Spannung erwartete Entscheidung zur Nachfolge von Fed-Chef Powell bekannt geben. Als Favorit gilt der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh. Auf dem Makrodatenkalender stehen das ifo-Geschäftsklima für Januar, die deutsche Inflation und die BIP-Zahlen für den Euroraum im Blickpunkt.
- 22. Jänner 2026
Trump bittet um ein Stückchen Eis Der US-Präsident hielt gestern nachmittag seine mit Spannung erwartete Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. In seiner an Selbstlob kaum zu überbietenden Rede stellte Donald Trump die Erfolge des ersten Jahres seiner Präsidentschaft heraus. Die US-Wirtschaft boome, die US-Aktienmärkte haussierten und das Inflationsgespenst sei vertrieben. Auch wenn Donald Trump in der Darstellung seiner wirtschaftlichen Erfolge übertrieben hat, ist eine positive Wirtschaftsentwicklung, abgesehen vom Arbeitsmarkt, in den Vereinigten Staaten nicht zu bestreiten. Damit ist jedoch nicht geklärt, ob die US-Wirtschaft wegen oder trotz Donald Trump in guter Verfassung ist. Fest steht zumindest, dass die US-Unternehmen trotz der von Donald Trump in seiner Rede hervorgehobenen Sofortabschreibungen außerhalb des KI-Sektors mit Investitionen sehr zögerlich sind. In seinen Ausführungen zu Grönland, welches er mehrfach mit Island verwechselte, weckte Donald Trump Erinnerungen an den Hauptcharakter Don Vito Corleone im Roman "Der Pate" von Mario Puzo. Die Europäer könnten zu seiner kleinen Bitte "um ein Stückchen Eis" "Ja" oder "Nein" sagen. Der Präsident fuhr drohend fort: "Die Vereinigten Staaten würden sich die Antwort merken." Da aber Donald Trump gestern nachmittag gleichwohl Gewalt bei seinem Werben um Grönland ausgeschlossen hatte, drehte die Kursentwicklung an den europäischen Aktienmärkten im gestrigen Tagesverlauf leicht nach oben. Nach Börsenschluss in Europa verkündete Donald Trump schließlich auf seinem sozialen Netzwerk "Truth Social", dass er die gegenüber eine Reihe europäischer Staaten für Februar angekündigten Strafzölle nicht umsetzen wird. Es sei nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu einem Rahmen für ein zukünftiges Abkommen gekommen. Daraufhin machten die Aktienkurse an den US-Börsen einen Sprung nach oben, die US-Renditen fielen, und der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar. Nach dieser schlagzeilenträchtigen Kehrtwende sollte jedoch nicht untergehen, dass derweil in Washington der Oberste Gerichtshof die zur Entlassung der Fed-Gouverneurin Lisa Cock vorgebrachten Argumente offenbar wenig überzeugend fand. EUGH soll Abkommen prüfen Das EU-Parlament beschloss gestern mit knapper Mehrheit, dass der EUGH das Mercosur-Abkommen prüfen soll. Damit wird das Inkrafttreten des Abkommens um Monate verzögert, immer vorausgesetzt, dass die südamerikanischen Handelspartner bis dahin bei der Stange bleiben. Die EU-Kommission könnte das Abkommen zwar vorläufig in Kraft setzen. Dies ist jedoch politisch umstritten. US-Wirtschaft startet 2026 mit Überhang "Amerika, Du hast es besser als unser Kontinent, das alte, hast keine verfallene Schlösser und keine Basalte." Diese Zeile aus einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahre 1827 passt treffend auf die derzeitige Wirtschaftslage diesseits und jenseits des Atlantiks. In den Vereinigten Staaten dürfte das Wirtschaftsministerium heute seine bisherige Schätzung in Höhe von 4,3 % (Jahresrate) für das Wachstum der US-Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2025 bestätigen. Für das Schlussquartal 2025 sagt das GDPNow-Modell der Fed St. Louis sogar eine Wachstumsrate von 5,4 % voraus. Nehmen wir diese Schätzung für bare Münze, so ergibt sich für das Jahr 2026 ein statistischer Überhang von 1,7 %. Dies bedeutet, dass die US-Wirtschaft selbst bei einer Stagnation ihrer Leistung in allen vier Quartalen dieses Jahres - worauf derzeit wenig hindeutet - schon eine Wachstumsrate von 1,7 % im Sack hätte. Im Gegensatz dazu wird das Wirtschaftsministerium in Berlin seine Wachstumsprognose für Deutschland für 2026 dem Vernehmen nach aufgrund der gestiegenen außenwirtschaftlichen Unsicherheiten von 1,3 % auf 1,0 % senken. Somit bleiben die Wachstumsperspektiven für Deutschland trotz des Rückenwindes seitens der Fiskalpolitik wolkenverhangen.
- 21. Jänner 2026
US-Vermögenswerte verzeichnen aktuell spürbare Belastungen Im Verlauf des gestrigen Handelstages verloren zahlreiche Finanzmarktwerte an Attraktivität bei Investorinnen und Investoren. Besonders betroffen waren US-Assets. Der Aktienindex S&P 500 fiel zeitweise unter den Schlussstand des Vorjahres, womit die Kursgewinne der ersten Handelstage 2026 vollständig verloren gingen. Auch der Rentenmarkt zeigte Schwäche: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf Werte nahe 4,30 %, ein Niveau, das zuletzt vor vier Monaten erreicht wurde. Diese Entwicklungen unterstützten den Euro, der gegenüber dem US-Dollar erneut die Marke von 1,17 USD überschritt. Gold bleibt auch im Jahr 2026 gefragt. Der Preis für eine Feinunze lag heute Morgen über 4.860 USD, was einem Anstieg von fast 13 % seit Jahresbeginn entspricht – innerhalb von nur drei Wochen. Edelmetalle spiegeln damit eine ausgeprägte Risikoaversion wider. Ein wiederkehrendes Muster? Die aktuellen Bewegungen an den Finanzmärkten könnten teilweise mit politischen und wirtschaftspolitischen Entscheidungen in den Vereinigten Staaten zusammenhängen. Vor rund einem Jahr trat eine neue Regierung ihr Amt im Oval Office an. In den darauffolgenden Monaten gab der US‑Dollar spürbar nach: Der Wechselkurs stieg von etwa 1,03 USD je Euro auf rund 1,18 USD innerhalb von fünf Monaten. Da es in diesem Zeitraum weder in den USA noch im Euroraum relevante Leitzinsänderungen gab, wurde diese Entwicklung verschiedentlich diskutiert. Eine mögliche Erklärung ist, dass eine gezielte Abschwächung der eigenen Währung wirtschaftspolitisch erwünscht sein kann, da ein schwächerer Dollar tendenziell die Wettbewerbsfähigkeit von US‑Exporten verbessert und Importe relativ verteuert. Auch aktuell könnte eine Kombination aus politischen Signalen und wirtschaftspolitischen Erwartungen Einfluss auf die Marktbewegungen haben. Es wird zudem erwartet, dass politische Entscheidungen der US‑Regierung weiterhin internationale Entwicklungen prägen. Das Weltwirtschaftsforum in Davos bildet hierfür einen wichtigen Rahmen. Die ursprünglich geplante Anreise musste aufgrund technischer Probleme unterbrochen werden, soll jedoch mit einem anderen Flugzeug fortgesetzt werden.
- 20. Jänner 2026
Gold und Silber weiter auf Rekordfahrt Die neue Börsenwoche startete mit einem Dämpfer. In den USA blieben die Kassamärkte zum Martin-Luther-King-Feiertag geschlossen, doch die Futures gaben den Takt vor: S&P-500- und Nasdaq-Kontrakte tendierten deutlich schwächer. Nach der Rally der vergangenen Wochen nahmen Investoren Risiko heraus und sicherten Gewinne. In Frankfurt verlor der DAX im Xetra-Handel gut 1,34 % auf 24.959 Punkte. Treiber sind weniger neue Konjunktursorgen als der wieder aufflammende Handelskonflikt mit den USA. Drohende Zusatz-Zölle auf europäische Importe rücken einen transatlantischen Streit zurück in den Fokus und erhöhen die Vorsicht. Edelmetalle blieben gesucht: Gold und Silber markierten Rekorde. Gold stieg auf 4.690,50 USD je Feinunze und erreichte damit zum hundertsten Mal seit Anfang 2024 ein Rekordhoch. In Euro wurde erstmals die 4.000er-Marke überschritten. Erdgaspreise legen deutlich zu Die europäischen Erdgaspreise haben in der vergangenen Woche eine der kräftigsten Rallys seit über zwei Jahren verzeichnet. Der Kontrakt für die Lieferung im kommenden Monat stieg an der niederländischen TTF zeitweise um mehr als 35 % auf rund 38 Euro je Megawattstunde. Auslöser war eine Kältewelle in Europa und Asien, die die Nachfrage nach kurzfristig verfügbarem Gas stark erhöhte. Zugleich sind die Gasspeicher nur noch zu knapp 52 % gefüllt - deutlich weniger als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Zusätzlichen Druck brachten politische Spannungen im Nahen Osten sowie Ausfälle französischer Kernkraftwerke infolge von Winterstürmen. Am Terminmarkt verstärkte sich die Bewegung, weil Händler mit spekulativen Verkaufspositionen ihre Shorts bei steigenden Preisen eindecken mussten. Der Preissprung unterstreicht, wie empfindlich der europäische Markt trotz steigender LNG-Importe bleibt. Kurzfristig dürfte die Entwicklung schwankungsanfällig bleiben, geprägt durch Wetter, geopolitische Faktoren und den weltweiten Wettbewerb um Lieferungen. Für das Gesamtjahr 2026 werden inzwischen Preise von mehr als 30 Euro je Megawattstunde gehandelt - über dem Niveau von Dezember 2025 und der ersten Januarwoche 2026. Erzeugerpreise und ZEW-Index heute im Fokus Ein Blick auf die Konjunkturdaten: Um 8:00 Uhr veröffentlicht Destatis den Erzeugerpreisindex (PPI) für Dezember 2025. Die LBBW rechnet M/M mit einem Minus von 0,1 % - ein Signal, dass der Preisdruck auf der vorgelagerten Stufe zum Jahresende etwas nachgelassen hat. Zum Vergleich: Im November 2025 blieben die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat unverändert (0,0 % M/M), im Jahresvergleich lagen sie -2,3 % unter Vorjahr. Ein weiterer kleiner Rückgang im Dezember würde das Bild bestätigen: Die Kostenwelle ist gebrochen. Entscheidend ist nun, ob die Entspannung breit genug ist, um auch die Verbraucherpreise weiter zu entlasten. Um 11:00 Uhr veröffentlicht das ZEW die Konjunkturerwartungen für Januar. Die LBBW rechnet mit einem Rückgang auf 35,0 Punkte nach 45,8 im Dezember. Damit würde sich die Stimmung der Finanzmarktexperten zwar spürbar eintrüben - sie bliebe aber klar im positiven Bereich und würde damit weiterhin Zuversicht für die kommenden sechs Monate signalisieren.
- 19. Jänner 2026
Die EU erwägt Gegenmaßnahmen Das Weiße Haus lässt nicht locker. Auf dem hochrangigen Treffen der Vertreter Dänemarks, Grönlands und der USA war die Einsetzung einer Kommission beschlossen worden, aber mit welchem Ziel? Aus Sicht der US-Regierung sollen nur noch die Modalitäten des Erwerbs ausgehandelt werden, während die dänisch-grönländische Seite dieses Ansinnen komplett ablehnt. Am Wochenende legte der US-Präsident höchstpersönlich nach: Um den Druck zu erhöhen, sollen auf Exporte einiger europäischer Länder Strafzölle erhoben werden, zunächst 10 % ab Februar, dann 25 % ab Juni. Treffen sollen sie diejenigen Staaten, die Soldaten in den Hohen Norden entsandt haben. Damit soll ein Keil in die EU getrieben werden, um diese zu spalten. Der Außenhandel ist jedoch Unions-Angelegenheit, und am Sonntag berieten europäische Spitzenpolitiker über Gegenmaßnahmen. Zunächst käme die 2025 ausgearbeitete Liste von Gegenzöllen zum Einsatz. Diese ist nur bis zum 6. Februar ausgesetzt und träte ohne neuen Beschluss automatisch wieder in Kraft. Die zweite Stufe brächte EU-Regeln gegen wirtschaftliche Erpressung zum Einsatz und träfe dann auch US-Dienstleistungen, Stichwort: Digitalsteuer. Erste Konsequenz des Streites: Die für den 26.01. geplante Abstimmung im EU-Parlament über das mit der Trump-Regierung geschlossene Handelsabkommen wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Ende der Woche soll in Brüssel ein Krisengipfel stattfinden. Trump hält Hof in Davos Am heutigen Montag beginnt das jährliche Stelldichein der Welt-Wirtschaftselite im verschneiten Davos. Das Motto ist optimistisch gewählt: "Im Geist des Dialogs". US-Präsident Trump rückt in diesem Jahr mit einer rekordgroßen Delegation an. Neben den Grönland-Annexionsplänen stehen auch Verhandlungen mit der Ukraine auf der Agenda. Da sich Kyjiw der russischen Friedenspolitik partout nicht beugen will, hat Moskau mit einem beispiellosen Angriff auf die Energieversorgung der Ukraine nachgelegt. Gerichtsprozesse im Fokus Für die Börsen sind die Aussichten auf ein Wiederaufleben des Handelsstreites natürlich Gift. Dies gilt umso mehr, als die Marktstimmung laut Auswertung von Sentix eher Skepsis als Kauflust zeigt. Am Freitag hatten die Märkte konsolidiert, der S&P 500 schloss ebenso wie zuvor der DAX etwas leichter. Einen Trost gab es für Dänemark: Novo Nordisk war Top-Gewinner in Europa, nachdem ein neues Medikament zur Gewichtsreduktion ermutigende Studienergebnisse gezeigt hatte. Ansonsten bewegten Gerichtsprozesse die Kurse: Nachdem ein US-Gericht den Baustopp für ein Offshore-Windprojekt von Oersted und Equinor vor der Küste von New York aufgehoben hatte, legten deren Aktien kräftig zu. Bayer kann sich Hoffnungen machen, dass der Supreme Court die Glyphosat-Klagen zentral regelt. Donald Trump will JP Morgan wegen des Entzugs von Bankdienstleistungen nach dem Sturm auf das US-Kapitol verklagen, und Elon Musk zieht gegen Open AI und Microsoft wegen entgangener Gewinnbeteiligungen vor Gericht. Chinas Wirtschaft verliert an Tempo Chinas Statistikamt meldete 4,5 % Wachstum im vierten Quartal und 5,0 % im Gesamtjahr. Die Schätzungen der LBBW liegen niedriger, da sie die offiziellen Zahlen für überhöht halten. Fest steht aber, das Chinas Wirtschaft an Schwung verliert: Der Export boomt, der Binnenkonsum hinkt hinterher. In den USA ist Feiertag, daher müssen die Anleger bis Dienstag auf die nächsten Quartalszahlen warten.
- 16. Jänner 2026
Leichter BIP-Zuwachs um 0,2 % Gestern wurden die vorläufigen BIP-Zahlen für Deutschland veröffentlicht: Im vierten Quartal 2025 gab es ein leichtes Wachstum von 0,2 % gegenüber dem dritten Quartal. Zudem wurden die Vorquartale revidiert und fielen etwas besser aus als zuvor gemeldet. Auch für das Gesamtjahr 2025 meldete das Statistische Bundesamt ein vorläufiges reales BIP-Wachstum von 0,2 % (bzw. +0,3 % nach Berücksichtigung von Kalendereffekten). Erfahrungsgemäß muss auch hier noch mit einer späteren leichten Revision der Zahlen gerechnet werden. Fest steht dagegen, dass die deutsche Wirtschaft drei schwache Jahre in Folge hinter sich hat (nach -0,7 % im Jahr 2023 und -0,5 % im Jahr 2024). Auto-Anleihen fuhren 2025 gut EUR-Unternehmensanleihen im Investmentgrade erzielten im vergangenen Jahr eine Performance von +2,7 %, während Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit nur knapp im Plus landeten (+0,5 %). Dabei schnitt die oft gebeutelte Autobranche überdurchschnittlich gut ab: Mit +3,9 % fuhr sie den mit Abstand höchsten Total Return ein. Investoren profitierten dabei von im Branchenvergleich hohen Risikozuschlägen für den Autosektor im Jahr 2025. Zudem bescherte das gute Marktumfeld einen Rückgang der Aufschläge von Unternehmensanleihen gegenüber Bundesanleihen, was für Kursgewinne sorgte. Der Automobilsektor konnte 2025 sogar den stärksten Rückgang dieser Risiko-Aufschläge verbuchen (um mehr als 30 Basispunkte). Aktuell weist der Auto-Sektor weiterhin vergleichsweise höhere Aufschläge auf unter Berücksichtigung der Restlaufzeiten: So dauert es bis zum Rückzahlungstermin hier durchschnittlich 4 Jahre und im Gesamtmarkt 6 Jahre. Heute US-Daten im Fokus Die Aktienmärkte bewegten sich gestern in einer überschaubaren Bandbreite. Ebenso wie der DAX schloss auch der S&P 500 um rund 0,3 % höher. Heute könnte der Januar-Verfallstag an den Terminbörsen für etwas größere Tagesausschläge sorgen. Ansonsten stehen weiterhin die USA im Fokus: Heute werden Daten zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung im Dezember veröffentlicht. Zudem gibt es ein Januar-Update für den NAHB-Index (National Association of Home Builders), der die Stimmung in der US-Baubranche bewertet. Zum Wochenschluss legen außerdem noch vier Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Zahlen vor.
- 15. Jänner 2026
Avisierte Neuwahlen schwächen Yen Der japanische Yen erreichte gestern nach Spekulationen über Neuwahlen mit 159,45 Yen pro US-Dollar den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren. Die "Takaichi-Trades" schwächten den Yen schon seit einigen Monaten. Die 64jährige Premierministerin Takaichi war erst Ende Oktober als erste Regierungschefin ins Amt gewählt worden. Sie ist Verfechterin niedriger Zinsen und großzügiger Konjunkturprogramme. Speziell ersteres belastet nach aller Erfahrung eine Währung. Die Märkte gehen davon aus, dass Takaichi Druck auf die Bank of Japan in Richtung niedriger Leitzinsen ausüben wird. Dies auch, um die Zinsbelastung des Staates im Griff und damit weitere Ausgabenprogramme finanzierbar zu halten. Ihre hohen Beliebtheitswerte will sie nun für Neuwahlen im Februar nutzen. Würde sie für die LDP die absolute Mehrheit zurückerobern, könnte sie ihren Politikmix klarer durchsetzen. Für den Yen wäre das eine zusätzliche Belastung. Allerdings wird die BoJ ihrem Wunsch wohl nicht nachkommen. Sie wird vielmehr ihrem Zinserhöhungspfad weiter folgen, zumal die Kern-Inflationsrate weiterhin über 3 % liegt. Zuletzt wurde der Leitzins im Dezember auf 0,75 % angehoben. Auch an den Renten- und Aktienmärkten hinterlässt Takaichi ihre Spuren: Nikkei und Topix sind dank expansiver Fiskalpolitik auf Rekordkurs, und 10jährige japanische JGBs markierten gestern das höchste Renditeniveau seit 1999. Das steigende Zins- und Renditeniveau Japans hat potenziell globale Implikationen: Wegen wachsender relativer Attraktivität von JGBs könnten japanische Investoren Anlagegelder verstärkt auf den heimischen Markt umschichten. Dies würde Aufwärtsdruck für Renditen 10-jähriger US-Treasuries sowie für langlaufende EUR-Staatstitel bringen. Wie schon 2024 könnte eine zu rasche Rückabwicklung von Carry-Trades auch an den Aktien- und Währungsmärkten spürbar sein. Rekordjahr für Chinas Außenhandel Die gestern veröffentlichten Außenhandelsdaten Chinas für Dezember 2025 markieren den Schlusspunkt eines Ausnahmejahres. Trotz anhaltender handelspolitischer Turbulenzen schloss China das Jahr mit einem Rekordüberschuss von rund 1,2 Bio. USD ab - ein Plus von 20 % gegenüber 2024. Im direkten Handel rutschen die USA in ihrer Bedeutung als Exportmarkt deutlich ab. Auf Jahressicht steht ein Rückgang der Ausfuhren um 20 % zu Buche. Zwar bleiben die USA mit einem Anteil von 11 % der größte Einzelmarkt, der Abwärtstrend beschleunigte sich jedoch gegen Jahresende. Das Rekordwachstum in andere Regionen (darunter ASEAN: +13,4 %, Afrika: +25,8 %, EU: +8,4 %) unterstreicht Chinas industrielle Stärke und zunehmende Diversifizierung in Richtung Schwellenländermärkte. Insbesondere der anhaltende KI-Boom sowie die hohe Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wirkten als Motor für die Industrie in der Volksrepublik. Zu Beginn des neuen Jahres dürfte sich die Resilienz des chinesischen Exportsektors weiter fortsetzen. BIP-Deutschland auf der Agenda Nach dem positiven Jahresstart gingen DAX und S&P 500 gestern auf Konsolidierungskurs. An der Wall Street zählten Banken nach den ersten Zahlenvorlagen zu den größten Verlierern, auch Tech-Aktien kamen unter Druck. In Japan geht die Rekordfahrt indes weiter. Heute setzt sich die Berichtssaison fort: Unter anderem werden Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre Zahlen zum vierten Quartal vorlegen. Von Konjunkturseite wird heute Vormittag die erste Schätzung für das BIP-Wachstum Deutschland für das Gesamtjahr 2025 erwartet.
- 14. Jänner 2026
DAX setzt Rekordjagd fort In den ersten acht Handelstagen des neuen Jahres erreichte der DAX bisher sieben neue Allzeithochs - und das in Folge. Seit Jahresbeginn steht bereits eine Performance von 3,8 % zu Buche. Nach dem 22. Dezember beendete der Index jeden Handelstag im grünen Bereich - das waren bisher 11 Tage hintereinander. Das ist die längste Gewinnserie in diesem Jahrtausend. Gestern fand diese Gewinnserie fast ein Ende. Doch nach anfänglichen Gewinnmitnahmen beendete der DAX den Handel knapp im Plus bei 25.421 Punkten. Es scheint, als würden die Anleger die Vielzahl der verunsichernden Schlagzeilen im In- und Ausland seit Jahresanfang systematisch aus dem Blickfeld drängen. Auch die verhaltenen Nachrichten zum Auftakt der Quartalsberichterstattung in den USA fand hierzulande kaum Beachtung. Mit den gestrigen Quartalszahlen von JP Morgan, BNY Mellon sowie Delta Air Lines startete die US-Berichtssaison für das Schlussquartal 2025. Die Konzernbilanzen und die Inflationsdaten (s. unten) stimmten die Investoren leicht pessimistisch. Der S&P 500 erreichte gestern kein neues Allzeithoch und gab um 0,2 % auf 6.963 Punkte nach. Heute öffnen Wall-Street-Banken wie Citigroup, Wells Fargo und Bank of America ihre Bücher. US-Inflation unbeeindruckt von Zöllen In den USA ist der erwartete starke Inflationsanstieg infolge höherer Zölle einmal mehr ausgeblieben. Das gilt besonders mit Blick auf die Preisentwicklung ohne die stark schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise (Kerninflation). Die Kernteuerung stieg im Dezember 2025 gegenüber November um 0,2 % und blieb damit unter der Prognose von 0,3 %. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg sie um 2,6 % und verharrte damit auf dem Niveau von November. Auch die US-Headline-Inflation legte mit 2,7 % gegenüber dem Vorjahr in derselben Größenordnung zu wie im November. In Summe mussten die US-Verbraucher die Last der gestiegenen Einfuhrzölle also nicht tragen. Daher drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass die US-Unternehmen eine Einengung ihrer Gewinnmargen hinnehmen mussten. Dem ist aber nicht so. Die US-Unternehmen haben im zweiten und im dritten Quartal 2025 die Arbeitsproduktivität deutlich gesteigert. Dadurch sind die Lohnstückkosten jeweils gesunken. Dies dürfte die höheren Einstandskosten kompensiert haben. Sollten sich auch weiterhin keine nennenswerten Preiseffekte der verhängten US-Zölle zeigen, hätte die US-Notenbank (Fed) grundsätzlich Spielraum für weitere Zinssenkungen. Zunächst dürften die Notenbanker jedoch abwarten. Folglich ist davon auszugehen, dass die Zinsen auf der nächsten Sitzung Ende Januar unverändert bleiben. US-Daten im Fokus In den USA stehen Einzelhandelsumsätze und Erzeugerpreise für November auf der Agenda, die aufgrund des Shutdowns erst heute veröffentlicht werden. Die LBBW erwartet für die Einzelhandelsumsätze einen Anstieg um 0,4 % zum Vormonat nach einer Stagnation im Oktober. Der Erzeugerpreisindex dürfte im Monatsvergleich um 0,3 % zulegen. Damit käme von Seiten der Produzenten kein Inflationsdruck auf.
- 13. Jänner 2026
Politische Unsicherheit ohne Wirkung auf die Börsen Am Montag reagierten die Finanzmärkte in den USA und Europa auf die jüngsten Spannungen zwischen der US-Regierung und dem Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell. Das US-Justizministerium hatte zuletzt eine mögliche Anklage gegen Powell in den Raum gestellt. Hintergrund sind dessen Aussagen vor dem Kongress zu den auf rund 2,5 Milliarden US‑Dollar gestiegenen Renovierungskosten am Hauptsitz der Zentralbank in Washington. Trotz der politischen Auseinandersetzungen zeigten sich die Aktienmärkte stabil. Der DAX schloss mit einem Anstieg von 0,57 %, der Euro Stoxx 50 legte um 0,31 % zu, und der S&P 500 verzeichnete ein Plus von 0,16 %. Dollar schwächelt und Gold ist gefragt In Anbetracht der Gemengelage ist auch wieder ein Zufluss in Safe-Heaven-Assets zu beobachten. So sind derzeit vor allem Edelmetalle gefragt. Der Goldpreis profitierte besonders und markierte ein neues Rekordhoch oberhalb von 4.600 US-Dollar je Feinunze. Der Greenback, der negativ mit dem Goldpreis korreliert ist, wertete zudem weiter ab. Heute US-Inflationsdaten im Fokus Heute Mittag stehen die aktuellen US‑Inflationsdaten im Mittelpunkt. Der längere Regierungsstillstand in den Vereinigten Staaten ist zwar weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden, doch die nun anstehenden Zahlen dürften die ersten seit August sein, die wieder vollständig und unter regulären Bedingungen erhoben wurden. Für Dezember wird ein Anstieg der Verbraucherpreise um 0,4 % gegenüber dem Vormonat erwartet. Die Federal Reserve, die weiterhin zwischen ihrem Inflations- und Beschäftigungsauftrag abwägen muss, dürfte vorerst keine klare Entspannung signalisieren. Es wird damit gerechnet, dass sie auf ihrer Sitzung im Januar zunächst eine abwartende Position einnimmt und den Leitzins unverändert lässt. Zudem eröffnet JP Morgan heute die neue Berichtssaison, in deren Rahmen Unternehmen ihre aktuellen Geschäftszahlen vorlegen. Die Bank präsentiert ihre Ergebnisse in einem Umfeld, das sowohl Chancen als auch Risiken beinhaltet. Einerseits führen jüngste regulatorische Anpassungen zu geringeren Kapitalanforderungen, andererseits sorgt die Forderung des US‑Präsidenten nach einer Deckelung der Kreditkartenzinsen auf 10 % für zusätzliche Unsicherheit.