Heute werden die Akteurinnen und Akteure am Finanzmarkt neuerlich Gelegenheit haben, ihre Erwartungen zur Geldpolitik der weltführenden Notenbanken zu justieren. Die Vereinigten Staaten melden für April die Auftragseingänge der Industrie und speziell jene für langlebige Wirtschaftsgüter, weitere Negativnachrichten nicht ausgeschlossen. In den zurückliegenden Wochen enttäuschten die US-Konjunkturdaten mehr als nur einmal. Seit gut einem Monat notiert der zugehörige "Surprise Index" unter null. Wie könnte dies wieder ins Lot kommen? Die US-Konjunkturdaten könnten demnächst wieder aufwärts drehen. Alternativ kann aber auch die Zunft der Expertinnen und Experten ihre Erwartungen an die US-Wirtschaft nach unten anpassen, an eine neue Realität mit weniger Momentum.
Das Highlight dieser Woche wird zweifelsohne am Donnerstag stattfinden: die nächste geldpolitische Entscheidung des EZB-Rats. Alles andere als eine erste Leitzinssenkung nach zehn Anhebungen wäre eine faustdicke Überraschung. Die Finanzmärkte schauen bei alledem über diese Woche hinaus: Kommt die zweite Ermäßigung tatsächlich in einem Vierteljahr, und wird im September dann auch die Fed in den Absenkungsmodus schalten? Viel wird von den weiteren Konjunkturdaten abhängen.
Es bleibt spannend.