Der "Rat der Immobilienweisen" rechnet für das kommende Jahr nur noch mit 150.000 fertiggestellten neuen Wohnungen. Zum Vergleich: In den Jahren 2019 bis 2022 pendelten die Fertigstellungen um die Marke von 300.000. Steigende Fertigstellungen werde es vermutlich erst nach dem Jahr 2026 geben. Die Marke von 300.000 werde wohl auf absehbare Zeit nicht mehr erreicht - vom Ziel der Bundesregierung von 400.000 ganz zu schweigen. Es finden sich aber auch optimistische Töne in dem Gutachten. Für Gewerbeimmobilien sind die notwendigen Preisanpassungen nach Einschätzung der Immobilienweisen weitgehend abgeschlossen. Sie begründen dies mit den zum Jahresende 2023 gesunkenen Kapitalmarktzinsen. Für 2024 erwarten sie nur noch geringe Renditeanstiege bei den Immobilien. Zudem sei aufgrund der Stabilisierung der Marktrahmenparameter im laufenden Jahr mit einer langsamen Belebung an den Investmentmärkten zu rechnen.

Die Probleme stark gestiegener Baukosten bei gleichzeitig gesunkener Erschwinglichkeit infolge des Zinsanstiegs sind nicht auf den Neubau in Deutschland beschränkt, sie dürften in vielen Ländern Europas die Bauaktivität sinken lassen. Das ist die Prognose der Forschergruppe Euroconstruct, der auch das deutsche ifo-Institut angehört. Gleichwohl geht Euroconstruct davon aus, dass der Rückgang der Wohnungsfertigstellungen in Deutschland besonders ausgeprägt sein werde. Die Forscher rechnen für Deutschland mit einem Minus von 35 % im Jahr 2026 gegenüber 2023. Für alle 19 untersuchten Länder insgesamt gehen sie nur von einem Rückgang von 13 % aus.

An den US-Aktienmärkten überwogen gestern die Gewinnmitnahmen im Vorfeld der heute zur Veröffentlichung anstehenden Quartalszahlen von Nvidia. Vor allem die Titel der NASDAQ verbuchten Verluste. Doch auch heute werden die Märkte noch ohne die mit Spannung erwarteten Zahlen den Handelstag verbringen müssen: Nvidia wird erst nach Börsenschluss berichten. Abgesehen vom Tech-Giganten haben die Teilnehmer an den Finanzmärkten die künftige Leitzinspolitik der großen Notenbanken weiter fest im Blick. Das Protokoll der US-Notenbank zum jüngsten Zinsentscheid wird heute um 20 Uhr MEZ veröffentlicht.

Auch heute berät der Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern über das Wachstumschancengesetz, das unter anderem kleine Firmen und den Bausektor entlasten soll. Unternehmensverbände appellierten eindringlich an die beteiligten Parteien, sich zusammenzuraufen. Zudem wird am Nachmittag die Bundesregierung ihren Jahreswirtschaftsbericht veröffentlichen. Wirtschaftsminister Habeck bestätigte bereits Gerüchte, dass die BIP-Prognose für 2024 von 1,3 % auf 0,2 % gesenkt werde.

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