- 10. März 2026
Volatilität am Ölmarkt Die Finanzmärkte stehen weiterhin unter dem Eindruck des Konflikts im Iran. Zeitweise überschritten die Preise für die Rohölsorten WTI und Brent die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, wobei Brent im Tagesverlauf Spitzenwerte von nahezu 120 US-Dollar erreichte. Als Gründe für den Anstieg gelten die anhaltenden Kampfhandlungen sowie die angespannte Versorgungslage. Da die Straße von Hormus faktisch unpassierbar bleibt, stauen sich in den Lieferländern die Vorräte, was zu Produktionsstopps führt – eine Entwicklung, die auch Flüssiggas betrifft. Die LBBW weist zudem darauf hin, dass die Ernennung von Modschtaba Chamenei als Signal für die fortbestehende Handlungsfähigkeit des Regimes gewertet werden kann. Preisrückgang im Tagesverlauf Im weiteren Handelsverlauf gaben die Ölpreise jedoch wieder nach. Auslöser waren Berichte über eine mögliche Freigabe strategischer Ölreserven durch die G7-Staaten sowie Signale der US-Regierung, Sanktionen gegen russisches Öl zu lockern. Zudem dämpften Spekulationen über ein baldiges Ende des Konflikts den Preisdruck, sodass Brent zuletzt wieder bei etwa 93 USD notierte. Diese Entspannung erfasste auch die Aktienmärkte: Der S&P 500 schloss mit einem Plus von 0,6 %, und auch die asiatischen Märkte tendierten daraufhin freundlicher. Geldpolitische Ausblicke Die gestiegenen Energiepreise verstärkten zuletzt die Inflationssorgen, was die Erwartungen an künftige Leitzinsen in Europa steigen ließ. Zwischenzeitlich wurden am Markt zwei Zinsschritte der EZB eingepreist. Aus Sicht der LBBW-Analysten könnte diese Erwartung jedoch zu weit gegriffen sein. Es wird davon ausgegangen, dass die EZB die Preissteigerungen als vorübergehend einstuft und den Einlagesatz zunächst unverändert lässt. Ein Grund hierfür ist das Risiko, dass ein Energiepreisschock die Konjunktur schwächen könnte, was eher expansive geldpolitische Maßnahmen erforderlich machen würde. Aktuelle Konjunkturdaten Für eine abschließende Bewertung der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts ist es noch zu früh, doch zeigten die Daten für Januar bereits erste Bremsspuren. Auftragseingänge: Nach Angaben von Destatis sanken diese um 11,1 %. Zwar war nach starken Vormonaten mit einem Rückgang gerechnet worden, das zweistellige Minus fiel jedoch deutlicher aus als erwartet. Produktion: Hier gab es ein Minus von 0,5 %, was sich laut Markteinschätzung noch im normalen Schwankungsbereich bewegt. Nach einer Phase überwiegend positiver Industriezahlen präsentierte sich die Konjunktur damit zuletzt wieder von einer unbeständigen Seite.
- 9. März 2026
Energiemärkte im Fokus nach Turbulenzen im Nahen Osten Nach dem knappen Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg – bei der die Grünen laut vorläufigem Ergebnis mit 30,2 % knapp vor der CDU (29,7 %) liegen – richtet sich die Aufmerksamkeit der Kapitalmärkte zu Wochenbeginn verstärkt auf den Ölpreis. Spannungen im Nahen Osten und Berichte über Beeinträchtigungen der Förderanlagen im Iran sowie logistische Verzögerungen in der Straße von Hormuz führten zu einem deutlichen Preisanstieg. Der Ölpreis bewegte sich infolgedessen über die Marke von 100 USD und notierte zeitweise in Richtung 120 USD je Barrel. Angesichts der komplexen Nachfolgefrage in der iranischen Führung und der ablehnenden Haltung der US-Administration bleibt die Lage vorerst unübersichtlich. Marktbeobachter stellen sich auf eine Phase erhöhter Volatilität ein, die laut Einschätzungen aus Washington noch einige Wochen anhalten könnte. Die Kursrückgänge vom vergangenen Freitag setzten sich an den asiatischen Börsen fort: Der japanische Nikkei gab um 7 % nach (behält jedoch im Jahresverlauf ein Plus von 3 %). Auch für die europäischen und US-amerikanischen Märkte deuten die Futures (S&P 500 bei -2 %) auf einen verhaltenen Wochenstart hin. Inflationsrisiken durch steigende Energiekosten Die jüngsten Entwicklungen am Energiemarkt könnten den Druck auf die Verbraucherpreise erhöhen und damit die Inflationsdaten der letzten Monate relativieren. Bereits am Freitag meldete das US-Arbeitsministerium für Februar einen Rückgang von 92.000 Stellen. Zwar war dieser Wert durch Streiks im Gesundheitssektor verzerrt, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Im Hauptszenario der LBBW wird weiterhin mit einer ersten US-Leitzinssenkung zur Jahresmitte 2026 gerechnet. Sollten die Energiepreise jedoch dauerhaft hoch bleiben, könnte der daraus resultierende Inflationsdruck den Spielraum für baldige Zinssenkungen einschränken. Berichtssaison und Makrodaten der Woche Neben der geopolitischen Lage steht der Ausblick der Unternehmen im Zentrum des Interesses. Heute präsentiert der US-Konzern Oracle seine Zahlen. Im Fokus stehen dabei die hohen Investitionen in die KI-Infrastruktur sowie die damit verbundenen Umstrukturierungen im Personalbereich. Während die US-Berichtssaison ausläuft, stehen in Deutschland wichtige Veröffentlichungen an: Montag: GEA Dienstag: Volkswagen, BioNTech Mittwoch: Rheinmetall, Henkel, Uniper Donnerstag: BMW, Brenntag, Daimler Truck, Hannover Rück, RWE, Zalando Zusätzlich werden am Mittwoch die Inflationsdaten für Deutschland und die USA (Februar) veröffentlicht, die weitere Signale für die künftige Geldpolitik liefern könnten.
- 6. März 2026
USA prüfen Kooperation mit Kyjiw bei Drohnenabwehr Trotz der optimistischen Lageberichte von Verteidigungsminister Pete Hegseth erweist sich der Widerstand der iranischen Revolutionsgarden als ausdauernder als zunächst angenommen. Hegseth selbst korrigierte seine Einschätzung der Einsatzdauer kürzlich von vier auf acht Wochen nach oben. Dieser strategische Druck könnte auch personelle Konsequenzen nach sich ziehen, wie die gestrige Entlassung der Heimatschutzministerin Kristi Noem durch Donald Trump verdeutlicht. Die militärische Bilanz der Operation ist derzeit zweigeteilt: Während die iranischen Seestreitkräfte massiv geschwächt und gezielte Schläge gegen Industriegebiete in Teheran geführt wurden, stellt die Abwehr iranischer Drohnen die USA weiterhin vor große Herausforderungen. Zuletzt wurden Ziele in Aserbaidschan sowie eine Raffinerie in Bahrain getroffen. Ein zentrales Problem bleibt dabei die Wirtschaftlichkeit, da der Einsatz hochpreisiger Abwehrraketen gegen kostengünstige Drohnen enorme Summen verschlingt. Berichten zufolge sucht das Pentagon daher nun die Zusammenarbeit mit der Ukraine, um von deren umfassender Erfahrung in der kosteneffizienten Drohnenbekämpfung zu profitieren. Für die Regierung in Kyjiw ergibt sich daraus eine neue strategische Bedeutung in der Kooperation mit Washington. US-Börsen stabiler als Europas Märkte Die Sperrung der Straße von Hormus hat derzeit spürbare Auswirkungen auf die globalen Märkte. Da in der Golfregion bedeutende Produzenten ansässig sind, führt die Situation zu steigenden Preisen bei Öl, Gas und Aluminium; zudem belastet die Beeinträchtigung des internationalen Flugverkehrs zunehmend die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund verzeichneten die europäischen Börsen zuletzt Kursrückgänge, wobei der Euro Stoxx 50 um 1,5 % und der DAX um 1,6 % nachgaben. Besonders die zurückhaltenden Prognosen von Unternehmen wie Deutsche Post DHL (-4,6 %) und Merck (-8,0 %) wirkten hierbei belastend, während Bayer (+1,0 %) aufgrund von Fortschritten bei der Beilegung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten zulegen konnte. Im Gegensatz dazu zeigten sich die US-Märkte resilienter: Die Wall Street konnte anfängliche Verluste weitgehend ausgleichen, sodass der S&P 500 lediglich mit einem Minus von 0,6 % schloss und der Nasdaq-Index mit -0,3 % nahezu unverändert blieb. Gestützt wurde diese Entwicklung durch positive Quartalszahlen des Chipdesigners Broadcom (+4,8 %) sowie deutliche Kursgewinne bei den Buchungsplattformen Expedia (+13,7 %) und Booking (+8,5 %). Letztere profitierten zudem von Berichten, wonach OpenAI Pläne für direkte Kaufabwicklungen innerhalb von ChatGPT vorerst nicht weiterverfolgt. Mit Blick auf den DAX fällt die bisherige Bilanz der Berichtssaison verhalten aus. Eine Auswertung der ersten 28 Unternehmensberichte zeigt, dass die aktuellen Ergebnisse zwar größtenteils den Erwartungen entsprachen, die Ausblicke jedoch zu rund 40 % von negativen Impulsen geprägt waren. Davon blieben auch bisher sehr erfolgreiche Unternehmen wie die Deutsche Telekom und Heidelberg Materials nicht ausgenommen, die ihre Prognosen teilweise anpassen mussten. Ausblick auf den US-Arbeitsmarkt und europäische Ratings Zum Ende der Woche steht die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts im Fokus der Marktbeobachter. Erwartet wird für den Monat Februar ein moderater Zuwachs von etwa 40.000 Stellen, während die Arbeitslosenquote leicht um 0,1 % auf 4,4 % ansteigen könnte. Parallel dazu geben die Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen Aufschluss über die aktuelle Konsumentwicklung, wobei für Februar ein geringfügiger Rückgang im Vergleich zum Vormonat prognostiziert wird. In Europa richtet sich die Aufmerksamkeit zudem auf die Ratingagentur Fitch, welche die Bonität von Portugal und Frankreich überprüft. Insbesondere die Bewertung Frankreichs wird an den Märkten genau verfolgt, da die Entwicklung der dortigen Staatsverschuldung sowie die aktuelle politische Situation in Paris wesentliche Faktoren für die künftige Kreditwürdigkeit des Landes darstellen.
- 5. März 2026
Entwicklung an den Finanzmärkten Nach anfänglichen moderaten Rückgängen seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten legten die US‑Aktienmärkte spürbar zu. Dazu trug bei, dass die Ölpreise nach dem deutlichen Anstieg nicht erneut die Höchststände vom Vortag von rund 85 Dollar je Barrel erreichten. Die USA kündigten Maßnahmen zur Stabilisierung der Öllieferungen im Persischen Golf an, darunter geplante Militäreskorten und zusätzliche Absicherungen für Transportversicherungen. Berichte über eine mögliche Gesprächsbereitschaft Irans auf Geheimdienstebene hinsichtlich eines möglichen Kriegsendes unterstützten die Stimmung zusätzlich. Der Dow Jones stieg um 0,5 % auf 48.739 Punkte, der S&P 500 um 0,8 % auf 6.870 Punkte. Auch in Europa kam es zu einer Erholung: Der DAX schloss 1,7 % höher bei 24.205,36 Punkten, der EuroStoxx 50 gewann 1,72 % auf 5.870,92 Punkte. Gasmarkt unter Druck Der europäische Gasmarkt verzeichnet erneut deutliche Preisanstiege. An der niederländischen TTF-Börse kletterte der Preis für kurzfristige Lieferungen auf 65,79 Euro je Megawattstunde, ein Plus von knapp 106 % gegenüber dem Freitagsschluss und der höchste Stand seit Januar 2023. Hintergrund ist die vorübergehende Stilllegung der LNG-Produktion im katarischen Exportkomplex Ras Laffan Industrial City nach einem iranischen Drohnenangriff. Die Anlage steht für rund ein Fünftel der weltweiten LNG-Produktion. Obwohl viele Lieferungen nach Asien gehen, verstärkt der Ausfall den globalen Wettbewerb um verfügbare Mengen und stützt damit die europäischen Preise. Zusätzlich belasten ungewöhnlich niedrige Speicherstände. Europa ist im Sommer auf hohe Importe angewiesen, und zusätzliche US-Lieferungen können kurzfristig nur begrenzt aushelfen. Die Dauer der Produktionsunterbrechung bleibt entscheidend. Zwar gab es zum Handelsschluss eine leichte Korrektur auf 48,79 Euro, doch das mittelfristige Chartbild deutet auf eine mögliche neue Aufwärtsphase hin. Energie bleibt damit ein wesentlicher Risikofaktor. Fokus weiterhin auf Nahost Die Märkte richten ihre Aufmerksamkeit weiterhin auf die Entwicklungen im Arabischen Golf. Konjunkturdaten treten vor diesem Hintergrund in den Hintergrund. Im Euroraum wird um 11:00 Uhr lediglich die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze für Januar erwartet. Am frühen Nachmittag folgen aus den USA der Importpreisindex für Januar sowie vorläufige Daten zur Produktivität (ohne Landwirtschaft) und zu den Lohnstückkosten für das vierte Quartal 2025.
- 4. März 2026
Aktien- und Anleihemärkte Aktien und Anleihen standen am Dienstag weltweit erneut unter Druck. Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen im Iran, die bislang keine Hinweise auf eine Entspannung erkennen lassen, sowie zunehmende Sorgen über mögliche längerfristige Störungen der Energiemärkte. Der Brent-Ölpreis stieg zeitweise auf über 85 USD. Der S&P 500 gab in einem breiten Marktabschwung zwischenzeitlich mehr als 2 Prozent nach, der DAX über 4 Prozent. An den Zinsmärkten rechnen Investoren inzwischen mit geringeren Chancen für zwei Zinssenkungen der US-Notenbank im Jahr 2026. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erhöhte sich angesichts gestiegener Inflationssorgen deutlich auf 4,07 Prozent. Für den Euroraum wird mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 25 Prozent eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte im laufenden Jahr eingepreist. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg um 10 Basispunkte auf 2,75 Prozent. Der US-Dollar legte zu, während der Goldpreis nach vier Tagen mit deutlichen Anstiegen eine Pause einlegte. Bedeutung der Straße von Hormus Im Fokus steht weiterhin die Straße von Hormus, ein zentraler Engpass des globalen Ölhandels. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird, ist derzeit blockiert. Vertreter der iranischen Revolutionsgarde kündigten im Staatsfernsehen an, Schiffe anzugreifen, die versuchen sollten, die Passage zu durchqueren. Die Internationale Energieagentur sprach von „erheblich beeinträchtigten“ Transportströmen, betonte jedoch, dass die Öl- und Gasproduktion in der Region bislang weitgehend stabil sei. Sollte die Blockade über mehrere Monate bestehen bleiben und zu zunehmenden Lieferengpässen führen, könnte dies die globale Konjunktur spürbar belasten. Zentralbanken würden einen solchen Angebotsschock voraussichtlich nicht mit zusätzlichen Zinserhöhungen beantworten, allerdings könnten geplante Zinssenkungen verschoben oder ausgesetzt werden. Maßnahmen der USA zur Sicherung des Öltransits Die US-Regierung bemüht sich, die Auswirkungen des Konflikts auf die weltweite Energieversorgung zu begrenzen. Washington plant, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus mit staatlichen Risikoversicherungen sowie Marine-Eskorten zu unterstützen. Präsident Trump erklärte, die US-Entwicklungsfinanzierungsbehörde DFC werde politische Risikoversicherungen für Reedereien, Charterer und große Seeversicherer bereitstellen, um Kriegsschäden und andere politische Risiken abzudecken. Zudem stellte er in Aussicht, dass die US-Marine Tanker „so bald wie möglich“ durch die Engstelle am Eingang zum Persischen Golf begleiten werde. Die Vereinigten Staaten würden den freien Energiefluss „unter allen Umständen“ gewährleisten. Die Märkte reagierten auf diese Ankündigungen nur begrenzt positiv. Es bestehen Zweifel, dass Versicherungen und Eskorten kurzfristig zu einer Normalisierung der Öl- und Gaslieferungen führen können. Der S&P 500 konnte seine Verluste im Tagesverlauf zwar halbieren und schloss mit einem Minus von 1 Prozent, doch die asiatischen Börsen eröffneten am Mittwoch erneut mit deutlichen Kursrückgängen und setzten damit den Abwärtstrend der vergangenen Tage fort. Nach heutigem Stand gehen wir von eher begrenzten und vorübergehenden Auswirkungen auf die globalen Kapitalmärkte aus – sofern es nicht zu einer nachhaltigen Eskalation oder länger anhaltenden Störungen der Energieversorgung kommt. Geopolitische Ereignisse führen erfahrungsgemäß vor allem kurzfristig zu erhöhter Nervosität, ohne langfristige Trends grundlegend zu verändern.
- 3. März 2026
Verbale Intervention der SNB Am Devisenmarkt war zum Wochenstart nach der Eskalation des Iran-Konflikts der Schweizer Franken zunächst als sicherer Hafen begehrt. Kurzzeitig näherte sich der Wechselkurs gestern der Marke von 0,9020 Franken je Euro. Im Tagesverlauf legte die Gemeinschaftswährung gegenüber der Schweizer Valuta aber wieder zu. Auch gegenüber dem US-Dollar war ein ähnliches Muster zu beobachten. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte zuvor in ungewohnt deutlicher Weise verkündet, dass ihre Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen erhöht sei. Diese verbale Intervention scheint für den im Tagesverlauf wieder schwächeren Franken verantwortlich zu sein. Die ohnehin schon starke eidgenössische Valuta hat bereits seit Mitte Januar nochmals zum Euro und zum US-Dollar aufgewertet. Auf Sicht der nächsten Monate dürfte der Status des Franken als sicherer Hafen angesichts der anhaltenden globalen Unsicherheit weiter bestimmend sein. Die LBBW geht daher bis Jahresmitte 2026 von einer Seitwärtsbewegung des Wechselkurses zum Euro aus. US-Dollar wieder gesucht Der US-Dollar konnte gestern Boden gegenüber dem Euro gutmachen. Der Anstieg des Ölpreises sorgte für Spekulationen, dass die Federal Reserve eine weniger lockere Geldpolitik als bisher angenommen betreiben könnte. Zudem profitierte der Greenback davon, dass die USA im Gegensatz zum Euroraum ein Nettoexporteur von Öl und Gas ist. Angesichts des Iran-Konflikts ist der Öl- und Gastransport über die Straße von Hormus, über die sonst ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls verschifft wird, massiv behindert. Zudem griff der Iran Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien und Katar an. Dies hatte gestern den Ölpreis auf den höchsten Stand seit über einem halben Jahr getrieben, unkontrollierte Panik blieb aber aus. Verunsicherung an Aktienmärkten Auch an den globalen Aktienmärkten lösten die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost Verunsicherung, aber keine Panik aus. Der DAX verlor 2,56 %, auch der Euro Stoxx 50 schloss deutlich in rotem Terrain. Jenseits des Atlantiks fiel das Minus beim Dow Jones mit 0,15 % deutlich geringer aus. Der Nasdaq Composite beschloss den volatilen Handel dagegen sogar mit einem Plus. Krisengewinnler war einmal mehr Gold. Der Preis des Edelmetalls kletterte gestern zeitweise über 5.400 US-Dollar je Feinunze. Ölmarkt bleibt im Fokus Auch am heutigen Handelstag bleibt der Ölmarkt im Fokus. Die Angebotsverknappung im Zuge der Behinderung des Schiffsverkehrs auf der Straße von Hormus und die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft sowie die Inflation dürften die Finanzmarktteilnehmer weiter beschäftigen. Entscheidend wird sein, ob der Schiffsweg in überschaubarer Zeit wieder befahren werden kann. Damit ließen sich größere Verwerfungen vermeiden. Die Angst vor steigenden Energiepreisen sorgte heute Morgen an den asiatischen Börsen erst einmal für deutliche Verluste. Makrodaten treten derzeit in den Hintergrund. Gestern fand der vom Institute for Supply Management (ISM) veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe kaum Beachtung. Er fiel weniger als erwartet von 52,6 auf 52,4 Zähler und bleibt damit im Bereich wirtschaftlicher Expansion. Heute stehen die Inflationsdaten für den Euroraum auf dem Programm.
- 2. März 2026
USA–Iran: Unklare Entwicklung des Konflikts Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite dauern am dritten Tag weiter an. Kurzzeitig gab es am Sonntagnachmittag Hinweise auf mögliche Gespräche zwischen US‑Präsident Trump und der neuen iranischen Führung, die sich jedoch nicht bestätigten. Israels Präsident Netanyahu kündigte eine Ausweitung der Angriffe an, und über Nacht wurden erneut Stellungen der Hisbollah im Libanon bombardiert. Trump stellte zudem in einem Interview eine Fortsetzung der Kampfhandlungen über mehrere Wochen in Aussicht. In der Folge ist mit weiteren iranischen Gegenangriffen auf US‑Stützpunkte und Ziele in der Region zu rechnen. Bereits in den vergangenen Tagen wurden Explosionen in Riad sowie an Häfen und touristischen Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain gemeldet. Risiken für Energiepreise und Weltwirtschaft Für die globalen Finanzmärkte entsteht damit ein zusätzliches Risiko. Die Ölpreise reagierten bereits mit deutlichen Anstiegen; Brent-Öl lag am Montagmorgen rund 8 Prozent über dem Niveau vom Freitag und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Zuwachs von über 30 Prozent. Eine längerfristige Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots transportiert wird, könnte wirtschaftliche Folgen haben. Steigende Energiepreise und Inflationsdruck könnten Zentralbanken zu Zinserhöhungen veranlassen. Wir gehen davon aus, dass die beiden Zentralbanken (FED und EZB) bis zu einem gewissen Grad steigende Inflationsraten tolerieren, ohne Gegenmaßnahmen vorzunehmen. Für die Industrie in Asien und Europa könnte eine mögliche Energieknappheit zusätzlichen Belastungen bedeuten. Besonders asiatische Volkswirtschaften wären von Lieferengpässen betroffen. Finanzmärkte im Zeichen geopolitischer Unsicherheit Die Aktienmärkte starten unterdessen schwächer in die Woche. Die Leitindizes in Japan und Südkorea lagen am Morgen jeweils deutlich im Minus, und auch die US‑ und europäischen Futures deuten auf einen negativen Handelsauftakt hin. Gold und Silber verzeichnen dagegen leichte Zugewinne. Wirtschaftsdaten spielen vorerst eine geringere Rolle; einzig der ISM‑Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA steht heute auf dem Kalender und könnte Hinweise auf die aktuelle Lage der US‑Industrie liefern. Zur Wochenmitte richtet sich der Blick nach China, wo der Nationale Volkskongress beginnt. Neben der Festlegung wirtschaftspolitischer Ziele markiert die Tagung den Start des 15. Fünfjahresplans.
- 27. Februar 2026
Rally bei KI-Aktien stagniert Gestern war einer der mittlerweile seltenen Tage ohne neue Zollandrohungen von Donald Trump und seinen Getreuen. Den US-Aktienmärkten hat es jedoch nicht geholfen, insbesondere der Nasdaq Composite gab stärker nach. Die Rallye bei Technologieaktien hat an Schwung verloren. Der Kurs des KI-Branchenprimus Nvidia fiel trotz besser als erwarteter Quartalsergebnisse und einer optimistischen Umsatzprognose für das laufende Quartal gestern um über 5 % im Tagesvergleich. Dem Vernehmen nach bereiten die hohen Bewertungen der KI-Aktien den Marktteilnehmern Sorgen. Inflationsrate auf Zielwert Am frühen Nachmittag wird das Statistische Bundessamt in Wiesbaden die vorläufigen Inflationszahlen für Februar 2026 veröffentlichen. Die deutschen Verbraucherpreise werden aus Sicht der LBBW im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0% gestiegen sein und damit etwas weniger stark als im Januar (2,1 %). Preistreiber waren im Januar Dienstleistungen und Nahrungsmittel, während von den Energiepreisen Entlastung kam. Dieses Muster dürfte sich im Februar fortgesetzt haben. Da auch die Inflationsrate für den Euroraum insgesamt in den zurückliegenden Monaten in engen Grenzen um den EZB-Zielwert von 2 % schwankte, besteht nach Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg für die EZB auf absehbare Zeit keine Notwendigkeit, ihre Schlüsselzinsen zu erhöhen oder zu senken. US-Produzentenpreise auf der Agenda Das US-Arbeitsministerium wird heute nachmittag die Produzentenpreise für Januar 2026 veröffentlichen. Prognosen zufolge werden die Produzentenpreise mit einer Rate von 0,3 % gegenüber dem Vormonat angestiegen sein. Im Dezember 2025 kletterten die Erzeugerpreise um 0,5 % im Monatsvergleich. Dies hatte zur Sorge geführt, dass sich die Anhebung der US-Einfuhrzölle doch noch in einer erhöhten Inflationsrate niederschlagen könnte. Die Veröffentlichung der Januarzahlen dürfte daher auf eine gesteigerte Aufmerksamkeit der Kapitalmarktteilnehmer stoßen. Auf der Ebene der Verbraucher waren indes bislang keine größeren Auswirkungen der Zollanhebungen auszumachen. Dort ging die Inflationsrate von 2,7 % im Dezember 2025 auf 2,4 % im Januar 2026 zurück. Wenn dieser Rückgang der Inflationsrate auf Verbraucherebene auch zum Teil auf Basiseffekte zurückzuführen war, ist es frappierend, dass die Preise für Konsumgüter in den letzten beiden Monaten stagnierten. Hier hätte sich die Erhöhung der Zölle doch zuvörderst niederschlagen müssen. Die annualisierte Sechsmonatsrate belief sich im Januar 2026 auf lediglich 1,1 % und lag damit niedriger als vor der Anhebung der US-Einfuhrzölle im April 2025. Verschiedenste Analysten führen die überraschend moderate US-Inflationsentwicklung auf die Produktivitätsgewinne in der US-Wirtschaft zurück. Dies drückt die Lohnstückkosten und hilft damit, höhere Einstandspreise zu kompensieren. Angesichts dieses Inflationsausblickes geht die LBBW davon aus, dass die US-Notenbank Fed im laufenden und im nächsten Jahr ihren Zinssenkungskurs fortsetzen wird.
- 26. Februar 2026
Aktienmärkte steigen: Nvidia - starke Zahlen, verhaltene Reaktion Die Aktienmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks setzten ihren freundlichen Trend der vergangenen Tage trotz des Zoll-Chaos in den USA fort. Der S&P stieg um 0,8 %, der EuroStoxx um knapp 1 %. Die Aufmerksamkeit der Märkte galt einmal mehr Nvidia. Der Chipkonzern legte nach Börsenschluss Geschäftszahlen und einen Ausblick vor, die den Konsens der Wall Street übertrafen. Die Prognose für den Umsatz im ersten Quartal lag mit rund 72,8 Milliarden Dollar oberhalb der durchschnittlichen Analystenschätzung, einige besonders optimistische Beobachter hatten jedoch bereits mit Werten nahe 80 Milliarden Dollar gerechnet. Trotz der robusten Zahlen und anhaltend hoher Nachfrage nach KI-Rechenleistung fiel die Reaktion der Investoren zurückhaltend aus: Die Nvidia-Aktie legte im nachbörslichen Handel nur um etwa 0,2 % zu und gab einen Großteil der unmittelbaren Kursgewinne wieder ab. Trump will Basis-Zoll auf 15% erhöhen: EU warnt vor Bruch des Handelsabkommens US-Präsident Donald Trump will in den kommenden Tagen per Erlass seinen neuen weltweiten Einfuhrzoll von derzeit 10 auf bis zu 15 % anheben - "wo angemessen". Zugleich versichert Washington, bestehende Handelsabkommen möglichst nicht zu beschädigen. Man strebe "Kontinuität" mit Partnern an, mit denen bereits Vereinbarungen geschlossen wurden, betonte US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer in mehreren Fernsehinterviews. Der Schritt folgt auf das Urteil des Supreme Court, der Trumps Politik "reziproker Zölle" kassiert hatte, und sorgt bei Handelspartnern für wachsende Verunsicherung. Greer bemüht sich, Kontinuität zu signalisieren: Abkommen mit der EU, Großbritannien, Kanada und Mexiko sollen grundsätzlich respektiert, zusätzliche Belastungen aber gezielt gesteuert werden. Für China strebt Washington weiterhin Sonderzölle zwischen 35 und 50 % an. Im Kern will US-Präsident Trump damit auf anderem Wege die vom Supreme Court kassierten reziproken Zölle wieder einführen. Ob das gelingt bzw. vor Gerichten standhält, bleibt abzuwarten. Q4-BIP-Zahlen für Deutschland deuten auf konjunkturelle Trendwende Die gestern vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Detailzahlen zur Wirtschaftsleistung im vierten Quartal bestätigen den leichten Aufwärtstrend der deutschen Konjunktur. Die Wachstumszahl von +0,3 % blieb unverändert. Wachstumstreiber waren (auf der Verwendungsseite) der Konsum (privat wie staatlich) sowie die Anlageinvestitionen. Der Außenhandel und die Lagerinvestitionen haben das Ergebnis belastet. Entstehungsseitig ist bemerkenswert, dass erstmals seit Q1/2023 das Verarbeitende Gewerbe im Quartalsvergleich zulegen konnte. Die Einschätzung der LBBW einer Trendwende in der Konjunktur bestätigt sich damit. Rückenwind kommt von der Fiskalpolitik sowie - mit den üblichen Time-Lags von rund vier Quartalen - von den zurückliegenden Zinssenkungen der EZB. Zugleich sollte man im Auge behalten, dass hier die Konjunktur betrachtet wird. Strukturell hat Deutschland ungeachtet der besseren Wachstumszahlen weiterhin Reformbedarf. Ausblick: EU-Wirtschaftsvertrauen heute im Fokus Heute steht das Wirtschaftsvertrauen im Euroraum auf dem ökonomischen Datenkalender. Nach der positiven Entwicklung zuletzt bei den Einkaufsmanagerindizes und in dieser Woche dem ifo-Index rechnet die LBBW auch beim Wirtschaftsvertrauen mit einem weiteren Anstieg.
- 25. Februar 2026
Heute: BIP, Deutschland, Q4 2025 Heute in aller Frühe, um 8:00h, wird das Statistische Bundesamt Details zum deutschen Bruttoinlandsprodukt des vierten Quartals 2025 bekanntgeben. Die erste Schätzung hierzu hatte, unter dem Strich, einen Zuwachs von 0,3 % gemeldet. Heute geht es, der Tradition folgend, tiefgestaffelt um Entstehung, Verteilung, Verwendung. Die jüngsten Konjunkturindikatoren à la ifo & Co. haben Mut gemacht für den weiteren Verlauf dieses Jahres. Hoffen wir mal, dass die heutigen harten Daten aus Wiesbaden dem nicht widersprechen. Zeitgleich steht der GfK Konsumklimaindex für Deutschland per März auf der Tagesordnung. Allgemein erwartet wird ein weiterer Anstieg, von niedriger Basis aus. Die LBBW bleibt zwar in negativem Terrain. Aber: Mit jedem weiteren Zurückweichen der Inflation hierzulande kämpft sich das Verbrauchervertrauen weiter voran. Gestern: US-Konsumstimmung Schlechte Konsumstimmung: Noch weitaus schmerzhafter drückt dieses Problem in den Vereinigten Staaten. Gestern ging es hierbei etwas aufwärts, zumindest gemäß dem zugehörigen Index des Conference Boards. Tief in unterirdischen Regionen ging es diesen Monat beim US-Verbrauchervertrauen nach oben. Die Universität Michigan sieht die Gemütslage der privaten Haushalte in den USA so angeschlagen wie zu Zeiten der Finanzkrise 2009, des Beginns des Ukraine-Kriegs 2022 oder des Afghanistan-Einmarsches der Sowjets 1980. In der vergangenen Nacht, gemäß europäischer Zeit, versuchte US-Präsident Trump, die miese Laune im Land zwischen Long Beach und Long Island zu vertreiben. Anlass: die turnusgemäße Rede zur Lage der Nation. Ein Erfolg war der rekordlange Auftritt nicht: keine neuen Infos in Sachen Zölle und kein Stimmungsaufheller für die Frau und den Mann auf der Straße. Deutscher Bundeskanzler Merz in Peking Der deutsche Bundeskanzler Merz wird heute in Peking erwartet. Im Rahmen eines Kurztrips nach China wird er Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang treffen. Demonstrativ wird mit einer sehr große, hochkarätig besetzten Wirtschaftsdelegation gereist. Es wird eine Gratwanderung werden: Vorbehalte in der CDU-Führung gegen Chinas Imperialismus wollen abgewogen werden gegen die Wirtschaftsinteressen Deutschlands.
- 24. Februar 2026
EU-Parlament vertagt Handelsdeal Das EU-Parlament hat den Handelsdeal mit den USA vorerst vertagt und macht damit deutlich, dass die wirtschaftliche Kooperation eine gewisse Verlässlichkeit voraussetzt. Präsident Trump hatte nach seiner Niederlage vor dem Supreme Court eilig neue Zölle in Höhe von mittlerweile 15 % verhängt. Solange Washington nach Belieben und unberechenbar den Zollhammer schwingt, ist ein Abkommen für Europa politisch wie ökonomisch riskant. Kurzfristig erhöht dies die Unsicherheit für exportorientierte Unternehmen, doch strategisch stärkt die EU ihre Position. Ein Deal unter Druck und ohne stabile Regeln würde die geopolitische Bedeutung Europas langfristig schwächen. Die Aktienmärkte beiderseits des Atlantiks ließen Federn. Sowohl der DAX als auch der S&P 500 schlossen ein ganzes Prozent tiefer. ifo-Geschäftsklima legt zu Das ifo-Geschäftsklima legte im Februar von 87,6 auf 88,6 zu. Die Lage verbesserte sich von 85,7 auf 86,7, während die Erwartungen von revidiert 89,6 auf 90,5 vorrückten. Die Zahlen untermauern die von der LBBW erwartete Trendwende in der Industrie. Diese Erholung ist allerdings rein konjunkturell, denn der Rückenwind kommt von der Fiskalpolitik sowie der im Vorjahr vollzogenen Lockerung der Geldpolitik. Über die Strukturprobleme der deutschen Wirtschaft geben weder das ifo-Geschäftsklima noch die Monatsdaten zur Produktion im Moment Auskunft. Heute Verbrauchervertrauen im Fokus Die heute anstehenden Daten zur Verbraucherstimmung in den USA dürften das verbesserte Konsumklima weiter untermauern. Der Conference-Board-Index für Februar wird bei 87 Punkten erwartet (zuvor 84,5 Zähler im Januar), nachdem bereits der Index der University of Michigan zu Jahresbeginn einen Aufwärtstrend signalisiert hatte. Darüber hinaus geht die Berichtssaison weiter: Heute wird unter anderem die US-Baumarktkette Home Depot ihre Zahlen vorlegen. Das große Highlight der Anleger werden schließlich die Quartalszahlen von Nvidia sein, die der Tech-Gigant am Mittwoch als letztes Unternehmen der „Magnificent Seven“ veröffentlichen wird. Die Marktteilnehmer reagierten in letzter Zeit nervös auf die immer weiter steigenden Investitionsausgaben, die im Zuge des KI-Wettrüstens mit deutlich sinkenden Free-Cashflow-Renditen einhergehen. Die sieben Tech-Riesen planen für dieses Jahr Investitionsausgaben in Höhe von 650 Mrd. USD, was gegenüber 400 Mrd. USD im Vorjahr einer Wachstumsrate von mehr als 60 % entspricht.
- 23. Februar 2026
Trump kontert mit 15 % Pauschalzoll Ein bis zur Weißglut gereizter US-Präsident kommentierte am Freitagabend die Entscheidung des US Supreme Court. Dieser hatte den zur Verhängung von Strafzöllen herangezogenen Notstandsparagrafen für nicht anwendbar erklärt und die Hoheit über Zölle als Quasi-Steuern dem Kongress zugesprochen. Diesen ersten großen Rückschlag für seinen Machtanspruch ließ Donald Trump nicht auf sich sitzen: Neben anmaßenden Kommentaren zur korrekten Auslegung der US-Verfassung und kaum verhohlenen Drohungen gegen die obersten Richter und ihre Familien verkündete er die Verhängung von 10 % Pauschalzoll auf Importe. Dieser Satz wurde am Samstag auf die maximal möglichen 15 % erhöht. Allerdings begrenzt das hierfür herangezogene Gesetz deren Geltungsdauer auf 150 Tage, danach muss der Kongress entscheiden. Parallel soll wegen unfairer Handelspraktiken ermittelt werden, die ebenfalls einen Grund für Strafzölle böten. Allen Versicherungen der US-Regierung zum Trotz herrscht nun aber erstmal ein großes Chaos. Den bisher geschlossenen Abkommen ist die Geschäftsgrundlage entzogen. So vertagte das EU-Parlament die Entscheidung über das ausgehandelte Handelsabkommen, und Indien verschob den Besuch einer Delegation in den USA. Zudem ließ der Supreme Court offen, ob bisher gezahlte Zölle zu erstatten sind. Große US-Importeure hatten bereits im Vorfeld hierzu ihre Juristen in Stellung gebracht. Aktienkurse profitieren vom Zoll-Urteil Die volkswirtschaftlichen Konsequenzen der Entscheidung dürften zunächst begrenzt bleiben, wie auch die Marktreaktionen nahelegen. Der US-Dollar trat per saldo auf der Stelle, und US-Staatstitel rentierten fast unverändert. Die Aktienkurse gewannen diesseits des Atlantiks etwas stärker als in den USA. Besonders profitierten Luxusgüter unter Führung von LVMH (+4,4 %). Air Liquide gewannen nach Erhöhung des Margenziels sogar 4,8 %, während Bayer im Nachgang des Glyphosat-Vergleiches 4,2 % abgaben. An der Wall Street gewannen Alphabet am meisten (+4,0 %), während der Cloud-Dienstleister Akamai um 14 % einbrach. Vor Handelsbeginn an der Wall Street hatte das US-BIP-Wachstum mit annualisiert 1,4 % im Schlussquartal enttäuscht. Die Schwäche ist vor allem dem mehrwöchigen Regierungsstillstand geschuldet. Gesunken sind aber auch die Investitionen in Gebäude und Produktionsanlagen. Getragen wird die US-Ökonomie ausschließlich von Investitionen in IT und Software - der KI-Boom lässt grüßen. Am Mittwoch werden Zahlen von Nvidia über dessen Stärke Auskunft geben. Heute ifo-Index im Fokus Die Konjunkturwoche beginnt mit dem ifo-Geschäftsklima für Februar. Das Münchener Forschungsinstitut befragt hierfür rund 9.000 deutsche Unternehmen. Die LBBW traut dem Index einen bescheidenen Anstieg zu, erwartet aber kein starkes Signal für einen Konjunkturaufschwung. Am Nachmittag folgen die US-Auftragseingänge für langlebige Güter im Dezember. Relevante Unternehmenszahlen kommen erst am Dienstag. Überschattet wird die Entwicklung an den Kapitalmärkten aber von den Spannungen rund um den Iran. Medienberichten zufolge hat Teheran substanzielle Konzessionen hinsichtlich seiner Urananreicherung angeboten und würde sogar die US-Ölindustrie an seiner Öl- und Gasförderung beteiligen. Das könnte allerdings zu spät kommen, denn der zweite US-Flugzeugträger geht nun im Mittelmeer in Position. Ein initialer Militärschlag kann damit jederzeit erfolgen. Zugleich haben im Land neue Proteste gegen das Regime eingesetzt. Im frühen Montagshandel fiel der Ölpreis wegen der US-Zollpolitik zurück, während der Goldpreis anzog.