Verunsicherung bei Konsumenten

In Deutschland taucht die Verbraucherlaune nach dem Sommerhoch während der Fußball-EM wieder ab. Der GfK Konsumklimaindikator, bei welchem rund 2.000 Verbraucher befragt werden, trübte sich von minus 18,6 Zählern im Vormonat auf minus 22,0 Punkte im September ein. Die Kombination aus steigenden Arbeitslosenzahlen und Unternehmensinsolvenzen sowie diverse Personalabbaupläne bei Unternehmen stimmen die Konsumenten pessimistischer. Hinzu kommt, dass die Unternehmen bei ihrer Personalplanung sehr vorsichtig vorgehen. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts sank im August auf 94,8 Punkte, nach 95,3 Punkten im Juli. Damit liegt es so tief wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Sorgen um die Jobsicherheit dämpfen demnach eine Belebung der Konsumstimmung. In Anbetracht des negativen BIP-Beitrags der privaten Konsumausgaben im 2. Quartal, schwinden nunmehr die Hoffnungen auf eine nachhaltige Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte.

Stagnierende Kreditvergabe an Unternehmen

Trotz der ersten EZB-Zinssenkung im Juni dämpfen die maue Konjunkturentwicklung, das niedrige Verbrauchervertrauen sowie die Zurückhaltung beim Investitionsverhalten der Unternehmen die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen im Euroraum. Die Darlehensausreichung der Finanzinstitute an Unternehmen wuchs im Juli lediglich um 0,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat, wie die EZB gestern mitteilte. Im Juni lag das Wachstum mit 0,7 % noch leicht darüber. Gleichzeitig nahm im Juli die Geldmenge M3 erneut um 2,3 % zu. Hierzu werden unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen gezählt. Obwohl der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation inzwischen als komplex angesehen werden kann, können die Daten zur Geldmenge Hinweise auf die Entwicklung der Inflation liefern. Aufgrund der relativ schwachen Zuwachsraten lassen sich aktuell aber kaum Hinweise auf einen monetären Inflationstreiber ableiten. Vorläufige Zahlen zur Inflation in Deutschland werden heute Nachmittag veröffentlicht. Die Verbraucherpreise könnten sich gemäß der Konsensprognose auf 2,1 % abschwächen. Das wäre die niedrigste Teuerungsrate seit Mitte 2021.

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