US-Wirtschaft ist nicht unkaputtbar
Donald Trump trat sein Präsidentenamt mit einem Rückgang der US-Wirtschaftsleistung an. Im ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer Jahresrate von 0,2 %. Trump machte seinen Vorgänger Joe Biden für diesen wirtschaftlichen Start verantwortlich. Trotz rückläufiger Stimmungsindikatoren in den Monaten März und April entstanden in der US-Wirtschaft jeweils rund 200.000 neue Arbeitsplätze. Das GDPNow-Modell der Federal Reserve Bank of Atlanta prognostizierte für das zweite Quartal ein Wachstum von 4,6 %. Vor diesem Hintergrund wurde diskutiert, ob eine Wachstumsprognose von 1,0 % für das Jahr 2025 möglicherweise zu konservativ angesetzt sei.
Jüngste Entwicklungen lieferten jedoch neue Hinweise auf wirtschaftliche Herausforderungen. Im Mai gingen die US-Automobilabsätze im Monatsvergleich um etwa 9 % zurück, und der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor fiel unter die Expansionsschwelle. Zudem berichteten die Distrikte der US-Notenbank im sogenannten „Beige Book“, dass die wirtschaftliche Aktivität leicht zurückgegangen sei. Dies steht in einem auffälligen Kontrast zur Prognose des GDPNow-Modells der Fed-Atlanta.
Der am Nachmittag erwartete Bericht des US-Arbeitsministeriums könnte weitere Erkenntnisse zur aktuellen Lage liefern. Laut einer Erhebung des privaten Personaldienstleisters ADP entstanden im Mai lediglich 37.000 neue Stellen in der US-Privatwirtschaft. Das „Beige Book“ deutet auf eine weitgehend unveränderte Beschäftigungslage hin, weshalb ein Beschäftigungszuwachs von unter 100.000 Stellen erwartet wird.