Der Druck der Märkte wurde zu groß
Irgendwann wird Trump der Druck der Märkte zu viel: Das ist die Logik hinter dem Akronym "TACO"; Trump always chickens out, Trump kneift immer. Kursverluste an den Aktienmärkten, Spekulationen über steigende Leitzinsen an den Geldmärkten, sowie die steigenden Ölnotierungen, die unvermeidlich hohe Benzinpreise an den Zapfsäulen mit sich bringen - das alles ließ den US-Präsidenten sein am Wochenende verkündetes Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus noch einmal überdenken: Diese Frist wäre in der Nacht zum Dienstag abgelaufen, dann hätte das US-Militär Trump zufolge iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur angegriffen. Nun also die Kehrtwende: Um die (europäische) Mittagszeit setzte Trump via eigenem Truth-Social-Kanal einen Post ab, in dem er verkündete, in den nächsten fünf Tagen keine solche Angriffe fliegen zu wollen. Dies sei das Ergebnis "sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten" in den vergangenen beiden Tagen, so Trump. Innerhalb von 20 Minuten legte der DAX satte 1.300 Punkte zu, und der Preis für ein Barrel Brent fiel unter die Marke von 100 US-Dollar, nachdem im frühen Handel ein Zwischenhoch von 114 USD erreicht wurde. Zudem wurden die Zinserhöhungserwartungen wieder zurechtgestutzt: Statt 3 bis 4 Zinserhöhungen durch die EZB im weiteren Jahresverlauf sind es nun noch ca. 2 bis 3, die an den Geldmärkten eingepreist sind.
Rätselraten über Verhandlungspartner
Trump erläuterte später gegenüber der Presse, US-Gesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner hätten große Fortschritte in den Verhandlungen mit Iran gemacht. Man sei sich in insgesamt 15 Punkten einig, und man habe mit einem "respektierten" Vertreter Teherans gesprochen, dessen Identität allerdings nicht gelüftet wurde. Der neue oberste Führer Chamenei selbst sei es jedoch nicht gewesen. Das Nachrichtenportal "Politico" mutmaßte über Irans Parlamentspräsidenten Ghalibaf als Verhandlungspartner. Die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die der Revolutionsgarde nahestehen, erklärten jedoch, es gebe keinerlei direkte Kontakte zu den Vereinigten Staaten, auch nicht über Mittelsmänner. Die iranische Führung feierte die Ankündigung Trumps als Erfolg. "US-Präsident macht nach Irans deutlicher Warnung einen Rückzieher", so war es via Staatsfernsehen zu vernehmen. Derweil geht der gegenseitige Beschuss unvermindert weiter.
Neues Handelsabkommen der EU
Die Europäische Union und Australien haben nach langjährigen Verhandlungen ein Handelsabkommen unterzeichnet. In Canberra setzten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese ihre Unterschrift unter das Abkommen, mit dem sich die EU Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen wie Lithium sichern möchte. Es sieht den Abbau von Zöllen auf beiden Seiten vor und soll den Handel mit Dienstleistungen sowie wechselseitige Investitionen erleichtern.