Inflation in Deutschland sinkt weiter

Im September ist die vorläufige Inflationsrate für Deutschland auf den tiefsten Stand seit Februar 2021 gesunken. Sie fiel von 1,9 % im August auf nunmehr 1,6 %, wie Destatis gestern mitteilte. Vor allem die Energiepreise und hier jene für Kraftstoffe waren der Treiber für den Rückgang. Dies wiederum dürfte auf den konjunkturbedingten Rutsch der Ölpreise seit Ende August zurückzuführen sein. Man merkt, dass ein Zusammenhang von Konjunktur und Inflation vorhanden ist. In den anderen großen Ländern des Euroraums haben wir einen ähnlichen Trend.  Im Lichte der Zahlen wird man auch im EZB-Rat diskutieren, ob eine Senkung der Leitzinsen nicht schon im Oktober angebracht sein könnte.

Kaum Preiserhöhungsspielraum

In den kommenden Monaten könnte die Inflationsrate in Deutschland unter der von der EZB angestrebten 2%- Marke bleiben. Immer weniger Unternehmen hierzulande wollen ihre Preise in den kommenden drei Monaten erhöhen, wie die im September vom Ifo-Institut erhobenen Preiserwartungen zeigen. Per saldo wollen nur noch 13,8 % der Unternehmen ihre Preise anheben, verglichen mit 16,1 % im August. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2021. Mehr und mehr schränkt die konjunkturelle Flaute den Spielraum für die Unternehmen ein, ihre Preise anzuheben.

Heute im Fokus

Auf der Agenda stehen heute zwei wichtige Konjunkturdatenpunkte. Für den Euroraum werden die vorläufigen Verbraucherpreise im September veröffentlicht. Ähnlich wie im Vormonat dürfte dabei die Kerninflation bei 2,8 % verharren. Die Gesamtinflation könnte von 2,2 % auf 1,9 % gemäß der Reuters-Konsensprognose sinken. Sofern die Inflation über dem 2%-Ziel der EZB liegt, dürfte dies Auswirkungen auf die bis dato eingepreisten Zinssenkungen haben. Auf der anderen Seite des Atlantiks steht der ISM-Einkaufsmanagerindex im September zur Veröffentlichung. Für das verarbeitende Gewerbe dürfte Index bei 47,5 Punkten liegen – und damit weiterhin im Kontraktionsbereich.

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