Wie aus Verhandlungskreisen zu hören ist, haben sich die Staats- und Regierungschefs der großen europäischen Parteienfamilien auf eine Nominierung Ursula von der Leyens für eine zweite Amtszeit als EU-Kommissionspräsidentin verständigt. Im Rahmen des morgen und übermorgen stattfindenden EU-Gipfels soll diese informelle Einigung formal fixiert werden. Damit ist das Verfahren allerdings noch längst nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Dies ist erst der Startschuss zur kritischsten Phase auf dem Weg zu einer zweiten Amtszeit. Bis zur Abstimmung, welche frühestens in der dritten Juliwoche sein wird, muss die amtierende Präsidentin unter den Abgeordneten erst noch um Unterstützung für sich werben. Europäische Volkspartei, Sozialdemokraten und Liberalen verfügen zusammen zwar über rund 400 der insgesamt 720 Stimmen. Weil die Stimmabgabe jedoch geheim ist, was das Risiko von Abweichlern erhöht, und sich Frau von der Leyen im EU-Parlament zudem vielen Kritikern gegenübersieht, dürfte ihre Wiederwahl kein Selbstläufer sein. Ein knappes Wahlergebnis wie damals 2019, als sie lediglich neun Stimmen mehr als mindestens notwendig bekam, lässt sich daher nicht völlig ausschließen.

Mitte der vergangenen Woche hatte es Nvidia bis ganz nach oben geschafft: Gab es per Ende 2015 alleine in den USA noch 223 Unternehmen, welche eine höhere Kapitalisierung aufwiesen, lag das Unternehmen per Ultimo 2020 diesbezüglich bereits auf Rang 15. Seit mit ChatGPT KI zu einem Mainstream-Thema wurde, bekam die in ihrer Dimension kaum vorstellbare Nvidia-Rally dann einen weiteren Schub. Vergangene Woche zog der Designer von Mikrochips für den Einsatz bei KI-Anwendungen daher sogar an Apple und Microsoft vorbei und avancierte kurzzeitig zum nach Kapitalisierung größten Unternehmen der Welt. Für die Anleger schien dies Anlass zu sein, um Gewinne mitzunehmen. In den folgenden drei Tagen nach dem Hoch brach der Nvidia-Kurs in Summe um rund 13 % ein, wodurch die Kapitalisierung des Unternehmens um atemberaubende 430 Milliarden US-Dollar schrumpfte. Dies ist mehr als die addierte Kapitalisierung der beiden Halbleiter-Konkurrenten Advanced Micro Devices und Intel, welche es zusammen auf lediglich rund 390 Milliarden US-Dollar bringen. Nvidia tauchte im Zuge dessen unter die zwischenzeitlich schon klar überwundene Marke von 3 Billionen US-Dollar ab, wodurch das Unternehmen wieder auf Weltranglistenplatz 3 zurückfiel. Gestern griffen die Anleger aber wieder zu, wodurch die Nvidia-Aktie um 6,8% stieg und damit knapp die Hälfte des temporär erlittenen Verlusts wettmachte.

Neben dem GfK-Konsumklima von heute früh stehen im Laufe des Tages eine Rede von EZB-Chefvolkswirt Lane sowie für die USA die Zahlen zu den landesweiten Neubauverkäufen im Mittelpunkt. Letztere komplettieren den monatlichen Datensatz zur Verfassung des US-Immobilienmarkts.

 

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