Iran-Krieg bremst Aufschwung

Nach Angaben des ifo-Instituts ist das Geschäftsklima für Deutschland im März von revidiert 88,4 auf 86,4 gefallen. Während die Einschätzung der Lage unverändert bei 86,7 blieb, sank die Erwartungs-Komponente von 90,2 auf 86,0. Die schwächeren Erwartungen sind nicht überraschend angesichts der Eskalation am Golf und dem sprunghaften Anstieg der Energiepreise. Der verhaltene Aufschwung in der deutschen Industrie kommt damit vorerst zum Erliegen. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob die Straße von Hormus geschlossen bleibt bzw. wann sie wieder geöffnet wird und inwieweit sich die Situation im Nahen Osten wieder stabilisiert. 


Investoren hoffen auf Beruhigung in Nahost 

Auf ein Kriegsende hoffen auch die Anleger. Gestern gab es eine leichte Erholung an den Kapitalmärkten, nachdem Medien über einen 15-Punkte-Plan der USA berichtet hatten. Dieser könnte einen einmonatigen Waffenstillstand mit sich bringen. Obwohl der Iran den einseitigen US-Plan zurückwies, konnten die Aktienmärkte in Europa und den USA leichte Zugewinne verbuchen. So näherte sich der DAX wieder der Marke von 23.000 Punkten und der technologielastige NASDAQ bewegte sich auf 22.000 Punkte zu. 
Im Gegenzug verringerten sich die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen leicht. Zudem sanken auch die Renditen von US-Treasuries und von Bundesanleihen um mehrere Basispunkte von ihrem Jahreshoch. Durch den vorherigen Anstieg der Bund-Renditen auf 3,0 % - dem höchsten Stand nach 2011 - waren auch die Renditen von Corporate Bonds deutlich gestiegen und hatten sich im Investmentgrade-Index in Richtung der Marke von 4 % bewegt.


Geopolitik weiterhin im Fokus

Heute stehen nur wenige relevante Makro-Daten auf der Agenda. Um 8 Uhr wurde bereits das GfK Konsumklima für Deutschland veröffentlicht: Wie erwartet gab es einen Rückgang auf schwachem Niveau, der Indikator sank von revidierten -24,8 Punkten im Vormonat auf -28,0. Auch auf Unternehmensebene gibt es eine kurze Verschnaufpause, fast alle haben ihre Berichte für 2025 inzwischen vorgelegt. Somit bleibt der Fokus auf den geopolitischen Entwicklungen in Nahost. Zweifel an einer bevorstehenden Einigung führten heute Morgen wieder zu Kursverlusten in Asien. Auch für die Aktienmärkte in Europa und den USA preisen Futures aktuell leichte Rückgänge ein.

 

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