Iran-Krieg: Die Preise ziehen an, ...
Gemäß Eurostat-Meldung von gestern lag die Teuerungsrate im Euroraum im vergangenen Monat bei 2,5 %. Flüsterschätzungen hatten zuvor zwar noch höhere Werte für möglich gehalten. Trotzdem werden sich die EZB-Granden alarmiert zeigen. Den geldpolitisch Verantwortlichen stecken noch die Erfahrungen der Hochinflationszeit im Zuge der Corona-Pandemie in den Knochen. Die LBBW erwartet für das laufenden Jahr von der Geldpolitik im Euroraum nunmehr zwei Zinserhöhungsschritte um jeweils 25 Basispunkte. Mehr sollten es dieses Jahr nicht werden: Es geht um eine Vorsichtsmaßnahme, nicht um die Eindämmung einer galoppierenden Hyperinflation.
... und die Realwirtschaft leidet
Heute richtet sich bei der Konjunkturbeobachtung das Hauptaugenmerk auf die andere Seite des Atlantiks. Der ISM für das verarbeitende Gewerbe steht auf dem Programm, der wichtigste vorlaufende Indikator für die US-Volkswirtschaft. Die Entwicklung der für März veröffentlichten regionalen Fed-Indizes legt für die heutige Veröffentlichung einen Anstieg nahe. New York, Philadelphia, Kansas und Richmond: In Summe resultiert für den ISM heute ein Plus. Die Landesbank Baden-Württemberg geht von einem Wert um die 53,5 Punkte aus, solide im Bereich, der auf Expansion der US-Wirtschaft hindeutet. Der Konsens befragter Bank- und Forschungsinstitute sieht annähernd eine Seitwärtsbewegung: einen Punkt tiefer bei 52,5 Punkten. Einer etwas pessimistischeren Sicht kam der gestrige Chicago-Einkaufsmanager entgegen. Dieser verringerte sich binnen eines Monats um gut und gerne fünf Punkte: ein kräftiger Rücksetzer nach vorherigem Steigflug.
Noch weitaus mehr Aufmerksamkeit zog gestern die Publikation des Conference-Board-Verbrauchervertrauens auf sich. Mit 91,8 Punkten verblieb es erneut unterhalb von 100 Punkten. Die Zeitreihe liegt ähnlich tief wie über große Teile des Jahres 2020, zu Zeiten der Corona-Pandemie. Die Stimmung in den privaten Haushalten der Vereinigten Staaten entwickelt sich zu einem Hemmschuh für Donald Trumps Ambitionen. Der US-Präsident muss mittlerweile die Zwischenwahlen im kommenden November fürchten. Der Preis für Benzin an der Tankstelle steigt in schwindelerregende Höhen. Die Stimmung im Land zwischen Long Island und Long Beach ist im Keller.
Namhafte Vertreter der US-Regierung haben in den zurückliegenden Stunden mehrfach in den Mund genommen, der Iran-Krieg könne in überschaubarer Zeit enden. Die Aktienmärkte haben es gedankt: S&P 500 mit 2,9 % im Plus, Nikkei 225 mit 4,7 %, Kospi 200 mit 9,7 %.