Chinas Exporte 2025 mit Gegenwind
Auf mehr Gegenwind aus den USA wird sich auch die Regierung in Peking einstellen müssen. Die gestern vorgelegten Handelszahlen für Dezember zeigten in Summe zwar ein positives Bild, aber die starke Exportdynamik des letzten Jahres (Anstieg des Exportüberschusses um 21 % im Vergleich zu 2023) könnte in diesem Jahr einen Dämpfer erleiden. Nach jüngsten Berichten arbeiten Berater im Umfeld des neuen Präsidenten Trump unter anderem an Plänen einer schrittweisen, aber stetigen Anhebung von Importzöllen im Ausmaß von 2 % bis 5 % pro Monat. Damit verdichten sich ähnliche Hinweise, die bereits in der Vorwoche in den Medien lanciert wurden. Diese Vorgehensweise wäre zumindest weniger konfrontativ im Vergleich zu den Drohungen während des Wahlkampfs. An den Börsen in Fernost kam diese Nachricht heute Früh daher gut an. Der chinesische Leitindex CSI 300 sprang als Folge der Berichte um über 2 % in die Höhe, während der Dollar zuletzt schwächer notierte. Ob Trump am Ende aber auf seine Berater hören wird, steht auf einem anderen Blatt. In China selbst ist man sich der Risiken jedenfalls bewusst. Neben einer stetigen Diversifizierung der Exporte in Richtung Schwellenländer werden auch die Rufe nach einer Neuaufstellung der Wirtschaft lauter. So machte beispielsweise der Zentralbankchef Pan Gongsheng gestern bei einer Veranstaltung in Hong Kong klar, dass der starke Fokus auf Investitionen nicht mehr zeitgemäß sei und das chinesische Wachstumsmodell der Zukunft dem Konsum mehr Bedeutung zumessen müsse.
Ruhe vor dem Ereignisreigen
Aus Börsensicht ist der heutige Dienstag im Vergleich zum Rest der Woche relativ ereignisarm. Neben Daten zu den US-Produzentenpreisen beginnt in Übersee heute auch die Anhörung der Minister der zukünftigen Regierung. Dabei werden die Augen vor allem auf den ehemaligen Fox-Moderator Pete Hegseth gerichtet sein. Seine Nominierung zum Verteidigungsminister war zuletzt nicht nur unter Demokraten, sondern auch unter Republikanern umstritten. Ersten Berichten zufolge dürfte er aber nun eine Mehrheit im Senat hinter sich haben.