Geopolitische Lage im Nahen Osten
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben sich am vergangenen Wochenende verschärft. Berichten zufolge wurden militärische Anlagen auf der strategisch wichtigen Insel Kharg beschädigt. Da über diesen Standort ein erheblicher Teil der iranischen Ölexporte abgewickelt wird, beobachtet der Markt die Entwicklung mit Blick auf die globale Energieversorgung sehr genau. Die US-Administration fordert weiterhin ein Ende der Blockade in der Straße von Hormus, um die Stabilität der internationalen Schifffahrtswege zu gewährleisten.
Die Dauer der Auseinandersetzungen bleibt ungewiss; israelische Sicherheitsbehörden deuteten zuletzt auf eine Fortführung der Operationen in den kommenden Wochen hin. Die Instabilität in der Region hat zudem Auswirkungen auf die Infrastruktur am Golf, wie die temporäre Schließung des Flughafens in Dubai aufgrund von Sicherheitsbedenken verdeutlichte. International wächst der Druck auf die Verbündeten, eine gemeinsame Lösung zur Sicherung der Handelsrouten zu finden.
Differenzen bei den US-Inflationskennzahlen
Ein differenziertes Bild zeigt sich bei der US-Teuerung: Während die Verbraucherpreise (CPI) im Februar bei 2,4 % (Headline) bzw. 2,5 % (Kernrate) lagen, notierte der am Freitag veröffentlichte PCE-Deflator mit 2,8 % bzw. 3,0 % weiterhin auf einem höheren Niveau. Für Anleger ist dies von Bedeutung, da der PCE-Deflator das bevorzugte Maß der US-Notenbank (Fed) für ihre geldpolitischen Entscheidungen ist. Die hartnäckige Kernrate signalisiert, dass der Spielraum für schnelle Zinssenkungen begrenzt bleiben könnte.
US-Konjunkturdaten unter Erwartungen
Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus den USA fielen schwächer aus als prognostiziert:
- BIP-Wachstum: Die zweite Schätzung für das vierte Quartal 2025 wurde deutlich auf ein annualisiertes Wachstum von 0,7 % nach unten korrigiert (erste Schätzung: 1,4 %). Hauptgrund war ein rückläufiger Staatskonsum, bedingt durch den Government Shutdown im Spätherbst 2025.
- Auftragseingänge: Die Bestellungen langlebiger Wirtschaftsgüter stagnierten im Januar auf dem revidierten Dezember-Niveau, womit der erwartete Aufschwung (+1,2 %) ausblieb.
Ausblick auf die Notenbanksitzungen
Die laufende Woche steht ganz im Zeichen der Geldpolitik. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über das weitere Zinsniveau. Es folgen die Sitzungen der Bank of Japan, der Schweizer Nationalbank, der Bank of England sowie der EZB. Marktteilnehmer rechnen mehrheitlich damit, dass die Leitzinsen bei diesen Terminen unverändert bleiben, werden jedoch die Begleitkommentare genau auf Hinweise für die künftige Zinspolitik prüfen.