USA–Iran: Unklare Entwicklung des Konflikts

Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite dauern am dritten Tag weiter an. Kurzzeitig gab es am Sonntagnachmittag Hinweise auf mögliche Gespräche zwischen US‑Präsident Trump und der neuen iranischen Führung, die sich jedoch nicht bestätigten. Israels Präsident Netanyahu kündigte eine Ausweitung der Angriffe an, und über Nacht wurden erneut Stellungen der Hisbollah im Libanon bombardiert. Trump stellte zudem in einem Interview eine Fortsetzung der Kampfhandlungen über mehrere Wochen in Aussicht. In der Folge ist mit weiteren iranischen Gegenangriffen auf US‑Stützpunkte und Ziele in der Region zu rechnen. Bereits in den vergangenen Tagen wurden Explosionen in Riad sowie an Häfen und touristischen Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain gemeldet.

 

Risiken für Energiepreise und Weltwirtschaft

Für die globalen Finanzmärkte entsteht damit ein zusätzliches Risiko. Die Ölpreise reagierten bereits mit deutlichen Anstiegen; Brent-Öl lag am Montagmorgen rund 8 Prozent über dem Niveau vom Freitag und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Zuwachs von über 30 Prozent. Eine längerfristige Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots transportiert wird, könnte wirtschaftliche Folgen haben. Steigende Energiepreise und Inflationsdruck könnten Zentralbanken zu Zinserhöhungen veranlassen. Wir gehen davon aus, dass die beiden Zentralbanken (FED und EZB) bis zu einem gewissen Grad steigende Inflationsraten tolerieren, ohne Gegenmaßnahmen vorzunehmen.  Für die Industrie in Asien und Europa könnte eine mögliche Energieknappheit zusätzlichen Belastungen bedeuten. Besonders asiatische Volkswirtschaften wären von Lieferengpässen betroffen.



Finanzmärkte im Zeichen geopolitischer Unsicherheit

Die Aktienmärkte starten unterdessen schwächer in die Woche. Die Leitindizes in Japan und Südkorea lagen am Morgen jeweils deutlich im Minus, und auch die US‑ und europäischen Futures deuten auf einen negativen Handelsauftakt hin. Gold und Silber verzeichnen dagegen leichte Zugewinne. Wirtschaftsdaten spielen vorerst eine geringere Rolle; einzig der ISM‑Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA steht heute auf dem Kalender und könnte Hinweise auf die aktuelle Lage der US‑Industrie liefern. Zur Wochenmitte richtet sich der Blick nach China, wo der Nationale Volkskongress beginnt. Neben der Festlegung wirtschaftspolitischer Ziele markiert die Tagung den Start des 15. Fünfjahresplans.

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