An der Wall Street ging es sehr ruhig zu, denn auf den Thanksgiving Day folgte wie üblich nur ein verkürzter Handelstag. Die Indizes traten auf der Stelle. Die meiste Aufmerksamkeit zog der Chiphersteller Nvidia auf sich. Verzögerte Auslieferungen von speziell für China designten Chips drückten den Kurs des KI-Highflyers um rund 2 %. Zu Wochenbeginn werden die Umsätze der US-Einzelhändler am Black-Friday-Wochenende diskutiert werden, am Dienstag kommt dann dazu passend der Conference-Board-Index des Verbrauchervertrauens.
Nachdem das Bundesverfassungsgericht die Umwidmung von Mitteln der Hilfsprogramme gestoppt hat, muss die deutsche Bundesregierung nun schnellstens einen Nachtragshaushalt verabschieden. Hierbei soll auch für 2023 eine Notlage festgestellt werden, womit die Schuldenbremse außer Kraft gesetzt wäre. Für 2024 wäre dasselbe Vorgehen kaum zu vermeiden, sofern sich nicht eine verfassungsändernde Mehrheit zur Modifizierung der Schuldenbremse oder der Schaffung neuer Finanzierungstöpfe findet. Für die Ampel-Koalition bedeutet dies die nächste Belastungsprobe.
Im Verlauf der neuen Handelswoche stehen einige wichtige Konjunkturzahlen auf der Agenda: am Mittwoch das EU-Wirtschaftsvertrauen sowie Deutschlands Inflationsrate, gefolgt von Preisdaten der EU und USA am Donnerstag, am Freitag schließlich Chinas Caixin-Index sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex (USA).