Woche der Zentralbanken
In den kommenden Tagen veröffentlichen mehrere wichtige Zentralbanken ihre Zinsentscheide. Den Auftakt machen am Mittwoch die Federal Reserve und die Bank of Canada, gefolgt von EZB, Bank of England, Schweizerischer Nationalbank und Bank of Japan am Donnerstag. Angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Irankrieg wird allgemein nicht mit kurzfristigen Änderungen der Leitzinsen gerechnet. Die stark gestiegenen Energiepreise könnten zwar sowohl für höhere als auch für niedrigere Zinsen sprechen, doch die Erwartungen am Geldmarkt haben sich zuletzt klar in Richtung möglicher Zinserhöhungen verschoben. Eine Ausnahme bildet die US‑Notenbank, für die weiterhin eine Zinssenkung zum Jahresende erwartet wird.
Die zurückhaltende Reaktion der Zentralbanken auf die Energiepreisanstiege während des Ukrainekriegs gilt rückblickend als Fehler, da die Inflation in den USA, im Euroraum und im Vereinigten Königreich zeitweise zweistellige Werte erreichte und nur langsam zurückging. Dieser Reputationsverlust prägt nun die Einschätzung der Marktteilnehmer: Sie gehen davon aus, dass die Notenbanken diesmal nicht erneut davon ausgehen werden, dass steigende Energiepreise lediglich vorübergehende Effekte auf die Inflation haben.
Konjunkturindex der Fed-NY fällt
Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank of New York für das Verarbeitende Gewerbe ist im März von +7,1 auf –0,2 Punkte gefallen. Die Umfrage fand vom 2. bis 9. März 2026 statt und spiegelt damit bereits mögliche Auswirkungen des Irankriegs wider. Aufgrund der hohen Schwankungsanfälligkeit des Indikators ist der Rückgang jedoch nur begrenzt aussagekräftig. Zudem entspricht der aktuelle Wert des Empire State Manufacturing Survey einem auf ISM-Methodik übertragenen Einkaufsmanagerindex von rund 53 Punkten.
Für Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland dürfte der heute anstehende ZEW-Index relevant sein. Nach der Prognose der Landesbank Baden‑Württemberg könnte er von 58,3 Punkten im Februar auf etwa 30 Punkte im März sinken. Sollte dies eintreten, wäre auch ein Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas wahrscheinlich. Für die großen Zentralbanken bedeutet das Umfeld weiterhin erhebliche Herausforderungen.