Heute wird die zweite Schätzung der BIP-Entwicklung für Q3 im Euroraum bekannt gegeben. Die erste Schätzung lag bei einem hauchdünnen Wachstum von +0,1% gegenüber dem Vorquartal. Bereits die Vorquartale pendelten nur leicht an der Null-Linie (in Q1: -0,1%, in Q2 +0,1%). Außerdem wird der ZEW-Index für Deutschland erwartet, der die Konjunktureinschätzung von Finanzanalysten widerspiegelt, die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt wurden. Die Einschätzung der aktuellen Lage dürfte sich nur leicht aufhellen: Nach -79,9 Punkten im Vormonat rechnet der Bloomberg-Konsens für November mit einer weiterhin schwachen Einschätzung von -77 Zählern. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erwartet einen Trendwechsel: Der zuvor noch leicht negative Oktober-Wert von -1,1 sollte wieder ins Positive drehen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks wird es erwartet, dass der CPI im Oktober gegenüber dem Vormonat nur leicht um 0,1 % gestiegen ist (im September lag er noch bei +0,4 %). Im Jahresvergleich würde dies einer rückläufigen Inflationsrate entsprechen, von +3,7% yoy auf ca. +3,3% yoy. Weniger Entwarnung könnte es dagegen bei der Inflations-Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) geben: Diese wird für die USA nochmals auf dem Niveau vom Oktober erwartet (+4,1% yoy).
Die Aktie von Siemens Energy sprang gestern um mehr als 7%. Laut Presseberichten gab es eine Einigung bezüglich der benötigen Garantien über 15 Mrd. Euro, für die das Unternehmen den Bund um Staatshilfe angefragt hatte. Am Mittwoch soll bei der Bilanzvorlage von Siemens Energy eine Lösung verkündet werden, wie das Garantievolumen durch die beteiligten Banken dargestellt wird. Neben einer staatlichen Unterstützung in Form einer teilweisen Rückgarantie soll auch der Großaktionär Siemens zum Hilfspaket beitragen.
Die Aktien von Novo Nordisk verzeichneten gestern ebenfalls einen Sprung von 3 %. Dies war eine Reaktion auf die Veröffentlichung einer Studie, die zeigte, dass das Medikament Wegovy des Unternehmens zum Abnehmen das Risiko eines Herzinfarkts, eines Schlaganfalls oder eines Todes aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen bei übergewichtigen Menschen mit Herzkrankheiten um 20 % reduzierte. Die Aktien von Novo Nordisk sind in diesem Jahr durch die Verkäufe von Wegovy und dem verwandten Medikament Ozempic um mehr als 50 % gestiegen, was das Unternehmen zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen in Europa gemacht hat. Letzte Woche gab das Unternehmen bekannt, dass es 6 Mrd. USD für eine neue Produktionsanlage ausgeben wird, um die steigende Nachfrage nach den Medikamenten zum Abnehmen zu decken.