Energiemärkte im Fokus nach Turbulenzen im Nahen Osten


Nach dem knappen Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg – bei der die Grünen laut vorläufigem Ergebnis mit 30,2 % knapp vor der CDU (29,7 %) liegen – richtet sich die Aufmerksamkeit der Kapitalmärkte zu Wochenbeginn verstärkt auf den Ölpreis. Spannungen im Nahen Osten und Berichte über Beeinträchtigungen der Förderanlagen im Iran sowie logistische Verzögerungen in der Straße von Hormuz führten zu einem deutlichen Preisanstieg. Der Ölpreis bewegte sich infolgedessen über die Marke von 100 USD und notierte zeitweise in Richtung 120 USD je Barrel. Angesichts der komplexen Nachfolgefrage in der iranischen Führung und der ablehnenden Haltung der US-Administration bleibt die Lage vorerst unübersichtlich. Marktbeobachter stellen sich auf eine Phase erhöhter Volatilität ein, die laut Einschätzungen aus Washington noch einige Wochen anhalten könnte. Die Kursrückgänge vom vergangenen Freitag setzten sich an den asiatischen Börsen fort: Der japanische Nikkei gab um 7 % nach (behält jedoch im Jahresverlauf ein Plus von 3 %). Auch für die europäischen und US-amerikanischen Märkte deuten die Futures (S&P 500 bei -2 %) auf einen verhaltenen Wochenstart hin.

 

Inflationsrisiken durch steigende Energiekosten


Die jüngsten Entwicklungen am Energiemarkt könnten den Druck auf die Verbraucherpreise erhöhen und damit die Inflationsdaten der letzten Monate relativieren. Bereits am Freitag meldete das US-Arbeitsministerium für Februar einen Rückgang von 92.000 Stellen. Zwar war dieser Wert durch Streiks im Gesundheitssektor verzerrt, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Im Hauptszenario der LBBW wird weiterhin mit einer ersten US-Leitzinssenkung zur Jahresmitte 2026 gerechnet. Sollten die Energiepreise jedoch dauerhaft hoch bleiben, könnte der daraus resultierende Inflationsdruck den Spielraum für baldige Zinssenkungen einschränken.

 

Berichtssaison und Makrodaten der Woche


Neben der geopolitischen Lage steht der Ausblick der Unternehmen im Zentrum des Interesses. Heute präsentiert der US-Konzern Oracle seine Zahlen. Im Fokus stehen dabei die hohen Investitionen in die KI-Infrastruktur sowie die damit verbundenen Umstrukturierungen im Personalbereich.

Während die US-Berichtssaison ausläuft, stehen in Deutschland wichtige Veröffentlichungen an:

  • Montag: GEA
  • Dienstag: Volkswagen, BioNTech
  • Mittwoch: Rheinmetall, Henkel, Uniper
  • Donnerstag: BMW, Brenntag, Daimler Truck, Hannover Rück, RWE, Zalando

Zusätzlich werden am Mittwoch die Inflationsdaten für Deutschland und die USA (Februar) veröffentlicht, die weitere Signale für die künftige Geldpolitik liefern könnten.

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