OPEC+ kämpft um Einigkeit
Inmitten des gestrigen Abverkaufs an den weltweiten Börsen ging eine Nachricht fast unter. Die wichtigsten erdölexportierenden Länder der Welt entschieden sich, die globale Ölproduktion ab Mai massiv auszudehnen. Die tägliche Fördermenge soll dann um 411.000 Barrel ausgedehnt werden. Das entspricht dem Dreifachen der ursprünglich geplanten Menge. Während die Entscheidung mit Blick auf den ohnehin unter Druck stehenden Ölpreis seltsam anmutet, war laut Berichten vor allem der Unmut Saudi-Arabiens über die nicht vorhandene Disziplin anderer Ölexporteure ausschlaggebend für den jetzigen Schritt. Denn seit Monaten halten sich Länder wie Kasachstan oder der Irak nicht an die vereinbarten Fördergrenzen der OPEC+-Staaten und untergraben damit aus Sicht der Saudis die Marktmacht der Organisation. In Riad scheint man auf die Hoffnung zu setzen, dass ein Preiskrieg die Staaten zum Einlenken bewegt und sich der Ölpreis auf absehbare Zeit wieder erholt.
Wirtschaftsdaten nur sekundär
An diesem Freitag stehen zwar mit dem US-Arbeitsmarktbericht wichtige Wirtschaftsdaten an, wie viel Aussagekraft diese aber für den weiteren Konjunkturverlauf haben, steht auf einem anderen Blatt. Aufmerksam hinhören werden Marktteilnehmer hingegen bei der Rede des Fed-Chefs Jerome Powell heute Abend europäischer Zeit. Bis vor Kurzem stellte der Notenbank-Chef noch den temporären Charakter der US-Zölle auf die Inflationsentwicklung in den Vordergrund. Spannend wird nun sein, inwiefern sich das Narrativ angesichts der jüngsten Zolleskalation verändert und ob Powell eher die Inflationsrisiken oder die Wachstumsrisiken hervorheben wird.