Die Rendite einer langlaufenden japanischen Staatsanleihe überschritt gestern die 3%-Marke. Das ist für japanische Verhältnisse äußerst viel. Im Vorfeld der Notenbanksitzung der Bank of Japan Ende Juli zeigen sich inländische Investoren, wie Lebensversicherer, sehr zurückhaltend. Verkäufe ausländischer Investoren bei mittel- bis langfristigen Anleihen und ein Rekordverkauf von 10-jährigen Futures deuten auf Skepsis gegenüber Japans Finanzmarkt und potenzielle geldpolitische Anpassungen hin. Nach der späten Beendigung der Nullzinspolitik durch die BoJ antizipieren die Märkte nun weitere restriktive geldpolitische Maßnahmen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund des schwachen Yen. Die Abwertung der japanischen Währung wird zunehmend zu einem Problem für die Wirtschaft des Inselreichs. Die hohen Importpreise senken die Kaufkraft der Konsumenten und die durch die Währungsschwäche zusätzlich verteuerten Energieimporte ließen die Handelsbilanz Japans inzwischen deutlich ins Defizit abrutschen. Vor diesem Hintergrund überwiegen die Nachteile einer schwachen Währung inzwischen deren Vorteile. Sowohl die der Preisstabilität verpflichtete BoJ als auch die auf einen konjunkturellen Aufschwung hoffende Regierung haben daher mittlerweile ein Interesse an einem festeren Yen. Dies lässt sich aber nur erreichen, wenn der Zinsnachteil von Yen-Anlagen verringert wird. Die BoJ dürfte daher weiter an der Zinsschraube drehen, um dem Yen mehr Unterstützung zu geben. Die Marktteilnehmer quittieren diese Erwartung bereits mit dem Verkauf langlaufender Staatsanleihen. Dieser Trend dürfte zumindest solange anhalten, bis der Yen wieder eine festere Tendenz aufweist.
Der ökonomische Datenkalender ist heute vergleichsweise dünn. Die wichtigste Zahl kommt mit dem Verbrauchervertrauen der Universität Michigan aus den USA. Im Gegensatz zu den Konsensschätzungen der von Bloomberg befragten Volkswirte rechnet die LBBW mit einem Anstieg beim Konsumentenvertrauen.