Die deutlich gesunkene Inflation in der Schweiz machte der gestrigen Entscheidung der SNB möglich: Die SNB stellte fest, dass die Inflationsbekämpfung wirksam war. Die Teuerung liegt im Wohlfühlbereich der SNB und dürfte dort nach den aktualisierten Prognosen auch in den nächsten Jahren verharren. Die Währungshüter verwiesen zudem explizit auf die reale Aufwertung des Schweizer Franken im vergangenen Jahr. Der Franken reagierte auf die Lockerung der Geldpolitik mit einer Abwertung gegenüber dem Euro um rund einen Rappen. Eine Zinssenkung zum gestrigen Termin galt im Vorfeld zwar als möglich, aber nicht als wahrscheinlich. Hinsichtlich des weiteren geldpolitischen Kurses hielt sich die SNB alle Türen offen. Die BoE  vollzog gestern einen deutlichen verbalen Schwenk, obwohl sie ihre Zinssätze nicht geändert haben. Noch vor zwei Monaten tendierte die BoE zu weiteren Zinserhöhungen, nun signalisierte sie ihre Bereitschaft für künftige Zinssenkungen. Am Geldmarkt verschoben sich daraufhin die Erwartungen für den Zeitpunkt einer ersten Zinssenkung von August auf den Juni.  Auf der politischen Bühne setzen die Staats- und Regierungschefs der EU heute ihren zweitägigen Gipfel fort.

Heute veröffentlicht das Statistische Bundesamt seinen Häuserpreisindex für das vierte Quartal. Seit dem Hochpunkt im Q2 2022 hat der Index bis zum Q3 2023 rund 11 % nachgegeben. Ebenso wird der Bundesrat möglicherweise über das Wachstumschancengesetz abstimmen. Auch wenn es inhaltlich nicht miteinander verknüpft ist, nutzen die unionsgeführten Bundesländer das Wachstumschancengesetz als Druckmittel, um Zugeständnisse der Bundesregierung gegenüber den Bauern zu erreichen. Gespräche zwischen Bundesregierung und Deutschem Bauernverband hatten zwar gewisse Fortschritte gebracht. Ob diese aus Sicht der Union letztlich ausreichen, um heute dem Gesetz zuzustimmen, bleibt die große Frage. Andere Wirtschaftsverbände, die seit Monaten von der Politik einen parteiübergreifenden Konsens zur Unterstützung der Wirtschaft fordern, sprechen sich vehement dafür aus, dass zumindest das Wachstumschancengesetz endlich beschlossen wird. Dies geschieht vor dem gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland und dem Euroraum. Die Indizes sackten noch tiefer in die Kontraktionszone.

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