Schwache US-Konjunkturdaten

Die Aktivität der US-Dienstleister ist im vergangenen Monat zum ersten Mal seit fast einem Jahr in den Bereich der Schrumpfung gerutscht. Die Aktivität bei den US-Dienstleistern ging im letzten Monat zum ersten Mal seit fast einem Jahr zurück, was auf einen abrupten Nachfragerückgang zurückzuführen war, während die Preise aufgrund höherer Zölle in der gesamten Wirtschaft anzogen. Der Dienstleistungsindex des Institute for Supply Management sank im Mai um 1,7 auf 49,9 Punkte und fiel deutlich unter den Konsens-Erwartungen aus. Werte unter 50 signalisieren eine schrumpfende Konjunktur. Die Subindizes gewähren ein differenzierteres Bild auf die aktuelle Lage der US-Dienstleister: So ging der Index der Auftragseingänge um 5,9 auf 46,4 Punkte zurück und gab damit so stark nach wie seit Juni 2024 nicht mehr. Dagegen stieg der Index der gezahlten Preise auf 68,7 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit November 2022. Zudem fielen gestern die Beschäftigungsdaten des privaten Dienstleisters ADP enttäuschend aus. Demnach wurden in der Privatwirtschaft im Mai weniger Stellen geschaffen (37.000) als erwartet (114.000), der niedrigste Wert seit Mai 2023. Diese Daten unterstreichen das Dilemma, in dem die US-Notenbank steckt: Einerseits müsste sie die Zinsen senken, um die lahmende Konjunktur in Schwung zu bringen, andererseits müsste sie die Zinsen auf hohem Niveau halten, um die Inflation zu bekämpfen. Trump versuchte gestern einmal mehr, Fed-Chef Powell unter Druck zu setzen. Dieser reagiere "zu spät", so Trump im Onlinedienst X. Der nächste Sitzungstermin der Fed findet am 18. Juni statt.

EZB wird heute die Zinsen senken

Die Inflation im Euroraum ist im Mai auf 1,9 % gesunken und liegt damit knapp unter dem 2%-Ziel der EZB. Dies ebnet den Weg für eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte, die heute erwartet wird – bereits die achte seit Mitte 2024. Der Einlagesatz würde damit auf 2,0 % fallen. Entscheidend wird sein, ob die EZB angesichts der Risiken durch den Handelsstreit ihre zurückhaltende Rhetorik bestätigt und damit einen weiteren Lockerungsschritt im dritten Quartal signalisiert. Falls die neuen EZB-Projektionen Zinssenkungen skeptischer sehen, könnte dies die Märkte überraschen, da die Mehrheit der Akteure mit einer weiteren Senkung in diesem Jahr rechnet.

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