Volatilität am Ölmarkt

Die Finanzmärkte stehen weiterhin unter dem Eindruck des Konflikts im Iran. Zeitweise überschritten die Preise für die Rohölsorten WTI und Brent die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, wobei Brent im Tagesverlauf Spitzenwerte von nahezu 120 US-Dollar erreichte. Als Gründe für den Anstieg gelten die anhaltenden Kampfhandlungen sowie die angespannte Versorgungslage.

Da die Straße von Hormus faktisch unpassierbar bleibt, stauen sich in den Lieferländern die Vorräte, was zu Produktionsstopps führt – eine Entwicklung, die auch Flüssiggas betrifft. Die LBBW weist zudem darauf hin, dass die Ernennung von Modschtaba Chamenei als Signal für die fortbestehende Handlungsfähigkeit des Regimes gewertet werden kann.

 

Preisrückgang im Tagesverlauf

Im weiteren Handelsverlauf gaben die Ölpreise jedoch wieder nach. Auslöser waren Berichte über eine mögliche Freigabe strategischer Ölreserven durch die G7-Staaten sowie Signale der US-Regierung, Sanktionen gegen russisches Öl zu lockern. Zudem dämpften Spekulationen über ein baldiges Ende des Konflikts den Preisdruck, sodass Brent zuletzt wieder bei etwa 93 USD notierte.

Diese Entspannung erfasste auch die Aktienmärkte: Der S&P 500 schloss mit einem Plus von 0,6 %, und auch die asiatischen Märkte tendierten daraufhin freundlicher.

 

Geldpolitische Ausblicke

Die gestiegenen Energiepreise verstärkten zuletzt die Inflationssorgen, was die Erwartungen an künftige Leitzinsen in Europa steigen ließ. Zwischenzeitlich wurden am Markt zwei Zinsschritte der EZB eingepreist. Aus Sicht der LBBW-Analysten könnte diese Erwartung jedoch zu weit gegriffen sein.

Es wird davon ausgegangen, dass die EZB die Preissteigerungen als vorübergehend einstuft und den Einlagesatz zunächst unverändert lässt. Ein Grund hierfür ist das Risiko, dass ein Energiepreisschock die Konjunktur schwächen könnte, was eher expansive geldpolitische Maßnahmen erforderlich machen würde.

 

Aktuelle Konjunkturdaten

Für eine abschließende Bewertung der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts ist es noch zu früh, doch zeigten die Daten für Januar bereits erste Bremsspuren.

  • Auftragseingänge: Nach Angaben von Destatis sanken diese um 11,1 %. Zwar war nach starken Vormonaten mit einem Rückgang gerechnet worden, das zweistellige Minus fiel jedoch deutlicher aus als erwartet.
  • Produktion: Hier gab es ein Minus von 0,5 %, was sich laut Markteinschätzung noch im normalen Schwankungsbereich bewegt.

Nach einer Phase überwiegend positiver Industriezahlen präsentierte sich die Konjunktur damit zuletzt wieder von einer unbeständigen Seite.

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