Kurzzeitig sorgten Meldungen über eine mögliche Wiederinbetriebnahme der Ölpipeline von Kirkuk zum türkischen Hafen Ceyhan für Entspannung an den Energiemärkten. Diese hielt jedoch nicht an: Die Ölpreise stiegen erneut, da die Pipeline nur begrenzte Wirkung hätte und sich der Konflikt im Iran weiter zuspitzt. Iranische Medien berichten von Schäden an Anlagen des Gasfelds South Pars nach einem mutmaßlichen israelischen Angriff. Die USA wiesen laut Präsident Trump eine Beteiligung zurück. In der Nacht griff Iran die größte LNG-Anlage Katars in Ras Laffan an, was laut Qatar Energy erhebliche Schäden verursachte. Die Preise für Brent-Öl überschritten inzwischen 110 US‑Dollar. Die Sorge vor Versorgungsengpässen wächst, da Ras Laffan rund ein Fünftel des weltweiten LNG-Angebots liefert. Die Aktienmärkte reagierten weltweit mit deutlichen Verlusten.
Die Fed bleibt vorsichtig
Die US-Notenbank belässt den Leitzins wie erwartet bei 3,50–3,75 %. Die neuen Projektionen („Dot Plots“) sehen für 2026 weiterhin nur eine Zinssenkung vor. Die Fed signalisiert damit eine abwartende Haltung, auch weil die Folgen des Iran-Konflikts für die Inflation schwer einzuschätzen sind. Fed-Chef Powell betonte, es sei zu früh, die wirtschaftlichen Auswirkungen zu beurteilen. Angesichts der schwächeren Lage am Arbeitsmarkt erscheinen kurzfristige Zinserhöhungen unwahrscheinlich.
Blick auf die EZB-Sitzung
Die US-Produzentenpreise stiegen im Februar mit 0,7 % stärker als erwartet. Der Einfluss höherer Energiepreise dürfte sich erst in den kommenden Monaten deutlicher zeigen. Heute setzt die EZB ihre Zinssitzung in Frankfurt fort. Eine Änderung des Leitzinses gilt als unwahrscheinlich, doch die Kommunikation der Notenbank dürfte angesichts der Turbulenzen an den Energiemärkten besonders aufmerksam verfolgt werden.