Der DAX sank gestern wieder unter die Marke von 17.000 Punkten, der S&P 500 unter die magischen 5.000 Punkte. Der Grund dafür war die Information, dass im Januar zogen die Verbraucherpreise in den USA saisonbereinigt um 0,3 % gegenüber dem Vormonat an. Ohne Nahrungsmittel und Energie (Kernrate) betrug der Anstieg 0,4 %. Größter Preistreiber blieben die Wohnkosten. Im Jahresvergleich sank die Inflationsrate zwar von 3,4 % auf 3,1 %, aber dies war höher als erwartet. Bei der Kerninflation stagnierte die Jahresrate sogar bei 3,9 %. Schuld daran sind die dominanten Wohnkosten, ohne die sich die Inflationsrate mit 2,2 % (Y/Y) sogar nahe am Stabilitätsziel bewegen würde. Die Chancen auf schnelle Leitzinssenkungen der Fed sind jedenfalls gesunken. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erwartet eine geldpolitische Kehrtwende nicht vor Juni 2024. In der Folgezeit sind die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen um 15 Basispunkte auf ein neues Jahreshoch über 4,3 % gesprungen.

Die gute wirtschaftliche Lage in den USA lässt wohl wenig Spielraum nach oben. Kleinere US-Firmen schauen laut einer monatlichen Umfrage der NFIB (National Federation of Independent Business) kritischer in die Zukunft. Statt eines, wie vom Konsens erwarteten Anstiegs fiel der Index für das Wirtschaftsvertrauen im Januar von 91,9 Punkten auf 89,9 Zähler. Damit sank das Optimismus-Barometer fast auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre (Tiefpunkt vom April 2023: 89,0 Punkte). Von den knapp 1.300 befragten US-Unternehmen berichteten deutlich mehr von einem Ergebnisrückgang als von einem Gewinnanstieg. Trotz schwächerer Werte bestätigte die Umfrage den robusten US-Arbeitsmarkt: 39% der Unternehmen gaben an, dass sie nicht alle ausgeschriebenen Stellen besetzen konnten.

Für Deutschland lässt die aktuelle Konjunkturschwäche dagegen Spielraum nach oben. Die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Analysten und Investoren schätzten die konjunkturelle Lage für Deutschland im Februar auf den niedrigsten Stand seit Juni 2020 ein (-81,7 Punkte nach -77,3 im Vormonat). Im Gegensatz dazu stiegen die ZEW-Konjunkturerwartungen weiter an (von 15,2 auf 19,9 Zähler). Somit vergrößerte sich die Schere zwischen negativer Lage und positiven Erwartungen. Allerdings dürfte die zweite Schätzung für die BIP-Entwicklung in Q4/2023 im Euroraum, die heute veröffentlicht werden soll, eine Stagnation bestätigen (0,0 % Veränderung ggü. Q3). 

Kontakt & Filialen Hilfsmittel & Rechner Notfall & Hilfe