Die in der vergangenen Woche um sich greifenden Sorgen der Marktteilnehmer hinsichtlich des chinesischen Wachstumsmodells dürften nicht so bald verschwinden - insbesondere mit Blick auf den Immobiliensektor. Der Bausektor hatte in der Vergangenheit einen beträchtlichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum geliefert. Die Möglichkeiten der Regierung, den Immobiliensektor zur Konjunkturstabilisierung zu nutzen, kommen angesichts der Überschuldung der Immobilien-Entwickler nun an ihre Grenzen. In der Krise befinden sich vor allem besagte Entwickler sowie die sogenannten "Schattenbanken". Ein Domino-Effekt, der zu einem Crash der Immobilienpreise führen würde, droht aus unserer Sicht aber nicht. Die chinesischen Haushalte nutzen Immobilien vor allem zur Vermögensanlage. Kredite machen beim Immobilienerwerb im Vergleich zum Eigenkapital nur einen geringen Anteil aus. Entsprechend kommen die Haushalte nicht so schnell unter Verkaufsdruck, falls sich der Markt einmal schwächer entwickelt. Heute früh senkte China wichtige Bankenzinsen, allerdings etwas weniger stark als von Analysten erwartet. Der 1-Jahres-Zins wurde von 3,55 % auf 3,45 % gesenkt, der 5-Jahres-Zins bei 4,20 % unverändert belassen.
Auch wenn sich viele vielleicht zum Wochenstart bereits das nächste Wochenende herbeisehnen - an den Finanzmärkten steht der kommende Freitagnachmittag aus anderen Gründen bereits jetzt im Fokus: Am Freitag beginnt in Jackson Hole das traditionsreiche jährliche Notenbanksymposium. Gegen 16 Uhr wird die Rede von Fed-Chef Jerome Powell erwartet und sicherlich von den Marktteilnehmern akribisch auf Hinweise zum weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank abgeklopft. Später am Abend wird auch EZB-Chefin Christine Lagarde ans Mikrofon treten. Bis dahin hält die neue Woche wenig hochkarätige Konjunkturdaten bereit. Vor allem die konjunkturellen Frühindikatoren in Gestalt vorläufiger Daten zu den Einkaufsmanagerindizes (Mittwoch) sowie des ifo Geschäftsklimaindex (Freitag) dürften noch Aufmerksamkeit genießen.