Entwicklung an den Finanzmärkten 
Nach anfänglichen moderaten Rückgängen seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten legten die US‑Aktienmärkte spürbar zu. Dazu trug bei, dass die Ölpreise nach dem deutlichen Anstieg nicht erneut die Höchststände vom Vortag von rund 85 Dollar je Barrel erreichten. Die USA kündigten Maßnahmen zur Stabilisierung der Öllieferungen im Persischen Golf an, darunter geplante Militäreskorten und zusätzliche Absicherungen für Transportversicherungen. Berichte über eine mögliche Gesprächsbereitschaft Irans auf Geheimdienstebene hinsichtlich eines möglichen Kriegsendes unterstützten die Stimmung zusätzlich. Der Dow Jones stieg um 0,5 % auf 48.739 Punkte, der S&P 500 um 0,8 % auf 6.870 Punkte. Auch in Europa kam es zu einer Erholung: Der DAX schloss 1,7 % höher bei 24.205,36 Punkten, der EuroStoxx 50 gewann 1,72 % auf 5.870,92 Punkte.

Gasmarkt unter Druck
Der europäische Gasmarkt verzeichnet erneut deutliche Preisanstiege. An der niederländischen TTF-Börse kletterte der Preis für kurzfristige Lieferungen auf 65,79 Euro je Megawattstunde, ein Plus von knapp 106 % gegenüber dem Freitagsschluss und der höchste Stand seit Januar 2023. Hintergrund ist die vorübergehende Stilllegung der LNG-Produktion im katarischen Exportkomplex Ras Laffan Industrial City nach einem iranischen Drohnenangriff. Die Anlage steht für rund ein Fünftel der weltweiten LNG-Produktion. Obwohl viele Lieferungen nach Asien gehen, verstärkt der Ausfall den globalen Wettbewerb um verfügbare Mengen und stützt damit die europäischen Preise. Zusätzlich belasten ungewöhnlich niedrige Speicherstände. Europa ist im Sommer auf hohe Importe angewiesen, und zusätzliche US-Lieferungen können kurzfristig nur begrenzt aushelfen. Die Dauer der Produktionsunterbrechung bleibt entscheidend. Zwar gab es zum Handelsschluss eine leichte Korrektur auf 48,79 Euro, doch das mittelfristige Chartbild deutet auf eine mögliche neue Aufwärtsphase hin. Energie bleibt damit ein wesentlicher Risikofaktor.

Fokus weiterhin auf Nahost
Die Märkte richten ihre Aufmerksamkeit weiterhin auf die Entwicklungen im Arabischen Golf. Konjunkturdaten treten vor diesem Hintergrund in den Hintergrund. Im Euroraum wird um 11:00 Uhr lediglich die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze für Januar erwartet. Am frühen Nachmittag folgen aus den USA der Importpreisindex für Januar sowie vorläufige Daten zur Produktivität (ohne Landwirtschaft) und zu den Lohnstückkosten für das vierte Quartal 2025.

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