Nicht nur innerhalb Europas könnte die Ukrainepolitik bald auf die Probe gestellt werden. Die am Sonntag in der Schweiz zu Ende gegangene Konferenz zu einer möglichen Friedenslösung in der Ukraine machte deutlich, dass viele nicht-westliche Länder kein Interesse daran haben, ihr Verhältnis zu Russland wegen des Angriffskrieges zu überdenken. Obwohl die Abschlusserklärung Russland nicht direkt verurteilt, verweigerten u.a. Indien, Brasilien und Südafrika ihre Unterschrift unter das Dokument. Russland selbst war, im Gegensatz zur Ukraine, zwar diesmal nicht eingeladen, die Unterzeichnerstaaten sprachen sich aber dafür aus, das Land bei zukünftigen Friedensgipfeln inkludieren zu wollen. China hatte seine Teilnahme bereits im Vorfeld abgesagt.
Im Reich der Mitte wurden heute früh eine Reihe an Daten gemeldet. Positiv überraschen konnte seit Langem wieder einmal der Konsum. Die Umsätze im Einzelhandel legten nämlich mit 3,7 % y-y stärker zu als erwartet. Gleichzeitig fiel aber das Produktionswachstum unerwartet schwach aus und konnte nur um 5,6 % y-y zulegen. Auch das Wachstum bei den Anlageinvestitionen lag, vor allem aufgrund der anhaltenden Schwäche im Immobiliensektor, mit 4% unter den Erwartungen. Am Dienstag stehen in den USA ebenfalls die Daten zum Einzelhandel an, während geldpolitisch nach EZB und Fed nun am Donnerstag alle Augen auf die Bank of England sowie die Schweizer Nationalbank gerichtet sind.