Der Tod von Irans Präsident Raisi beim Absturz seines Hubschraubers im Kaukasus, offenbar aufgrund eines wetterbedingten Unfalls, hatte nur kurzzeitige Auswirkungen auf den Ölpreis. Ein politischer Kurswechsel ist in Teheran nicht zu erwarten. Interessanter ist der politische Hintergrund: Er war auf dem Rückweg von einem Treffen mit Aserbaidschans Präsident Alijew, der im Ringen um die Vorherrschaft zwischen Schwarzem Meer und Mittelasien eine Schlüsselstellung besitzt. Eine Achse Türkei-Aserbaidschan-Kasachstan würde Russlands Einfluss unterminieren. Aserbaidschan verhandelt mit Erzfeind Armenien über eine Bereinigung der Grenzkonflikte, versucht aber auch, einen Korridor längs der iranisch-armenischen Grenze zu etablieren. Damit könnte Russland als Gastransitland umgangen werden. Dessen Präsident Putin versuchte beim Besuch in China den Bau einer weiteren Pipeline für sibirisches Gas voranzutreiben. Peking sitzt allerdings am längeren Hebel und möchte dem besten Freund Knebelverträge aufzwingen. 

Bereits am Freitag hatte China ein Stützungsprogramm für den Immobilienmarkt angekündigt. Gebietskörperschaften sollen Grund und Boden von Immobilienentwicklern zurückkaufen können, Staatsunternehmen sollen unverkaufte Häuser erwerben, und es wird keine Zinsuntergrenzen für Hypothekenkredite mehr geben. Asiens Börsen reagierten freundlich auf diese Maßnahmen, die in der Summe eine Übernahme privater Schulden durch den Staat darstellen. Wichtige Konjunkturzahlen kommen in dieser Woche erst am Donnerstag mit den Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und den Euroraum. Beachtung dürfte jedoch heute Vormittag die Rede von EZB-Chefin Lagarde finden, in der die Marktteilnehmer Hinweise auf die erhoffte Zinswende der Notenbank suchen werden.

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