Rally bei KI-Aktien stagniert
Gestern war einer der mittlerweile seltenen Tage ohne neue Zollandrohungen von Donald Trump und seinen Getreuen. Den US-Aktienmärkten hat es jedoch nicht geholfen, insbesondere der Nasdaq Composite gab stärker nach. Die Rallye bei Technologieaktien hat an Schwung verloren. Der Kurs des KI-Branchenprimus Nvidia fiel trotz besser als erwarteter Quartalsergebnisse und einer optimistischen Umsatzprognose für das laufende Quartal gestern um über 5 % im Tagesvergleich. Dem Vernehmen nach bereiten die hohen Bewertungen der KI-Aktien den Marktteilnehmern Sorgen.
Inflationsrate auf Zielwert
Am frühen Nachmittag wird das Statistische Bundessamt in Wiesbaden die vorläufigen Inflationszahlen für Februar 2026 veröffentlichen. Die deutschen Verbraucherpreise werden aus Sicht der LBBW im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0% gestiegen sein und damit etwas weniger stark als im Januar (2,1 %). Preistreiber waren im Januar Dienstleistungen und Nahrungsmittel, während von den Energiepreisen Entlastung kam. Dieses Muster dürfte sich im Februar fortgesetzt haben. Da auch die Inflationsrate für den Euroraum insgesamt in den zurückliegenden Monaten in engen Grenzen um den EZB-Zielwert von 2 % schwankte, besteht nach Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg für die EZB auf absehbare Zeit keine Notwendigkeit, ihre Schlüsselzinsen zu erhöhen oder zu senken.
US-Produzentenpreise auf der Agenda
Das US-Arbeitsministerium wird heute nachmittag die Produzentenpreise für Januar 2026 veröffentlichen. Prognosen zufolge werden die Produzentenpreise mit einer Rate von 0,3 % gegenüber dem Vormonat angestiegen sein. Im Dezember 2025 kletterten die Erzeugerpreise um 0,5 % im Monatsvergleich. Dies hatte zur Sorge geführt, dass sich die Anhebung der US-Einfuhrzölle doch noch in einer erhöhten Inflationsrate niederschlagen könnte. Die Veröffentlichung der Januarzahlen dürfte daher auf eine gesteigerte Aufmerksamkeit der Kapitalmarktteilnehmer stoßen. Auf der Ebene der Verbraucher waren indes bislang keine größeren Auswirkungen der Zollanhebungen auszumachen. Dort ging die Inflationsrate von 2,7 % im Dezember 2025 auf 2,4 % im Januar 2026 zurück. Wenn dieser Rückgang der Inflationsrate auf Verbraucherebene auch zum Teil auf Basiseffekte zurückzuführen war, ist es frappierend, dass die Preise für Konsumgüter in den letzten beiden Monaten stagnierten. Hier hätte sich die Erhöhung der Zölle doch zuvörderst niederschlagen müssen. Die annualisierte Sechsmonatsrate belief sich im Januar 2026 auf lediglich 1,1 % und lag damit niedriger als vor der Anhebung der US-Einfuhrzölle im April 2025. Verschiedenste Analysten führen die überraschend moderate US-Inflationsentwicklung auf die Produktivitätsgewinne in der US-Wirtschaft zurück. Dies drückt die Lohnstückkosten und hilft damit, höhere Einstandspreise zu kompensieren. Angesichts dieses Inflationsausblickes geht die LBBW davon aus, dass die US-Notenbank Fed im laufenden und im nächsten Jahr ihren Zinssenkungskurs fortsetzen wird.