US-Senat macht Schritt zur Beendigung des Shutdowns
Der US-Senat hat am Sonntag mit einer 60-zu-40-Abstimmung eine wichtige Hürde zur Beendigung des 40-tägigen Regierungsstillstands genommen. Eine Gruppe gemäßigter Demokraten stimmte für ein überparteiliches Übergangsgesetz, das eine vollständige Finanzierung für einige Ministerien sowie eine vorläufige Finanzierung bis zum 30. Januar für andere vorsieht. Trotz Fortschritten sorgt der Kompromiss in beiden politischen Lagern für Spannungen. Demokraten kritisieren, dass im aktuellen Entwurf keine Verlängerung der auslaufenden Obamacare-Subventionen vorgesehen ist. Diese sollen nach einem Versprechen der Republikaner jedoch bis Dezember zur Abstimmung gebracht werden. Gleichzeitig fordern konservative Republikaner eine vollständige Haushaltsfinanzierung bis Ende September 2026 sowie Reformen an Obamacare selbst. Der andauernde Shutdown belastet die US-Wirtschaft erheblich: Rund 15 Milliarden USD gehen wöchentlich verloren, während das Wirtschaftswachstum laut dem Congressional Budget Office deutlich belastet werden könnte. Das am Freitag veröffentlichte Verbrauchervertrauen ist auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen und auch die Federal Reserve hat mit der fehlenden Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten zu kämpfen.
Die Aussicht auf ein Ende des längsten Shutdowns der Geschichte beflügelt die Märkte. Der S&P-Future notiert heute Morgen 0,7 % im Plus, der Nasdaq-Future 1,2 %. Auch in Asien und Europa verzeichnen die Börsen Gewinne. Anleger hoffen, dass die Wiederaufnahme der Regierungsarbeit mehr Klarheit über die wirtschaftliche Entwicklung und den künftigen Kurs der amerikanischen Zentralbank bringen wird. Obwohl sich ein Ende des Stillstands abzeichnet, bleibt viel Unsicherheit. Ein erneutes politisches Ringen um zentrale Themen wie die Obamacare-Subventionen oder Medicaid-Kürzungen könnte die Situation erneut anheizen. Der aktuelle Kompromiss scheint lediglich eine Zwischenlösung - der Weg zu einer langfristigen Stabilität ist noch weit.
Aufatmen in der europäischen Autoindustrie
Nach monatelangem Streit hebt China das Exportverbot für Chips des niederländischen Herstellers Nexperia auf. Dies sorgt für eine Entlastung in der Automobilindustrie, die von massiven Lieferengpässen betroffen war. Die niederländische Regierung plant nun, ihre Kontrollmaßnahmen über das Unternehmen zurückzunehmen. Erste Lieferungen an europäische Autobauer wie Volkswagen und BMW haben bereits begonnen. Die Aktien von Nexperias Mutterkonzern Wingtech sowie europäischer Automobilhersteller legten daraufhin zu. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da Produktionsprozesse erst schrittweise hochgefahren werden.
US-Verbraucherstimmung fällt auf den tiefsten Stand seit drei Jahren
Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im November spürbar eingetrübt. Wie die Universität von Michigan berichtet, sank der vorläufige Index für das Konsumklima im Vergleich zum Vormonat von 53,6 auf 50,3 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2022. Verantwortlich für den Einbruch sind vor allem die anhaltende Schwäche der Wirtschaftsaussichten infolge des längsten Regierungsstillstands in der Geschichte der USA sowie die anhaltend hohen Konsumentenpreise. Der Wert fiel damit deutlich schlechter aus als von den meisten Volkswirten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg erwartet.