Obwohl sich das globale wirtschaftspolitische Umfeld verschlechtert hat, liegen die Aktienindizes deutlich über dem Vorjahresniveau,. Ein wesentlicher Treiber war die Erwartung rund um Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig wirft die Finanzierung der hohen Investitionen zunehmend Fragen auf.

Hohe Bewertungen und geringe Risikoprämien

Nach mehreren Jahren steigender Kurse bewegen sich die weltweiten Aktienmärkte auf einem im historischen Vergleich erhöhten Bewertungsniveau. Entsprechend gering ist der Renditeabstand zwischen Aktien und Anleihen. Die Erwartungen rund um Künstliche Intelligenz haben bislang sowohl die konjunkturelle Entwicklung als auch die Gewinne großer Unternehmen und die Kapitalmärkte unterstützt. In diesem Umfeld zeigen sich Anleger insgesamt zuversichtlich.

Konzentration und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen

Die US-Zollpolitik wirkt sich tendenziell preisstabilisierend auf einem höheren Niveau aus und trägt dazu bei, dass das Zinsumfeld vergleichsweise straff bleibt. Dies kann die konjunkturelle Dynamik in den USA sowie in exportorientierten Volkswirtschaften beeinflussen. Für Aktienmärkte bedeutet dies ein Umfeld, in dem Gewinnentwicklungen, Finanzierungskosten und Bewertungen stärker differenziert betrachtet werden müssen. Gleichzeitig hat sich die Marktkapitalisierung in den vergangenen Jahren stark auf wenige, vom KI-Trend geprägte Unternehmen konzentriert. Diese Firmen investieren umfangreich in Infrastruktur, was ihre zukünftige Ertragsentwicklung zeitweise beeinflussen kann. Die Finanzierungsstrukturen innerhalb des KI-Sektors sind komplex, spiegeln jedoch auch den langfristigen Innovationscharakter des Bereichs wider. Die US-Notenbank hat im Dezember den Leitzins zum dritten Mal in diesem Jahr um 25 Basispunkte auf 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt. Die nicht einstimmige Entscheidung unterstreicht den vorsichtigen Kurs der Geldpolitik: Einerseits wirkt er moderat entlastend, andererseits ist er weiterhin auf Stabilität und Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Chancen in Europa und Asien

Eine moderatere Gewinnentwicklung könnte die Bewertungsniveaus großer US-Technologiewerte stärker in den Fokus der Anleger:innen rücken. Für Investoren aus dem Euroraum bleibt zudem die Entwicklung der Wechselkurse ein relevanter Faktor, da geld- und währungspolitische Maßnahmen in den USA zunehmend strategisch eingesetzt werden. Für das Jahr 2026 zeichnet sich ein Marktumfeld ab, das von höherer Selektivität und zeitweiser Zurückhaltung geprägt sein dürfte. Außerhalb des US-Schwerpunkts bieten sich dabei interessante Perspektiven: Europäische und asiatische Aktienmärkte weisen im Vergleich attraktivere Bewertungen auf. Insbesondere nachhaltig dividendenstarke Unternehmen sowie solide aufgestellte mittelgroße Werte könnten hiervon profitieren.

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Säulendiagramm mit dem Titel „2026 dürften die Börsen temporär ins Minus rutschen“. Dargestellt ist die jährliche Schwankungsbreite des DAX seit 1988 in Prozent, gemessen als Maximum, Minimum und Jahresendstand (Per Ultimo). Die positiven Ausschläge zu Jahresbeginn fallen in vielen Jahren deutlich höher aus als die negativen Rückgänge. Gleichzeitig zeigen mehrere Jahre ausgeprägte temporäre Verluste, insbesondere in Phasen erhöhter Marktturbulenzen. Insgesamt verdeutlicht die Grafik die hohe Volatilität innerhalb einzelner Börsenjahre trotz häufig positiver Jahresendstände.
Gestapeltes Säulendiagramm mit dem Titel „Die gewaltigen KI-Investitionen werden die Bilanz belasten“. Dargestellt sind die jährlichen Investitionen der Unternehmen Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft von 2019 bis 2027 (Schätzungen ab 2025) in Milliarden US-Dollar. Zusätzlich zeigt eine Linie die jährlichen Abschreibungen. Die Investitionen steigen über den gesamten Zeitraum deutlich an, mit einem starken Sprung ab 2024. Parallel dazu nehmen auch die Abschreibungen kräftig zu, was auf eine wachsende Belastung der Unternehmensbilanzen hinweist.
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