Deutschland: Inflation geht zurück
Die Inflation in Deutschland hat sich im März stärker verlangsamt als erwartet und nähert sich damit dem 2 %-Ziel der EZB. Laut dem Statistischen Bundesamt stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 % (HVPI). Von Bloomberg befragte Ökonomen hatten einen Anstieg um 2,4 % prognostiziert. Sinkende Ölpreise und ein etwas stärkerer Euro könnten hier schon ins Gewicht gefallen sein. Auch der Rückgang der Inflation für die hochgewichteten Dienstleistungen (3,4 % nach 3,8 %) trug zum Rückgang bei. Berichte aus der vergangenen Woche zeigen, dass die Inflation in Frankreich und Spanien ebenfalls etwas geringer ausfiel als von Analysten erwartet. In Italien hingegen stiegen die Preise stärker als prognostiziert und überschritten erstmals seit 2023 die 2 %-Marke. Eine Erhebung für den gesamten Euroraum, die heute veröffentlicht wird, dürfte eine Abschwächung auf 2,2 % von zuvor 2,3 % zeigen. Die EZB-Vertreter sind sich noch uneinig darüber, welche Maßnahmen sie am 17. April ergreifen sollen. Dies liegt hauptsächlich an der unsicheren politischen Lage, die sie zwingt, die Auswirkungen globaler Handelsstörungen und umfangreicher fiskalischer Lockerungen in Deutschland zu berücksichtigen. Der Präsident der Bundesbank, Joachim Nagel, warnte letzte Woche davor, bei der Bekämpfung der Inflation zu optimistisch zu sein. Einige EZB-Vertreter, die eine lockerere Geldpolitik bevorzugen, sprechen sich weiterhin für eine erneute Zinssenkung aus, da die Inflation nachlässt und die wirtschaftliche Aktivität durch die Zölle von Donald Trump gefährdet ist. Das LBBW Research rechnet in diesem Jahr mit insgesamt zwei weiteren Zinssenkungen. Für den EZB-Zinsentscheid im April zeigen Marktpreise eine 85-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Senkung.
Goldpreis auf neuem Jahreshoch
Der Goldpreis ist 2025 bereits um 20 % gestiegen und hat dabei mindestens 15 Allzeithochs erreicht. Hauptgrund für den Anstieg ist die hohe Unsicherheit in Folge der Trumpschen Zollpolitik.
Ausblick
Neben den Inflationszahlen aus dem Euroraum dürften sich die Blicke der Investoren heute hauptsächlich auf die USA richten. Heute Nachmittag wird der ISM-Index für März für das Verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Die LBBW erwartet vor dem Hintergrund der Zollstreitigkeiten einen Rückgang des Index von 50,3 auf 48,5.