Kurz nach dem der israelische Militärsprecher Daniel Hagari die Bodenoffensive im Gazastreifen am vergangenen Freitag auf der Plattform X, vormals Twitter, angekündigte, stieg der Goldpreis über die Marke von 2.000 US-Dollar. Vor Beginn des Terrorangriffs der Hamas auf Israel vor knapp drei Wochen lag der Preis für eine Feinunze Gold knapp über der Marke von 1.800 US-Dollar und somit 11 % tiefer.
In einem Interview, das letzte Woche veröffentlicht wurde, erläuterte der Professor für Finanzen an der New York University (NYU) und anerkannte Experte für Unternehmensbewertung, Aswath Damodaran, den Zusammenhang zwischen Inflation und Zinssätzen. Er erklärte, dass die Frage der Zinssätze zu einer Suche ins Leere wird (a search in emptiness), wenn man nicht versteht, in welche Richtung sich die Inflation bewegt. Obwohl die EZB in der vergangenen Woche auf weitere Zinserhöhungen verzichtet hat, ist es ungewiss, wie die Zentralbanken in Japan, den USA und Großbritannien entscheiden werden, die alle in dieser Woche Zinsentscheidungen treffen werden (31.10., 01.11. bzw. 02.11.). Laut der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist es wahrscheinlich, dass die US-Notenbank angesichts der starken US-BIP-Daten für das dritte Quartal die Zinsen anheben wird. Allerdings werden die heutigen ersten Schätzungen zur Inflation in den USA im Oktober ebenfalls ausschlaggebend für diese Entscheidung sein. Im September lag die Teuerung bei 4,5 % und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine im Februar 2022. Die LBBW erwartet für den Monat Oktober eine Teuerung bei 3,8 %.
In den vergangenen Tagen hat sich die markttechnische Lage an den internationalen Aktienmärkten weiter eingetrübt. Eine Untersuchung des Global-Stockmarket-Universums - in diesem Portfolio werden 114 internationale Aktienindizes abgebildet - verdeutlicht den Stimmungswandel unter den Aktienanlegern. Während im August noch 71 % der enthaltenden Indizes über der 200-Tage-Durchschnittslinie lagen, sind es stand Freitag nur noch 39 %. Der DAX-Index handelt bereits seit 25 Tagen unter der 200-Tagelinie. Aktuell beträgt der Abstand zu dieser etwas mehr als 6 %. Für Spannung ist in der kommenden Woche gesorgt. Wichtige Börsenindizes wie der Nasdaq 100 und der Nikkei 225 notieren aktuell nur wenige Prozentpunkte über dieser Linie.