Der Kupferpreis erreichte letzte Woche mit USD 9.000/t den höchsten Stand seit einem Jahr. Ausgelöst wurde dies durch eine Verlangsamung der Produktion chinesischer Kupferhütten inmitten eines angespannten Kupfererzmarktes. Die Kupferminen, die derzeit in anderen Teilen der Welt - insbesondere in Chile - in Betrieb sind, erreichen aufgrund sinkender Erzqualitäten und erschöpfter Reserven ihren Höhepunkt. Eine Mine in Panama, auf die rund 1,5 % der weltweiten Kupferproduktion entfallen, musste vor kurzem aufgrund von Protesten im Lande geschlossen werden. Es fehlt an hochwertigen großen Bergbauprojekten in der Pipeline, die die sinkenden Angebotsmöglichkeiten ausgleichen könnten. Die Energiewende, die große Mengen an Kupfer verbraucht, wird jedoch als Nachfragetreiber dienen. Der schwache Immobilienmarkt in China - dem traditionell größten Abnehmer von Kupfer - könnte diese Nachfrage jedoch bremsen. Die wirtschaftliche Entwicklung und die Zinssätze werden ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Bislang haben die hohen Zinsen und der starke Dollar die Preise für Industriemetalle, einschließlich Kupfer, behindert.

Als weltweit letzte Notenbank verabschiedete die BoJ sich von ihrem negativen Leitzins (-0,10 %) und strebt künftig einen Tagesgeldsatz zwischen 0,00 % und 0,10 % an. Auch verzichtet sie nun auf ihr Instrument der Zinskurvenkontrolle, mit dem sie längerfristige Zinsen steuerte. Allerdings ist die BoJ weiterhin bereit, langlaufende Staatsanleihen zu kaufen, sofern sie dies als notwendig erachtet. Ihre Käufe von ETFs beendet sie. Die Notenbank signalisierte, dass die geldpolitischen Rahmenbedingungen akkommodierend bleiben werden. Der weitere geldpolitische Pfad sei datenabhängig. Sie vermittelte mithin nicht das Bild, dass die heutigen Beschlüsse der Anfang einer entschlossenen Zinserhöhungskampgange seien. Ohnehin gab es auch zwei Gegenstimmen im neunköpfigen Gremium gegen den heutigen Entscheid. Diese Punkte sind wohl der Grund dafür, dass die Finanzmärkte auf den Zinsentscheid mit einer Abwertung des Japanischen Yen und leicht sinkenden langlaufenden Staatsanleiherenditen reagierten. Der NIKKEI Aktienindex hatte am Montag bereits kräftig zugelegt und verzeichnet heute früh weitere leichte Gewinne.

An Konjunkturdaten steht heute der ZEW-Index für Deutschland und den Euroraum auf der Agenda, der die Konjunkturerwartungen von Ökonomen und Anlegern widerspiegelt. Etwas mehr Aufmerksamkeit dürften die Marktteilnehmer den um 13:30 Uhr anstehenden Daten zu den Baugenehmigungen und den Baubeginnen in den USA schenken. Die Baubeginne waren im Januar unerwartet schwach und dürften sich im Februar wieder erholt haben. Gestern wurde bereits der NAHB Index mit einem Anstieg von 48 auf 51 veröffentlicht. Der Stimmungsindikator notiert damit im neutralen Bereich. Der Wohnungsbau in den USA erlebt nicht im Geringsten einen derartigen Einbruch der Aufträge wie hierzulande. Allerdings lohnt in den USA ein Blick unter die Oberfläche. Der Anteil an Mehrfamilienhäusern an den Neubauten hatte in den vergangenen zehn Jahren in Relation zu den Einfamilienhäusern spürbar zugelegt. In den jüngsten 12 Monaten kehrte sich dieser Trend aber ein gutes Stück um. Diese Divergenz spiegelt die Preisentwicklung wider. Während die Preise von Einfamilienhäusern in den USA neue Rekordstände erklimmen, verzeichnen die Apartments gewerblicher Immobilienmarktakteure Preisverluste im zweistelligen Prozentbereich.

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