Ausblick auf 2025 beunruhigt Märkte

Während der nunmehrige Zinsschritt um 25 Basispunkte erwartet worden war, reagierten die Märkte geschockt auf die Fed-Projektionen für 2025. Eine derart starke Zurücknahme der Zinssenkungsprojektionen hatten wohl wenige am Radar. Die US-Indizes beendeten den Tag auch allesamt tiefrot. Während der S&P 500 um rund 3 % nachgab, stand der Tech-Index Nasdaq Composite mit einem Minus von 3,6 % noch deutlicher unter Druck. Der Aktenrally, die seit Anfang November die Schlagzeilen dominierte, wurde damit ein jähes Ende gesetzt. Zeitgleich sprangen die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen auf über 4,51 %, dem höchsten Niveau seit Mai 2024. Und auch an den Währungsmärkten waren die Auswirkungen zu spüren. So gut wie alle G10-Währungen gaben seit der Sitzung gegenüber dem Dollar nach. In Asien schlossen sich die Märkte heute Morgen dem Abwärtstrend an. Der japanische Nikkei 225 ging um 0,6 % tiefer aus dem Handel, der chinesische Hang Seng Index büßte 0,8 % ein.

 

Weitere Notenbanken im Fokus

Zumindest von Seiten der japanischen Notenbank gab es bei der heutigen Sitzung keine Überraschung. Sie beließ den Leitzins von 0,25 % auf dem gegenwärtigen Niveau, ließ aber angesichts des zunehmenden Inflationsdrucks die Neigung zu einer Anhebung im Januar erkennen. Auch die britische Zentralbank wird sich heute Mittag zu Wort melden, um ihren Zinsentscheid zu verkünden. Die Bank of England dürfte dabei angesichts der jüngst höheren Inflation sowie stärkerer Lohnzuwächse im Privatsektor von einer Zinssenkung vorerst Abstand nehmen. Unterdessen ist zu erwarten, dass es um die Haushalte in Deutschland weiterhin eher schlecht bestellt ist. Der GfK veröffentlicht heute seine Schätzung für das Konsumklima, wobei die LBBW mit einer weiteren Eintrübung und einem Minus von 24 Punkten rechnen. Dies wäre der schlechteste Wert seit dem Frühjahr. Politisch wird heute in Brüssel im Kreis der EU-Staats- und Regierungschefs wohl vor allem das Thema Ukraine im Vordergrund stehen. Mit dem nahenden Amtsantritt Trumps werden die EU-Staaten bemüht sein, eine eigene Linie zu finden, um nicht von Vorgaben aus Washington überrumpelt zu werden. Zudem wird der neue Chef des europäischen Rates, der portugiesische Regierungschef Antonio Costa, auch größere Fragen rund um die zukünftige Rolle der EU auf globaler Bühne auf die Agenda setzen. Die turbulenten Ereignisse der letzten Wochen und Monate sowie die bevorstehenden Herausforderungen in den kommenden Jahren bieten für eine EU-Grundsatzdebatte auch genügend Gesprächsstoff.

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