Eine Wiederwahl Trumps mit gefolgter Anhebung der US-Zölle könnte das Wachstum der deutschen Wirtschaft spürbar bremsen, wie eine Modellrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Denn dies würde den Welthandel bremsen und damit auch den Export deutscher Waren. Das deutsche BIP würde 2028 um 1,2% niedriger ausfallen als im Basisszenario ohne neuen Handels- und Zollstreit ab 2025. In den vier Jahren könnten sich die BIP-Verluste für Deutschland auf gut 120 Mrd. EUR summieren (in konstanten Preisen gerechnet). In einem zweiten Szenario könnten es laut IW sogar fast 150 Mrd. EUR sein. Andererseits wären die wirtschaftlichen Kosten, die den USA durch die Unterstützung eines Zustroms von Einwanderern über die Südgrenze der USA entstehen, wo allein im Dezember 2023 300.000 Menschen versuchten, die Grenze zu überqueren - die höchste Zahl, die je verzeichnet wurde -, im Falle eines Sieges im November von Biden, der in der Einwanderungspolitik weitaus nachsichtiger als Trump ist, für die USA wohl kaum zu tragen.
Angesichts zweier überragender geldpolitischer Ereignisse in dieser Woche - dem halbjährlichen Rechenschaftsbericht von Fed-Chairman Jerome Powell vor den Häusern des US-Kongress am Mittwoch sowie der EZB-Ratssitzung am Donnerstag - war der richtungslose Zustand der Finanzmärkte vielleicht nicht gänzlich überraschend. Dies umso mehr, da marktbewegende Konjunkturdaten am gestrigen Montag fehlten. Allerdings war zuletzt nicht nur am Aktienmarkt Partystimmung angesagt. Auch bei der Mutter aller Kryptowährungen - Bitcoin - zündeten die Raketen. War der Wert eines Coins im November 2022 noch unter 16.000 USD gesunken, überwand er gestern wieder die Marke von 65.000 USD. Damit erreichte er den höchsten Stand seit 2,5 Jahren und näherte sich sogar dem Allzeithoch bei rund 69.000 USD. Andere Cyber-Devisen wie Ripple und Ethereum gewannen zum Wochenstart zwischen 3% und 10%. Die Kursentwicklungen des Bitcoins und anderer Crypto-Währungen - die ein gutes Barometer dafür sein können, wie weit sich die Dinge von der Realität entfernt haben dürften - profitieren von der Erwartung langfristig fallender Zinsen und einer höheren Nachfrage, nachdem erste börsennotierte Spot-Bitcoin-Fonds (ETFs) zugelassen worden waren.
Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage für dieses Jahr wird ein Wachstum in China von rund 5% angestrebt. Gleichzeitig soll das Verteidigungsbudget laut Haushaltsentwurf um 7,2% auf rund 214 Mrd. EUR erhöht werden. Mit einem Kriegsausbruch in der Meerenge zwischen China und Taiwan rechnen bislang nur wenige. Allerdings strebt Peking weiterhin eine Wiedervereinigung mit Taiwan an - notfalls auch mit militärischen Mitteln. So fehlte im ersten Arbeitsbericht von Ministerpräsident Li Qiang der Begriff "friedlich" in Bezug auf die Wiedervereinigung. Demnach wird China "die Sache der Wiedervereinigung Chinas entschlossen vorantreiben". In früheren Berichten war noch von einer "friedlichen Wiedervereinigung" die Rede.