Zu den Faktoren, die für eine Kontraktion der US-Wirtschaft sprechen laut der LBBW, zählen der zurückliegende Zinsanstieg, die gut gefüllten Läger sowie eine absehbar weniger expansive Fiskalpolitik. Dennoch entwickelte sich die Konjunktur in den USA bislang recht robust. Nach vorn blickend muss die LBBW anerkennen, dass die haussierenden Aktien und steigenden Hauspreise das Nettovermögen der US-Bürger erhöhen und deren Konsumlaune stimulieren dürften. Die LBBW trägt die Rechnung, indem sie zwar weiterhin von einer Abschwächung der US-Konjunktur ausgeht. Eine Rezession erwartet die LBBW nun aber nicht mehr und haben ihre Prognose für das BIP-Wachstum im laufenden Jahr von 1,0 % auf 2,0 % erhöht. Vor diesem Hintergrund und angesichts der jüngsten Inflationsentwicklung hat die LBBW auch ihre Prognose für die US-Inflation 2024 von 2,5 % auf 3,0 % angehoben. Die LBBW geht gleichwohl nur von einer Verzögerung des Inflationsrückgangs aus und nicht von einer Trendwende.

Am Ende notierten die Anleiherenditen in Europa und den USA niedriger als noch zur Wochenmitte. Dabei kann die LBBW die jeweiligen Wendungen nur bedingt nachvollziehen. Die am Freitag veröffentlichten Inflationsdaten für den Euroraum zeigten zwar einen Rückgang der Inflationsrate. Der Rückgang war aber geringer als von Ökonomen erwartet worden war. Die Anleiherenditen fielen im Nachgang der Veröffentlichung dennoch. Ohne weitere Nachrichten kletterten sie am Nachmittag wieder nach oben, nur um dann in Reaktion auf einen enttäuschenden ISM-Einkaufsmanagerindex wieder abzustürzen. Der Konjunkturindikator für das Verarbeitende in den USA verzeichnete einen Rücksetzer von 49,1 auf 47,8 Punkte. Erwartet worden war ein weiterer geringfügiger Anstieg. Auch wenn in diesem Fall die Richtung der Marktbewegung zur Nachricht passt - die Schärfe des Renditerückgangs überrascht uns. Der Markt wirkt nervös und scheint - für den Moment - eine Neigung hin zu sinkenden Renditen aufzuweisen. Die Aktienmärkte freute es - falls es für gute Stimmung überhaupt eines Anlasses bedurfte. Die neue Handelswoche bietet derweil genug handfeste Impulse.

Der heutige Montag ist noch arm an marktbewegenden Daten. Allerdings ergänzte der US Supreme Court gestern in einem ungewöhnlichen Schritt seinen Terminkalender und kündigte für heute die Bekanntgabe eines Urteils an. Dies sorgte für Spekulationen, es könnte sich um die Entscheidung des Obersten Gerichts zur Wahlzulassung von Donald Trump handeln. Der morgige Dienstag wartet mit dem Beginn des chinesischen Nationalkongresses, den Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor in Europa und den USA sowie mit dem sogenannten "Super Tuesday" bei den Vorwahlen im US-Präsidentschaftswahlkampf auf. In insgesamt 15 Bundesstaaten finden morgen Vorwahlen von Demokraten und/oder Republikanern statt. Am Mittwoch wird Fed-Chef Jerome Powell seinen halbjährlichen Rechenschaftsbericht vor dem Kongress ablegen. Am Donnerstag steht der nächste EZB-Zinsentscheid an, und am Freitag bildet der US-Arbeitsmarktbericht für Februar den Abschluss einer ereignisreichen Woche. Daneben geht auch die Berichtssaison der Unternehmen weiter - allerdings mit deutlich geringerer Schlagzahl als zuletzt.

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